Die weltweite Batterie-Nachfrage wird sich Experten zufolge bis 2030 auf bis zu 4,6 Terawattstunden verdreifachen – bis 2040 soll sich dieser Wert verdoppeln. Um Abhängigkeiten von asiatischen insbesondere chinesischen Herstellern zu reduzieren, wollte man in Europa eigene Kapazitäten hochziehen. Doch der Markt ist schwierig.
Das Marktumfeld für europäische Batteriehersteller ist herausfordernd. Nach der Northvolt-Pleite musste Ende April 2025 Customcells einen Insolvenzantrag stellen. Auch Porsche stellt seine Batterieaktivitäten rund um seine Tochter Cellforce neu auf.
(Bild: frei lizensiert bei Pixabay)
Northvolt sollte die Antwort auf die dominierenden Batterieherstellern aus China und Südkorea werden. Man wollte eine eigene europäische, skalierbare Produktion von Lithium-Ionen-Zellen entwickeln, um die Abhängigkeiten von CATL, BYD, LG Chem und Co zu minimeren. Doch Northvolt schlitterte im März in den endgültigen Bankrott. Leider blieb das schwedische Unternehmen kein Einzelfall. Ende April hat nun Customscell einen Insolvenzantrag stellen müssen . Das 2012 als Ausgründung aus der Fraunhofer-Gesellschaft entstandene Unternehmen Customcells hat einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens für die wesentlichen operativen Einheiten der Gruppe in Itzehoe und Tübingen gestellt. Hier beschäftigt das Unternehmen mehr als 200 Mitarbeiter. Die finanziellen Schwierigkeiten von CustomCells sind vor allem Folgen der Insolvenz und dem Zahlungsverzug des größten Kunden Lilium. Offene Forderungen in zweistelliger Millionenhöhe blieben unbezahlt und konnten nicht mehr aufgefangen werden. Trotz einer vielversprechenden Geschäftsentwicklung gelang es nicht, rechtzeitig neue Investoren mit ausreichendem Kapital zu gewinnen, um diese Verluste auszugleichen, was zum Teil auf das derzeitige schwierige makroökonomische Umfeld zurückzuführen ist. Die angespannte Lage anderer Unternehmen der Batterieindustrie erhöhte den Druck zusätzlich. Die Bemühungen, die Insolvenz durch Unterstützung von Landes-, Bundes- und EU-Institutionen zu vermeiden, blieben erfolglos.
Auch die Porsche-Tochter Cellforce hat zu kämpfen. Schwierige geopolitische Rahmenbedingungen zum einen und zum anderen ein langsamerer Hochlauf der Elektromobilität in Deutschland als erwartet, bringen viele Herausforderungen für Automobilindustrie mit sich. So auch für Sportwagenhersteller Porsche. Das Unternehmen hat daher eine strategische Neuaufstellung seiner Batterieaktivitäten beschlossen. Die Auswirkungen betreffen insbesondere Cellforce. Die bisherigen Pläne zum Ausbau der Produktion von Hochleistungsbatterien durch die Porsche-Tochter sollen nach Unternehmensaussagen nicht eigenständig weiterverfolgt werden. Dadurch und aufgrund von Belastungen aus weiteren Batterieaktivitäten erhöht sich der Umfang der Sonderaufwendungen insgesamt im Geschäftsjahr 2025 ergebniswirksam von 0,8 auf 1,3 Milliarden Euro.
Während die einen zu mit Widrigkeiten kämpfen, hat Nutzfahrzeughersteller MAN Truck & Bus offiziell seine neue Batterieproduktion in Betrieb genommen. Im feierlichen Rahmen haben in Nürnberg Staatsminister Hubert Aiwanger, MAN-Vorstand für Produktion und Logistik Michael Kobriger, MAN-Vorstandsvorsitzender Alexander Vlaskamp, der Bayerische Ministerpräsident Dr. Markus Söder, der Betriebsratsvorsitzende am Standort Nürnberg Markus Wansch und Dr. Frederik Zohm, MAN-Vorstand für Forschung und Entwicklung den Startschuss für die Batterie-Serienproduktion gegeben, in die rund 100 Millionen Euro flossen. Dabei kündigte der Nutzfahrzeughersteller an, dass man in den kommenden Jahren weitere 150 Millionen Euro in den Kompetenzaufbau Batterietechnologie investieren wolle. Heißt, das Unternehmen will bei neuen Batterien neben den Packs auch die Module in der fränkischen Metropole fertigen.
Mit den geplanten 150 Millionen Euro soll in den Bereichen Batteriemontage, Zellchemie und alterung sowie Batteriesicherheit geforscht werden. Insgesamt werden durch die Investitionen in Nürnberg rund 400 Arbeitsplätze gesichert und die Transformation des Standorts vorangetrieben. Die nun in der Batterieproduktion tätigen Mitarbeiter hatten zuvor ihre Beschäftigungsfelder in der Motorenmontage, Gießerei oder Logistik.
Am Standort werden Batteriepacks in drei Formfaktoren hergestellt. Ein flacher Formfaktor kommt im batterie-elektrischen Stadtbus Lion’s City E zum Einsatz. Zwei weitere Formate finden Anwendung in den eTrucks MAN eTGL, MAN eTGS und MAN eTGX mit Gesamtgewichten von 12 bis 50 Tonnen. Der Start der Serienproduktion der beiden elektrisch angetriebenen Nutzfahrzeuge in München ist für Juni dieses Jahres geplant. Derzeit können 50.000 Batteriepacks pro Jahr in Nürnberg produziert werden. Man hat allerdings das neue Gebäude so ausgelegt, dass sich hier 100.000 Einheiten pro Jahr fertigen lassen. Bei wachsender Nachfrage nach batterie-elektrischen Fahrzeugen kann somit schnell auch die Batterieproduktion gesteigert werden.
Erfolgreiche Messe
Im April fanden auch mit der Hannover Messe, bauma, Mäiländer Design-Woche und Auto Shanghai vier für die Mobilität relevante Messen statt. Insbesondere die bauma ließ die Augen von Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter strahlen. Er zog den Vergleich zum größten Volksfest der Welt: „Die bauma ist die Wiesn der Baubranche“. Die bayerische Landeshauptstadt profitierte dementsprechend von mehr als 600.000 Besuchern und 3.601 Aussteller aus 57 Nationen. Diese zeigten ihre Produkte und Lösungen auf einer Hallenfläche von 200.000 m 2und einer Freifläche von 414.000 m2. Im Mittelpunkt standen Trendthemen wie CO₂-Reduktion und alternative Antriebe sowie Autonomie. Nachfolgend stellt einige wenige Highlights vor, denn leider reichten Zeit und Manpower nicht aus, um die gesamte Messe abzugehen. (se)
Stand: 08.12.2025
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