Start-up Bliq „Das Abhängigkeitsverhältnis zu Dienstleistern wie Uber ist groß“

Redakteur: Svenja Gelowicz

Vom Geschäft mit Ridesharing profitieren nicht alle gleichermaßen. Gerade die Fahrer der Anbieter stehen dabei stark unter Druck. Ein Start-up will ihnen mit Technologie helfen – und hat dafür von Investoren zwei Millionen Euro bekommen.

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Das Team von Bliq.
Das Team von Bliq.
(Bild: Werner Schuering/Bliq)

Fahrerinnen und Fahrer von Ridesharing-Diensten haben keinen einfachen Job. Gerade die Arbeitsbedingungen des kalifornischen Taxi-Konkurrenten Uber sind häufig unrühmlich in den Schlagzeilen. Eine App soll Abhilfe schaffen – zumindest ein bisschen.

Das Start-up Bliq hat gibt es seit 2018. Julian Glaab, Torgen Hauschild und Johannes Riedel haben es in Berlin gegründet. Der erste Ansatz: Die Parkplatzsuche für Autofahrer verbessern. Das Geschäft ist nun allerdings nicht mehr das Hauptstandbein. Stattdessen fokussieren sich die Gründer auf selbstständige und geringfügig beschäftigte Fahrer bei ausgewählten Ridesharing-Diensten wie Uber, Free now oder Bolt. Sie können darin ihre Aufträge organisieren und so effizienter arbeiten. Mithilfe einer künstlichen Intelligenz können sie beispielsweise Passagier-Hotspots vergleichen und dadurch einen Wettbewerbsvorteil erhalten. Außerdem sollen Fahrer eingehenden Aufträge hinsichtlich ihrer Lukrativität besser einschätzen können.

Bliq: Zwei Millionen von Investoren

Das Unternehmen hat nun eine ordentliche Finanzspritze bekommen. Investoren pumpen zwei Millionen Euro im Zuge einer Finanzierungsrunde in das Start-up. Mithilfe von vier Kapitalgebern will Bliq nun in Europa stärker Fuß fassen und neue Funktionen für die App entwickeln. Bislang gibt es den Service Bliq Ride nur in den deutschen Städten Köln, Berlin und München, etwa 2.500 Fahrer nutzen die App.

„Das Abhängigkeitsverhältnis zu den Dienstleistern wie Uber ist groß“, sagt Julian Glaab, CEO von Bliq. „Mit unserer App haben Fahrer eine viel größere Auswahl von Aufträgen. Dadurch können sie Aufträge ablehnen, die sich kaum lohnen.“

Insgesamt gebe es weltweit 60 Millionen Ridesharing-Fahrer. Bliq könne daher eine große Auswirkung haben auf diejenigen Menschen, die „in der Mobilitätswende unter den Tisch gefallen sind“, so Glaab.

„Da passieren ganz schön viele Fehler“

Zehn bis 20 Mal so viele Kilometer wie ein normaler Autofahrer legt ein Ridesharing-Angestellter zurück. Das Start-up will Fahrer daher auch bei ihrer Planung unterstützen und Live-Daten aus den Städten zur Verkehrslage übermitteln.

Hat eine Region eine hohe Nachfrage, weil ein Konzert endet, ein Flieger landet oder ein Zug einfährt, gibt die App diese Infos ebenfalls den Nutzern weiter. Umgekehrt zeigt Bliq Ride auch Regionen, in denen die Fahrerdichte bereits hoch ist, in einer Karte an.

Und nicht zuletzt will Bliq unsaubere Abrechnungspraktiken der Anbieter erschweren. „Der typische Uber-Fahrer bekommt nicht den gesamten Betrag, der ihm zusteht. Da passieren ganz schön viele Fehler“, sagt Glaab. Die App könnte überprüfen, ob die Plattformen die richtigen Geldbeträge auszahlen.

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