Messe Das war die IAA Mobility 2023

Von Andreas Wehner 3 min Lesedauer

Die IAA ist keine klassische Automobilmesse mehr – auch weil viele etablierte Hersteller der Veranstaltung fernblieben. Stattdessen nutzten auffällig viele chinesische Autobauer die IAA für einen Aufschlag – auch wenn es einige der vorgestellten Autos so schnell nicht hierzulande geben wird.

Der MG Cyberster aus dem chinesischen SAIC-Konzern kommt 2024 auf den Markt.(Bild:  Wehner - VCG)
Der MG Cyberster aus dem chinesischen SAIC-Konzern kommt 2024 auf den Markt.
(Bild: Wehner - VCG)

Nach Angaben der Veranstalter war die IAA Mobility 2023 ein Erfolg. 500.000 Besucher kamen zur zweiten Auflage der Messe nach München. Ursprünglich waren VDA und Messe München jedoch von 700.000 Gästen ausgegangen.

Das Konzept war im Großen und Ganzen das gleiche wie vor zwei Jahren, als die IAA erstmals in München stattfand: Während die Ausstellung auf dem Messegelände am Stadtrand vor allem an Fachbesucher gerichtet war, standen die großen und auffälligen Stände in der Innenstadt. Der sogenannte Open Space verteilte sich auf sieben Flächen und sollte mit kostenlosem Eintritt und begleitenden Konzerten vor allem Endverbraucher locken.

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750 Aussteller nahmen Teil. Auch hier hätten sich die Veranstalter im Vorfeld wohl mehr erhofft. Unter den 300 Weltpremieren, von denen in der Pressemitteilung die Rede ist, waren nur wenige Serienautos. Denn viele etablierte Autohersteller blieben der Messe fern. Japaner und Koreaner fehlten komplett. Frankreichs Fahne hielt lediglich Renault hoch – und sorgte mit der Vorstellung des neuen Scenic gleichzeitig für die einzige nennenswerte Weltpremiere der IAA 2023. Aus dem Stellantis-Konzern war lediglich Opel vertreten. Vermutlich, weil man als deutscher Autobauer und VDA-Mitglied natürlich ein Stück weit teilnehmen musste.

Stattdessen tummelte sich eine auffällig große Anzahl chinesischer Hersteller in München. Im Vorfeld wurde die Messe von vielen Medien und ihren üblicherweise zitierten Experten sogar zur „IAA der Chinesen“ gemacht. Das war sicherlich deutlich übertrieben.

Signale in die Heimat China

Denn für so manchen chinesischen Hersteller war die IAA-Teilnahme vor allem ein Signal in die Heimat, nach dem Motto: „Seht her, wir sind auf der IAA, der größten europäischen Automobilmesse.“ Wenn man sich die Auftritte der Chinesen genauer anschaute, gab es viele Modelle zu sehen, die auf absehbare Zeit nicht auf Europas Straßen fahren werden. Während Avatr mit seinen sportlichen Limousinen noch keine Europa-Ambitionen zeigt, sind sie beispielsweise bei Leapmotor oder Dongfeng noch sehr vage. Xpeng kündigte dagegen den Marktstart in Deutschland mit zunächst zwei Modellen an.

Von den in Deutschland bereits aktiven chinesischen Marken waren die meisten gar nicht auf der IAA vertreten. Zwei Ausnahmen: Der Stand von BYD, an dem die Chinesen ihre komplette Palette inklusive ihrer Tochtermarke Denza zeigten, war unter allen Herstellerauftritten in den Messehallen sicherlich der beeindruckendste. Und auf dem MG-Stand zog der ab 24 erhältliche Roadster Cyberster das Interesse der Besucher auf sich.

Deutsche Autobauer zeigen die Zukunft

Und was zeigten die deutschen Hersteller? Vor allem eindrucksvolle Stände. BMW, Mercedes, VW & Co. in den Messehallen fast schon erschreckend kleine Auftritte hatten, wurden auf dem Open Space geklotzt und nicht gekleckert. Die präsentierten Auto-Neuheiten waren jedoch überwiegend wenig spektakulär – zumindest, wenn es um Serienmodelle ging.

Da stach vielleicht noch Audi heraus. Mit dem Q6 E-Tron setzten die Ingolstädter ein Ausrufezeichen, nachdem die VW-Tochter jetzt sehr lange kein neues Modell mehr vorgestellt hatte. Spannend war BMWs Ausblick auf die Neue Klasse. Bis die Autos zu kaufen sind, vergehen allerdings noch etwa zwei Jahre. Am Mercedes-Stand war das Highlight ebenfalls eine Studie. Mit dem CLA Concept zeigten die Stuttgarter einen Ausblick auf Design und Technologie der kommenden Elektromodelle. Fast schon unspektakulär mutete dagegen VWs Volks-Sportwagen-Studie an. Mit dem ID GTI Concept wollten die Wolfsburger zeigen, wie sie den legendären Golf GTI ins Elektrozeitalter überführen wollen. Auch Opel zeigte eine Studie. Der futuristische Experimental nimmt das künftige Markengesicht der Stellantis-Tochter vorweg.

8.500 Pkw-Testfahrten, 4.000 mit dem Fahrrad

Wer Serienfahrzeuge sehen sowie probesitzen wollte, konnte bei fast allen Autobauern die (überwiegend elektrisch angetriebenen) Fahrzeuge der aktuellen Modellpalette bestaunen. Und der eine oder andere Besucher hatte auch die Gelegenheit, sein Wunsch- oder Traumauto vor Ort zu fahren. 8.500 Testfahrten fanden nach Veranstalterangaben statt.

Wer bei den Autos nicht zum Zuge kam, konnte sich hinter der Residenz auch ein Fahrrad, E-Bike oder Lastenrad schnappen und damit durch den englischen Garten fahren. 4.000 Zweirad-Testfahrten verzeichneten die Veranstalter. Überraschung: Auch hier war VW vertreten. Die Wolfsburger sind über ihre Finanztochter nämlich inzwischen auch ins Fahrradleasing eingestiegen.

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