Am 24. September 2024 feierte in der Wiener Hofburg die Branchenveranstaltung „The Autonomous Main Event“ ihren fünften Geburtstag. Unter dem Motto "Cutting No Corners: Bridging the Gap in AV Safety" wurde erneut betont, dass der Schüsselfaktor ist, um autonomes Fahren mit Safety als Fundament in die Realität umzusetzen. Einen Tag zuvor fanden bereits Workshops zu verschiedenen Themen statt.
Die Wiener Hofburg beherbergte zum fünften Mal "The Autonomous Main Event", das in diesem Jahr unter dem Motto: "Keine Kompromisse auf dem Weg zum autonomen Fahren" stand.
(Bild: Stefanie Eckardt)
580 Teilnehmer in Präsenz oder virtuell und mehr als 250 teilnehmende Unternehmen feierten den fünften Geburtstag von The Autonomous Main Event und unterstrichen damit die Bedeutung von Safety auf dem Weg zum autonomen Fahren. Unter dem Motto "Cutting No Corners: Bridging the Gap in AV Safety", zu Deutsch „Keine Kompromisse auf dem Weg zum sicheren autonomen Fahren“ zeigte die Branche, dass sie die Bedenken der Öffentlichkeit ernst nimmt und das Vertrauen potenzieller Nutzer autonomer Mobilität durch sichere Technik gewinnen will. „Für das autonome Fahren ist Safety das Hauptanliegen der Verbraucher“, erklärte Dr. Dirk Linzmeier, CEO TTTech Auto und betonte: „Was wir wissen, ist, dass Partnerschaften und Ökosysteme entscheidend für den Erfolg im Sicherheitsdesign sind. Sicherheit ist weder ein Bereich für Wettbewerb noch für Kompromisse – es geht darum, es richtig zu machen.“ Doch wie sieht der richtige Ansatz aus? Um diese Frage zu beantworten, brachte The Autonomous Main Event Autobauer, Zulieferer, Halbleiterhersteller und Software-Unternehmen. Dazu zählten TTTech Auto, NXP Semiconductors, Aurora, Volvo, Continental, Mobileye, Toyota, SDVerse, Volkswagen, Bosch, Elektrobit, Infineon, Qualcomm, Audi, Denso oder Green Hills Software.
Während früher das Kundenerlebnis eines Fahrzeugs in erster Linie durch Hardware definiert wurde, nimmt die Software inzwischen eine viel stärkere Rolle ein. Der Endverbraucher erwartet vermehrt eine Integration des Fahrzeuges in seine digitale Welt. Hinzu kommt, dass neue Funktionen für Vernetzung, Automatisierung und Personalisierung zukünftig zunehmend durch Software realisiert werden. Durch regelmäßige Updates dieser Funktionen lässt sich der Fahrzeugwert über den gesamten Lebenszyklus steigern. Ohne Frage – viele Möglichkeiten. „Software-definierte Fahrzeuge definieren eine neue Ära im Automotive-Bereich“, betont Lars Reger, CTO von NXP in seiner Keynote. 2030 werden aller Voraussicht 90 Prozent der gebauten Fahrzeuge SDVs sein. Aber: „Große Möglichkeiten, bringen in der Regel auch große technologische Herausforderungen mit sich, insbesondere wenn es darum geht, das wichtigste Feature zu implementieren – nämlich die Safety.“ Reger gab einen Einblick, wie die richtige Technologie dazu beitragen kann, die Komplexität in puncto Safety eines SDVs zu minimieren. Risiken bei der Entwicklung eines SDVs zu verstehen, damit setzten sich auch Stefan Poledna, TTTech Auto, Ethan Sorrelgreen, Woven by Toyota, Max Lemke, EU-Kommission, Michael Fait, Thoughtworks und Prashant Guati von SDVerse auseinander. „Software ist niemals fertig, wir müssen wir ein Software-Unternehmen denken und nicht wie klassische Firmen aus der Automobilbranche“, riss Michael Fait eines der Probleme an. Ergebnis der Panel-Diskussion: Innovative Architekturen und Methodologien zu implementieren, hilft dabei robuste und kosteneffiziente Software-Updates zu realisieren und dabei gleichzeitig an den höchsten Sicherheitsstandards festzuhalten. Das kann kein Unternehmen alleine stemmen. Ein Beispiel für eine erfolgreiche Zusammenarbeit ist die Arbeitsgruppe für Sicherheit und Architektur, die sich mit einem methodischen Ansatz zur Sicherheitsarchitektur auseinandergesetzt hat. Im Dezember des vergangenen Jahres konnte die Arbeitsgruppe einen Bericht veröffentlichen, der logische Architekturen identifiziert, beschreibt und bewertet. Darüber hinaus zeigt er auf, wie sich die Architekturen in Hardware und Software implementieren lassen. Ein weiteres Ergebnis: Asymmetrische Architekturen, die eine Mehrheitsauswahl ermöglichen, sind für automatisiertes Fahren geeignet. Die Arbeitsgruppe ist nun dabei, eine zweite Ausgabe, die auf fünf Folgearbeitspaketen basiert zu entwickeln. Dazu zählen: ausreichende Unabhängigkeit von Sensorsystemen, Sicherheit, Validierung der Hochverfügbarkeitsinfrastruktur, Beobachtung nach der Breitstellung und zusätzliche konzeptionelle Systemarchitekturen. Diese zweite Ausgabe soll zum The Autonomous Main Event 2025 erscheinen, das am 17./18. September stattfinden wird.
Gesetzgebung im Fokus
Panel-Diskussion Nummer 2 beschäftigte sich mit den Regulatorien und Gesetzgebungen für autonome Fahrzeuge. Dabei betonten die Teilnehmer Janett Fahrenholz, Volkswagen, Richard Damm, KBA und UNECE, Stefan Oexl, Torc Robotics und Fabrizio Ugo Scelsi, Vay, dass eine globale Harmonisierung der Vorschriften für autonome Fahrzeuge dringend notwendig sei. Richard Damm vom KBA und Vorsitzender der UNECE-Arbeitsgruppe erklärte, dass die UN-Vorschriften für Level-4-Fahrzeuge Mitte 2026 veröffentlichen will. Bis es so weit ist, kocht wohl jeder Hersteller sein eigenes Süppchen und nutzt die besten Möglichkeiten, die zur Verfügung stehen, wie Stefan Oexl betonte: „Unser bevorzugter Ort für Tests ist dort, wo wir zuerst auf den Markt kommen wollen – und das muss aus regulatorischer Sicht ein entsprechendes Umfeld sein. Für uns ist das Texas. Es gibt wenig Regen, kaum Schnee und der Verkehr ist weniger komplex und besser vorhersehbar als es anderorts der Fall ist.“ Man ist sich einig, dass der erste Anwendungsfall für autonomes Fahren wahrscheinlicher im Nutzfahrzeugfahrzeugbereich sein wird als im Pkw-Umwelt. Das verdeutlichten auch das Kamingespräch von Volvo und Aurora, die im Nutzfahrzeugumfeld ebenfalls Tests in Texas durchführen und der Vortrag von Nikolai Setzer, CEO von Continental, der für seine Keynote die enge Partnerschaft mit Aurora wählte.
Last, but not least zeigte die letzte Panel-Diskussion eines ereignisreichen Tages auf, wie sich Synergien über Industriesegmente hinweg nutzen lassen. Der Blick über den Tellerrand ist immer hilfreich, um beispielsweise Erkenntnisse von autonomen Landmaschinen in den Automotive-Bereich einfließen zu lassen. (se)
Stand: 08.12.2025
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