Als Tochter von Volkswagen Nutzfahrzeuge wächst das Start-up Cito beständig. Im Gespräch gaben die Verantwortlichen Einblicke in kommende Plattformfunktionen, Internationalisierungsansätze und die richtige Balance.
Die Cito-Gründer Sage Shiromani und Gregor Stock wollen die Plattform nicht nur für die Nutzer weiter ausbauen, sondern trotz des schnellen Wachstums die Balance zwischen Kunden und Transportanbietern halten.
(Bild: Cito, WWW.SCHEFFEN.DE)
Die Cito Transport Technologies GmbH ist eine Ausgründung der Volkswagen Nutzfahrzeuge. Im Juni 2021 starteten die ersten Transporte, seit Juli steht die Online-Plattform des Start-ups. Nach etwas mehr als einem Jahr präsentierten die Verantwortlichen im September auf der IAA Transportation den bisherigen Entwicklungsstand. Neben CEO Gregor Stock kamen mit Vertriebsvorstand Lars Krause und Finanzvorstand Michael Obrowski auch Vertreter der Mutter zu Wort.
Wie verdienen Sie derzeit Geld?
Gregor Stock: Unser Ziel ist es, dass unsere Transportpartner direkt an der Wertschöpfungskette partizipieren. Deshalb stellen wir ihnen unsere Plattform auch kostenlos zur Verfügung, was gerade für kleinere Transportpartner die Möglichkeit schafft, an der Digitalisierung der Branche teilzuhaben. Durch die Effizienz der Plattform ist es uns außerdem möglich, zusätzliche Kosten zu minimieren, die andere Anbieter an Kunden und Transportpartner weitergeben. Wir erhalten im Gegenzug pro erfolgreich abgeschlossene Zustellung einen kleinen Anteil des Gewinns.
Sie haben eine Fotofunktion eingeführt, um mögliche Transportschäden nachvollziehbar zu machen. Wollen Sie auch eine Art Bewertungssystem bzw. Ranking einführen, nach dem der Kunde den für sich passenden und vertrauenswürdigen Transportpartner auswählen kann?
Stock: Das ist eine spannende Idee, die bereits Teil unserer Entwicklungs-Roadmap ist. Zunächst haben wir allerdings Themen wie die Fotofunktion priorisiert, da diese für unsere Partner und Kunden wichtig und damit zentral für unser Geschäftsmodell sind. Im nächsten Schritt können wir nun die Einführung eines fairen Ranking-Systems angehen, das vor allem für beide Seiten Sinn macht. Solch ein System stellt auch eine Motivation für die Transportpartner dar, sich stetig zu verbessern.
Bisher ist ihr System für jeden nutzbar. Sie haben über 500 Partner, die den digitalen Verkaufskanal kostenfrei nutzen können. Gibt es Überlegungen zu Bezahlmodellen oder besonderen Zusatzdiensten?
Stock: Hier gibt es verschiedene Ansatzpunkte für weitere Business-Modelle. Für uns ist dabei immer die zentrale Frage: bringt es sowohl unseren Kunden als auch den Transportpartnern einen Vorteil? Denn wir sind angetreten, um die Customer Journey zu vereinfachen und den Markt für Transportunternehmen fairer zu gestalten. Wenn wir neue Businessmodelle umsetzen, müssen sie genau diesen Gedanken auch unterstützen. Eine Idee, die wir gerade diskutieren, ist, gemeinsam mit einem Versicherungspartner Policen anzubieten: von der Transport- über die Verkehrshaftungs- bis zur Fahrzeugversicherung. Wir schauen deshalb momentan vor allem, ob unsere Kunden solche Zusatzangebote auch fordern.
Wie wichtig ist Cito in den Planungen von Volkswagen Nutzfahrzeuge?
