Elektromobilität im Fokus Das Mobilitätsgeschehen im Überblick: Das war der Juli 2024

Von Stefanie Eckardt 4 min Lesedauer

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Sommer und Sonne locken derzeit viele Menschen, mit dem e-Bike als Alternative zum Auto zu fahren. Gleich zu Beginn des Monats Juli zog die Eurobike 35.080 Fachbesucher und 33.090 Fahrradfans nach Frankfurt. Der Besuch lohnte sich: So zeigte beispielsweise ZF mit dem CentriX einen Antrieb in der Größe einer Getränkedose. Darüber hinaus stand der Juli vor allem im Pkw- und Nutzfahrzeugbereich ganz im Zeichen der Elektromobilität.

Sommer, Sonne, Elektromobilität: Der Juli wurde von Meldungen aus dem Elektromobilitätsbereich dominiert. Insbesondere in den Bereichen Ladeinfrastruktur und Batterietechnik wird mit Hochdruck gearbeitet. (Bild:  frei lizensiert bei Pixabay)
Sommer, Sonne, Elektromobilität: Der Juli wurde von Meldungen aus dem Elektromobilitätsbereich dominiert. Insbesondere in den Bereichen Ladeinfrastruktur und Batterietechnik wird mit Hochdruck gearbeitet.
(Bild: frei lizensiert bei Pixabay)

Auf die Eurobike brachte ZF neben dem 90-Nm-Modell eine Variante mit 75 Nm und einer Leistung von 450 Watt vor. Überhaupt verdeutlichte die Messe in Frankfurt, dass E-Bikes hoch im Trend stehen.

Ladeinfrastruktur ausbauen

Während die elektrisch angetriebenen Zweiräder boomen, stagniert der Stromermarkt. Damit sich Elektroautos langfristig durchsetzen, muss an der Ladeinfrastruktur gearbeitet werden. Toyota Motor North America will beispielsweise dazu beitragen, das Hochleistungs-Ladenetz für batteriebetriebene Elektrofahrzeuge in Nordamerika, Ionna, auszubauen und ist dazu als Investor eingestiegen. Das haben beide Unternehmen bekanntgegeben. Damit sollen Fahrer eines elektrisch angetriebenen Toyotas und Lexus Zugang zum öffentlichen Netz von Schnellladestationen bekommen, das Ionna in diesem Jahr einrichten will. Bis 2030 sind mindestens 30.000 Ladeanschlüsse in Nordamerika geplant. Die neuen Stationen werden sowohl NACS- als auch CCS-Anschlüsse enthalten, um alle BEV-Fahrer zu unterstützen.

Mobilitätsgeschehen im Juli
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Für das Gelingen der Mobilitätswende spielen vor allem Nutzfahrzeuge eine wichtige Rolle. Insbesondere hier ist eine gut ausgebaute Ladeinfrastruktur vonnöten. Nutzfahrzeughersteller MAN und Stromversorger E.ON wollen daher gemeinsam die Ladeinfrastruktur für Elektro-Lkw ausbauen. Dazu planen die Partner, europaweit rund 170 Standorte mit circa 400 Ladepunkten für das öffentliche Laden von Elektro-Lkw aufzubauen. So sollen entlang des bestehenden MAN-Service-Netzes neue Ladestandorte entstehen. An diesen können auch Nutzfahrzeuge anderer Hersteller öffentlich laden. Allein in Deutschland wollen die Partner rund 125 Standorte errichten. Weitere Standorte will man in Österreich, Großbritannien, Dänemark, Italien, Polen, Tschechien und Ungarn errichten.

