Bahntechnik DB mietet Batteriespeicher für Ökostrom

Von Richard Oed * 3 min Lesedauer

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Für fünf Jahre sichert sich DB Energie 35 MW eines geplanten 50-MW-Großbatteriespeichers, der auf dem Gelände der Iqony in Duisburg-Walsum entstehen soll. Damit will man die Versorgung der Deutschen Bahn mit Grünstrom flexibler gestalten.

Mit der Unterzeichnung des PSA sichert sich DB Energie 35 MW des 50-MW-Batteriespeichers, den Fluence für die Iqony errichtet (Symbolbild). (Bild:  Fluence)
Mit der Unterzeichnung des PSA sichert sich DB Energie 35 MW des 50-MW-Batteriespeichers, den Fluence für die Iqony errichtet (Symbolbild).
(Bild: Fluence)

Am 14. November haben die DB Energie und das Energieunternehmen Iqony ein auf fünf Jahre angelegtes Power Storage Agreement (PSA) geschlossen. Dieser Vertrag sieht vor, dass DB Energie, ein Tochterunternehmen der Deutschen Bahn (DB), 35 Megawatt (MW) des insgesamt 50 MW großen Batteriespeichers „Steady Green Energy“ nutzen kann. Dieser wird am Kraftwerksstandort der Steag Iqony Group in Duisburg-Walsum durch Fluence, einem Joint Venture von Siemens und AES, gebaut und geht voraussichtlich im Mai 2026 in Betrieb.

Der neue Batteriespeicher soll die Deutsche Bahn bei der weiteren Integration von erneuerbaren Energien unterstützen und die Versorgung mit Grünstrom flexibilisieren. Bei der Anlage handelt es sich um einen Vier-Stunden-Speicher, der insgesamt rund 200 Megawattstunden (MWh) Ökostrom aufnehmen und abgeben kann. Der Anteil von DB Energie beträgt 140 MWh. Damit lässt sich laut Florian Reuter, dem Vorsitzenden der Geschäftsführung der DB Energie, jährlich Strom für drei Millionen ICE-Kilometer zwischenspeichern. „Die Deutsche Bahn wird 2040 klimaneutral. Ein entscheidender Hebel ist dabei die Erhöhung des Anteils erneuerbarer Energien beim Bahnstrom. Aktuell liegt dieser bei 68 Prozent. Doch Züge müssen auch dann fahren, wenn die Sonne nicht scheint und der Wind nicht weht. Der Batteriespeicher von Iqony kann überschüssigen Strom aus Erneuerbaren speichern und bei Bedarf ins Netz einspeisen,“ betont er.

Freuen sich über die Unterzeichnung des PSA: Florian Reuter, Vorsitzender der Geschäftsführung der DB Energie, Birgit Carlstaedt, Leiterin Energiebeschaffung und Risikomanagement bei DB Energie, Nicole Hildebrand, Mitglied der Geschäftsführung der Iqony und Philip Wack, Vorsitzender des Aufsichtsrats der Iqony (vlnr). (Bild:  Iqony)
Freuen sich über die Unterzeichnung des PSA: Florian Reuter, Vorsitzender der Geschäftsführung der DB Energie, Birgit Carlstaedt, Leiterin Energiebeschaffung und Risikomanagement bei DB Energie, Nicole Hildebrand, Mitglied der Geschäftsführung der Iqony und Philip Wack, Vorsitzender des Aufsichtsrats der Iqony (vlnr).
(Bild: Iqony)

Gemietete Batteriespeicher sind risikoärmer

Iqony ist mit dieser Anlage laut eigener Aussage Pionier in Deutschland und verfügt bereits über technisches und energiewirtschaftliches Fachwissen: „Iqony bietet Partnern mit maßgeschneiderten Power Storage Agreements erstmalig die Möglichkeit, Speicherkapazität für ihr Portfolio zu kontrahieren, ohne die Assets selbst besitzen zu müssen. Ebenso reagieren wir auf den sich abzeichnenden Bedarf an längeren Speicherdauern, die insbesondere auf die Optimierung von grünen Portfolios abzielen“, erklärt Christian Karalis, Co-Leiter des Bereichs Business Development und bei Iqony verantwortlich für das Batteriespeicherprojekt.

Derzeit hätten laut Karalis die Speicher im deutschen Markt nur eine Kapazität von zwei Stunden. Iqony plant, die nicht von DB Energie genutzte Speicherkapazität über ihren hauseigenen Trading-Bereich zu vermarkten. Für Unternehmen bieten von zentralen Speicherbetreibern bereitgestellte und flexibel mietbare Batteriespeicher den Vorteil, dass sie diese Anlagen nicht selbst errichten und betreiben müssen, was auch die finanziellen Risiken reduziert.

DB: Ab 2038 nur noch mit Ökostrom

Fluence ist ein 2018 von Siemens und der in Arlington, Virginia, ansässigen Applied Energy Services (AES) gegründetes Joint-Venture. Nach eigenen Angaben ist Fluence weltweiter Marktführer für Energiespeicher und Optimierungssoftware für erneuerbare Energien und Speicher. „Mit unserem Standort und Technologiezentrum in Erlangen liegt uns die Investition in den Standort Deutschland besonders am Herzen. Seit unserer Gründung haben wir kontinuierlich in die technologische Entwicklung vor Ort investiert. Wir sind stolz darauf, dass unsere Technologie für so wichtige Unternehmen wie DB Energie eingesetzt wird, um die Dekarbonisierung des Transportsektors voranzutreiben,“ sagt Markus Meyer, Geschäftsführer der Fluence Energy GmbH.

DB Energie bewirtschaftet als Netzbetreiberin das deutsche 16,7-Hz-Bahnstromnetz, das mehr als 7900 Kilometer umfasst. Dazu kommen noch die geschlossenen 50-Hz-Verteilnetze sowie die Kraft-, Umformer- und Umrichterwerke und über 1800 Trafostationen. Bereits heute deckt die DB 68 Prozent des DB-Bahnstroms mit erneuerbaren Energien ab, bis 2038 sollen alle 10 Terawattstunden pro Jahr grün sein. Das jetzt unterschriebene Power Storage Agreement ist laut Deutscher Bahn der erste Batteriespeichervertrag der DB, den die DB mit einem Speicherbetreiber abgeschlossen hat.  (se)

* Richard Oed ist als freier Mitarbeiter für Next Mobility und ELEKTRONIKPRAXIS tätig.

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