Bahntechnik Deutsche Bahn stattet ICE-Werk Leipzig mit Second-Life-Batteriespeicher aus

Von Stefanie Eckardt 2 min Lesedauer

Die Deutsche Bahn hat in ihrem ICE-Werk Leipzig einen Second-Life-Batteriespeicher in Kombination mit einer Photovoltaikanlage installiert. Der Speicher besteht aus 30 gebrauchten Batteriemodulen, die aus acht Elektrofahrzeugen stammen. Mit dem Batteriespeicher und der bis zu 250 kW leistenden PV-Anlage kann das Unternehmen rund ein Viertel des Strombedarfs des Werks abdecken.

Für das Fernverkehrswerk Leipzig hat die Deutsche Bahn ein neuartiges Energiekonzept entwickelt.(Bild:  Deutsche Bahn AG | Robert Zimmermann)
Für das Fernverkehrswerk Leipzig hat die Deutsche Bahn ein neuartiges Energiekonzept entwickelt.
(Bild: Deutsche Bahn AG | Robert Zimmermann)

Der Second Life Batteriespeicher wurde vom DB-eigenen Startup encore | DB entwickelt, das zur DB Bahnbau Gruppe gehört. Die Batteriemodule kamen etwa fünf bis sieben Jahre in Elektrofahrzeugen zum Einsatz, bis sie nicht mehr genügend Leistung für einen weiteren Einsatz im mobilen Betrieb hatten. Für die Nutzung in Batteriespeichern hingegen stellen sie nach wie vor ausreichend Kapazität zur Verfügung. Dazu testet das Unternehmen die einzelnen Module zunächst auf ihre Funktion und stellt sie anschließend neu zusammen. Second Life Batteriespeicher können Energie aus Solar-, Wind- oder Wasserkraft speichern und je nach Nutzung viele Jahre im Einsatz sein. Bei steigendem Strombedarf des Werks lässt sich der Speicher perspektivisch erweitern.

PV-Anlage für grünen Strom

Neben dem Batteriespeicher wurde das ICE-Werk Leipzig auch mit einer PV-Anlage ausgestattet, die eine Gesamtleistung von rund 291 Kilowatt-Peak aufweist. Der Batteriespeicher kommuniziert mit der Anlage und überwacht kontinuierlich den Strombedarf des Werks. Steigt dieser, entlädt sich der Speicher und senkt so die sogenannten Leistungsspitzen – jene Phasen, in denen die Arbeiten im Werk viel Strom benötigen und die besonders hohe Kosten verursachen. Leistungsspitzen entstehen zum Beispiel dann, wenn die Züge für Prüfzwecke nicht über die Oberleitung, sondern über das öffentliche Netz mit Strom versorgt werden. Für das Abdrehen von Radsätzen auf der Unterflur-Radsatz-Drehbank (URD), um Unebenheiten oder Flachstellen zu beseitigen, wird ebenfalls viel Energie benötigt. Ist der Batteriespeicher vollständig geladen und die PV-Anlage produziert mehr Strom als verbraucht werden kann, wird die überschüssige Energie ins öffentliche Stromnetz eingespeist.

Mit dem Batteriespeicher und der PV-Anlage kann die Deutsche Bahn rund ein Viertel des Strombedarfs des Werks abdecken und spart so rund 85.000 Euro Energiekosten am Standort Leipzig ein.

Weitere Werke sollen Batteriespeicher bekommen

Dem Fernverkehrswerk Leipzig soll das Werk Kassel der DB-Fahrzeuginstandhaltung folgen – auch dieses soll mit einem Batteriespeicher ausgestattet werden. Darüber hinaus prüft das Unternehmen Einsätze in weiteren Werken und Anlagen. (se)

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