Schwebebahn Chinas erster Skytrain fährt völlig autonom

Von Henrik Bork 3 min Lesedauer

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In Wuhan ist seit Ende September eine Schwebe-Monorail im Einsatz. Der Hersteller CRRC hofft auf breiten Anklang für diese autonome Verkehrsalternative.

In Deutschland kennt man Schwebebahnen vor allem aus Wuppertal (s. Bild). In China kommt nun ein autonomer Skytrain in Wuhan zum Einsatz. (Bild:  Stadtwerke Wuppertal)
In Deutschland kennt man Schwebebahnen vor allem aus Wuppertal (s. Bild). In China kommt nun ein autonomer Skytrain in Wuhan zum Einsatz.
(Bild: Stadtwerke Wuppertal)

Die Wuppertaler Schwebebahn hat eine neue Schwester. Seit Ende September können Passagiere im chinesischen Wuhan mit dem “Optics-Valley-Photon-Skytrain“ fahren, beziehungsweise durch die Luft schweben.

Seit am 26. September der Ticketverkauf begonnen hat, ist die neue Bahn Chinas erste kommerzielle, in der Luft von einer Schiene getragene Monorail. Sie wurde sofort zu einem Hit auf den sozialen Medien. Monorails kennt man in der Volksrepublik zwar schon, eine Schwebebahn dagegen ist etwas Neues.

Manche der ersten Passagiere hatten etwas Angst davor, über die Panorama-Fenster auf dem Boden der Waggons zu laufen, durch die man die Parks, Seen und Häuser der „Innovations-Demonstrations-Zone“ in Wuhan sehen kann. „Extrem cool,“ sagte Li Zhengying, eine der erste Passagiere, einem chinesischen Journalisten.

Man fragt sich, welche Kommentare wohl zu hören waren, als im Jahr 1901 die Wuppertaler Schwebebahn den Betrieb aufgenommen hat. Selbst der Pariser Eiffelturm war damals ja extrem umstritten. Leider gab es da in Wuppertal noch kein Internet und auch keine sozialen Medien. Auch nicht, als 1970 Japans erste Schwebebahn-Strecke eröffnet wurde, die „Shonan Monorail Enoshima Line“.

Fahrerlos unterwegs

Anders als ihre älteren Vorgänger in Wuppertal und Enoshima fährt der neue Skytrain in China fahrerlos. Das komplette System, vom Fahrbetrieb über das Bremsen in den an den sechs Haltestellen bis hin zum Öffnen und Schließen der Türen funktioniert vollautomatisch. Menschliches Personal werde nur noch im Falle einer Störung gebraucht, hieß es.

Ähnlich wie ihre deutschen und japanischen Schwestern ist die neue Schwebebahn in Wuhan auf dem Weg, vor allem zu einer Touristenattraktion zu werden. Als solche ist sie auch von der „Optics Valley Traffic Company“ konzipiert worden, die sie betreibt. Rechtzeitig zur Eröffnung der Bahn ist man mit der Begrünung sämtlicher Hügel entlang der Strecke fertig geworden.

Der Hersteller, die „China Railway Rolling Stock Corporation“, besser bekannt unter dem Kürzel CRRC, hofft allerdings auch auf künftige Bestellungen aus Stadtzentren. Ein Vorteil von Schwebebahnen ist, dass sie relativ platzsparend in dicht besiedelte Gebieten genutzt werden können.

Die Schwebebahn sei eine „neue Option für den urbanen öffentlichen Nahverkehr“, kommentierte die Zeitung China Daily das Debüt des schwebenden Zuges in Wuhan.

Weniger Passagiere beförderbar

Ein unumstrittener Nachteil von Schwebebahnen ist die im Vergleich zu ebenerdig fahrenden Monorails relativ geringe Zahl von Passagieren, die befördert werden können. Die zwei Wagen in Wuhan können momentan 220 Personen aufnehmen. Das Anhängen weiterer Waggons soll aber möglich sein.

Ein weiterer Nachteil ist, dass schwebende Waggons bei Unfällen auch herunterfallen können. In Wuhan ist so etwas seit den ersten Testfahrten im Mai zum Glück noch nicht passiert. In Wuppertal erinnert man sich aber noch an den schweren Unfall im April 1999, als die dortige Schwebebahn zehn Meter tief in die Wupper stürzte, wobei fünf Menschen ums Leben kamen und 47 verletzt wurden.

In China ist man allerdings viel zu begeistert von moderner Technologie, um sich von solchen Rückschlägen in fernen Ländern aufhalten zu lassen. Eine Fahrt mit der neuen Bahn sei „eine surreale Erfahrung”, vergleichbar einer Beförderung „in einem futuristischen Fahrzeug aus einem Science-Fiction-Film“, schreibt die China Daily.

Der ganze Zug sieht mit seinem blau-schwarzen, aerodynamischen Design und den großen Panoramafenstern in der Tat recht futuristisch aus. Auch die Bezahlung funktioniert ohne klassischen Ticketverkauf. Passagiere müssen nur noch für ihr Gesicht scannen lassen und haben somit bezahlt.

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