Die neuen Standorte befinden sich an strategisch ausgewählten MAN Service-Stützpunkten. Das sind in erster Linie Industriegebiete mit hohem Lkw-Aufkommen aber auch Standorte in der Nähe von Autobahnen. Das ist eine wertvolle Hilfestellung, öffentliches Laden in den Betriebsalltag zu integrieren. Darüber hinaus planen die Partner, Design und Nutzbarkeit speziell für das Laden von elektrischen Nutzfahrzeugen auszulegen: Dazu gehört unter anderem eine Durchfahrtsmöglichkeit durch die Ladebucht, so dass Lkw und Busse nicht rangieren müssen. Um die öffentliche Zugänglichkeit unabhängig von der jeweiligen Fahrzeugmarke zu gewährleisten, will man die Ladestationen möglichst in von den MAN Servicebetrieben getrennten Bereichen installieren – mit eigenen Ein- und Ausfahrten für den Ladebereich. Die Fahrer können des Weiteren tagsüber sanitäre Anlagen und Aufenthaltsräume nutzen.

Batterietechnik

Neben der Ladeinfrastruktur wird unter Hochdruck an effizienten Batterien und neuen Technologien gearbeitet. Ein Beispiel sind Stellantis und die Forschungseinrichtung CEA, die gemeinsam Batteriezellen für Elektrofahrzeuge entwickeln. Beide Unternehmen haben eine fünfjährige Zusammenarbeit geschlossen, wie sie bekanntgaben. Das gemeinsame Forschungsprogramm widmet sich Zellen mit höherer Leistung, längerer Lebensdauer und einem niedrigeren CO2-Fußabdruck zu einem wettbewerbsfähigen Preis. Diese sollen in zukünftigen Elektrofahrzeugen des Automobilherstellers sowie den Gigafactories zum Einsatz kommen.

Batterien made in Germany

Mit dem eCampus hat Mercedes-Benz sein neues Kompetenzzentrum für die Entwicklung von Batterie-Hochleistungszellen feierlich eröffnet. Hier will der Autobauer das gesamte Feld der Batterie- und Zelltechnologie abdecken – angefangen von der Entwicklung und Evaluierung neuer Zellchemien über die Zellfertigung im industriellen Maßstab bis hin zur Erprobung und Zertifizierung kompletter Batterieeinheiten. Der Automobilhersteller entwickelt unterschiedliche Ausprägungen der Zellchemie. Das Unternehmen arbeitet unter anderem an Lithium-Ionen-Zellen mit Hochenergie-Anoden auf Basis von Siliziumkompositen und kobaltfreien Kathoden-Chemien aber auch an der Feststoffbatterietechnologie. Ziel ist es, die bestmöglichen Zellen für eine hohe Energiedichte, Schnellladefähigkeit und Leistungsfähigkeit zu entwickeln sowie das Know-how für deren Industrialisierung aufzubauen. Konkret lässt sich die Energiedichte durch den Einsatz neuer Technologien wie Hochsiliziumanoden oder Feststoffelektrolyten auf bis zu 900 Wh/l gesteigert werden. Die im eCampu gewonnenen Erkenntnisse fließen in die Serienproduktion von Batteriezellen bei den Partnerunternehmen ein – für den Einsatz in zukünftigen Batterien des Autobauers.

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Die Volkswagen-Batterietochter PowerCo und QuantumScape wollen gemeinsam die Lithium-Metall-Feststofftechnologie von QuantumScape industrialisieren. Darauf haben sich beide Unternehmen geeinigt. In Abhängigkeit vom technologischen Fortschritt und von bestimmten Lizenzzahlungen wird PowerCo serienfähige Batteriezellen auf Basis der Technologie des Batterieherstellers lizensieren. Im Rahmen der nicht-exklusiven Lizenz kann PowerCo bis zu 40 GWh pro Jahr mit der Quantumscape-Technologie produzieren. Die Kapazität lässt sich zudem optional auf bis zu 80 GWh pro Jahr ausweiten, was für rund eine Million Elektrofahrzeuge pro Jahr reichen würde. Die Vereinbarung ist nach Überzeugung der Unternehmen der schnellste Weg zur Serienfertigung von Feststoffzellen im Gigawattstunden-Maßstab, um die weltweit wachsende Nachfrage nach besseren Batterien für Elektroautos zu decken. Sie löst ein früheres Joint Venture zwischen Volkswagen und QuantumScape zur gemeinsamen Herstellung von Batteriezellen ab.

Weitere Highlights des Monats Juli zeigt Ihnen unsere Bilderstrecke.  (se)

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