Lars Krause: Die Transformation des Marktes in Richtung TaaS (Transport as a Service) ist für Volkswagen Nutzfahrzeuge ein zentrales Thema. Am Anfang war Cito ein Baustein der TaaS-Strategie, jetzt sind sie ein zentraler Bestandteil. Wir glauben, dass Cito genau das richtige Geschäftsmodell entwickelt hat, das auf dem Transportmarkt Kunden und Partnern einen erheblichen Mehrwert bringt. Mit der Gründung innerhalb der Volkswagen Nutzfahrzeuge haben wir gemeinsam mit Cito eine Transformation angestoßen. Damit zeigen wir insbesondere auch intern den Kollegen, dass Ideen aus dem Unternehmen heraus zünden können. Wir finden Wege diese Ideen zu unterstützen und auszugründen – wenn es Sinn macht.
Sie sind aber offen für externe Investoren. Gibt es Interessenten?
Michael Obrowski: Auch wenn Cito unternehmensintern gegründet wurde, wollen wir als Volkswagen Nutzfahrzeuge diesen Ideen natürlich alle Möglichkeiten für eine erfolgreiche Zukunft bieten. Dazu gehören auch externe Investoren. Aktuell gibt es hier tatsächlich jede Menge Interessenten. Deshalb sind wir jetzt auf der Suche nach dem richtigen Partner für diesen gemeinsamen weiteren Weg. Wichtig für uns ist hier, dass ein potenzieller externer Partner Citos Wachstumsstrategie fördert und mit zusätzlich passender Expertise unterstützt. Wir gehen dafür jetzt in persönliche Gespräche, um potenzielle Investoren und ihre Ideen besser kennenzulernen.
Der Markt für zeitkritische Transporte in Deutschland ist etwa 5 Milliarden Euro schwer. Spannender dürften aber Asien und die USA sein. Schauen Sie auch schon in diese Richtung?
Krause: Gestartet sind wir in Deutschland, Europa ist daher natürlich vorerst naheliegend. Weitere Ausbaustufen sind angedacht. Wir wollen und müssen aber Schritt für Schritt denken. Deshalb ist für uns jetzt erst einmal Wachstum mit externen Partnern wichtig. Der nächste Schritt könnte dann die Internationalisierung bedeuten.
Stock: Technisch ist die Cito-Plattform skalierbar. Zunächst liegt unser Fokus jedoch auf Deutschland und hier zu wachsen. Uns ist es vor allem wichtig, die Balance zu halten. Das heißt, die Zahl der Transportpartner und die der Kunden muss immer gleichzeitig wachsen. Keine Seite darf dominieren, sonst funktioniert das Geschäftsmodell nicht. Wenn wir das sichergestellt haben, dann können wir dank der Skalierbarkeit des Produktes recht schnell auch internationale Anfragen, beispielsweise aus den USA, annehmen und anfangen dort ein Netzwerk aus kooperierenden Fahrern aufzubauen.
Stand: 08.12.2025
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Die erhobenen Daten sind hoch interessant. Wer hat die Hoheit: Cito oder Volkswagen Nutzfahrzeuge?
Krause: Die Daten liegen klar bei Cito. Es ist ein eigenständiges Unternehmen. Und das ist auch gut so. Wir ziehen unsere Daten aus unseren Fahrzeugen – natürlich mit Einverständnis der Nutzer – und wollen das auch nicht vermischen. Cito ist ein Stand-alone-Business.
Cito nimmt eine erfreuliche Wachstumskurve. Aktuell liegt der Fokus auf Kurier- und Direktfahrten. Wann kommen Tourenfahrten etc. dazu?
Stock: Tourenfahrten sind ein weiterer wichtiger Aspekt auf dem TaaS-Markt. Wir arbeiten aktuell daran, den optimalen Prozess hierfür zu finden und somit das Angebot für unsere Transportpartner noch einmal aufzubauen und zu verbessern. Durch unseren engen Austausch mit den Partnern wissen wir aber, dass andere Themen und Funktionen für sie Vorrang hatten, wie beispielsweise die Fotofunktion. Auch die Vermittlung von Tourenfahrten ist für das nächste Jahr geplant.
Gibt es schon Nachahmer auf dem Markt?
Stock: Wir haben es natürlich auf dem Radar und wollen uns deshalb schnell weiterentwickeln. In Deutschland sehen wir jedoch derzeit noch keine Nachahmer. Unser System ist vor allem deshalb einzigartig, weil wir Features integrieren, die nicht so einfach kopierbar sind.