Batterietechnik Customcells muss Insolvenz anmelden

Von Stefanie Eckardt 2 min Lesedauer

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Leider hatte die Insolvenz des deutschen eVTOL-Herstellers Lilium auch weitreichende Konsequenzen für den 2012 gegründeten Batteriezellen-Entwickler Customcells. Durch die Pleite seines größten Kunden geriet das Unternehmen in finanzielle Schieflage und muss nun Insolvenz anmelden.

Customcells hat einen Insolvenzantrag gestellt. Die Pleite seines größten Kunden Lilium hat auch dem Batteriezellenhersteller den finanziellen Boden unter den Füßen weggezogen.(Bild:  Customcells)
Customcells hat einen Insolvenzantrag gestellt. Die Pleite seines größten Kunden Lilium hat auch dem Batteriezellenhersteller den finanziellen Boden unter den Füßen weggezogen.
(Bild: Customcells)

Das als Ausgründung aus der Fraunhofer-Gesellschaft entstandene Unternehmen CustomCells hat einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens für die wesentlichen operativen Einheiten der Gruppe in Itzehoe und Tübingen gestellt. Hier beschäftigt das Unternehmen mehr als 200 Mitarbeiter. Noch 2022 konnte der Hersteller anwendungsspezifischer Batteriezellen sein zehnjähriges Jubiläum feiern, dessen Produkte Anwendungen auf der Straße, in der Luft sowie auf und unter dem Wasser fanden. „Mit Zugriff auf 14 industrialisierte Elektrodentechnologien, auf über 250 Rohmaterialien auf Lager und auf eine mit modernsten Elektroden- und Zellfertigungsmaschinen ausgestatte Fertigung“ konnte Customcells Zeichen setzen, wie es damals Seitens des Unternehmens hieß. Nun sieht es leider anders aus.

Zahlungsverzug von Lilium konnte nicht aufgefangen werden

Die finanziellen Schwierigkeiten von CustomCells sind vor allem Folgen der Insolvenz und dem Zahlungsverzug des größten Kunden Lilium. Offene Forderungen in zweistelliger Millionenhöhe blieben unbezahlt und konnten nicht mehr aufgefangen werden. Trotz einer vielversprechenden Geschäftsentwicklung gelang es nicht, rechtzeitig neue Investoren mit ausreichendem Kapital zu gewinnen, um diese Verluste auszugleichen, was zum Teil auf das derzeitige schwierige makroökonomische Umfeld zurückzuführen ist. Die angespannte Lage anderer Unternehmen der Batterieindustrie erhöhte den Druck zusätzlich. Die Bemühungen, die Insolvenz durch Unterstützung von Landes-, Bundes- und EU-Institutionen zu vermeiden, blieben erfolglos.

Wie geht es weiter?

Als vorläufiger Insolvenzverwalter der operativen Gesellschaften wurde Rechtsanwalt Dr. Malte bestellt und dieser ist bereits tätig geworden. Die Mitarbeiter wurden im Rahmen einer Betriebsversammlung über den Insolvenzantrag und die nächsten Schritte im vorläufigen Verfahren informiert. Der Geschäftsbetrieb von CustomCells wird vorerst weitergeführt. Die Löhne und Gehälter der Mitarbeiter sind bis Juni 2025 gesichert. Parallel zur Stabilisierung des laufenden Betriebs laufen die Vorbereitungen für die Wiederaufnahme des Investorensuchprozesses. „Diese Entscheidung haben wir uns nicht leicht gemacht“, unterstrich Dr. Dirk Abendroth, CEO von CustomCells. „Trotz unserer größten Anstrengungen, hervorragender Produkte und einer starken Geschäftsentwicklung sind wir aufgrund externer Faktoren, die außerhalb unserer Kontrolle liegen, zu diesem Schritt gezwungen. Unser Fokus liegt nun darauf, den Betrieb so gut wie möglich aufrechtzuerhalten und einen gangbaren Weg für die Zukunft des Unternehmens zu finden. Wir bedanken uns bei unseren Mitarbeitern, Kunden, Investoren und Partnern für ihr Vertrauen und ihre Unterstützung in dieser schwierigen Zeit.“ (se)

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