Elektromobilität Bis 2027: Herstellung von mehr als 2.000 Tonnen recycelten Graphit geplant

Von Stefanie Eckardt 2 min Lesedauer

Das Recycling-Start-Up Tozero hat einen Batteriezellentest mit 100 Prozent recyceltem Graphit abgeschlossen. Damit konnte das Münchner Unternehmen zeigen, dass sich recyceltes Graphit als Anodenmaterial für Lithium-Ionen-Batterien eignet – ein Durchbruch im Batterierecycling. Man plant nun bis 2027 mehr als 2.000 Tonnen recyceltes Graphit herzustellen und die Produktion bis 2030 auf 10.000 Tonnen aufzustocken.

Tozero will in den kommenden Jahren im großen Umfang recyceltes Graphit für die Batterieindustrie produzieren.(Bild:  Tozero)
Tozero will in den kommenden Jahren im großen Umfang recyceltes Graphit für die Batterieindustrie produzieren.
(Bild: Tozero)

Die zunehmende Nachfrage nach Elektrofahrzeugen führt zu einem wachsenden Bedarf an Energiespeichern. Damit rücken auch wichtige Batteriematerialien in den Fokus, wie Graphit. Allein in der Europäischen Union dürfte die Graphitnachfrage bis 2040 um das 20- bis 25-fache des derzeitigen Niveaus ansteigen.

Abhängigkeiten von China

Derzeit werden allerdings 98 Prozent des europäischen Graphits importiert, wobei China mehr als 90 Prozent des weltweiten Angebots kontrolliert. Diese Abhängigkeit macht Batteriehersteller anfällig für Handelsbeschränkungen und Unterbrechungen der Lieferkette. Bis zum Jahr 2030 müssen weltweit noch fast 800.000 Tonnen Graphit geliefert werden. Hinzu kommt, dass Graphit allein bis zu 40 Prozent des gesamten Kohlenstoff-Fußabdrucks einer Batterie ausmacht, wobei der Abbau von Naturgraphit nach wie vor mit hohen Umweltkosten verbunden ist und zu Abholzung, Wasserverschmutzung und hohen Kohlenstoffemissionen beiträgt.

Neue Chance: Recyceltes Graphit

Bei der Bewältigung dieser Herausforderungen kommt recyceltes Graphit ins Spiel. Das hilft zum einen, die Lieferkette zu sichern, und zum anderen neue Vorschriften wie die EU-Batterierichtlinie und das europäische Gesetz über kritische Rohstoffe einzuhalten. Aus diesem Grund ist die Skalierung von hochwertigem, für Batterien geeignetem Recycling-Graphit unerlässlich, um die Abhängigkeit von Importen zu verringern, Emissionen zu reduzieren und eine stabile, zirkuläre Lieferkette für die Zukunft der sauberen Energie zu sichern.

Allerdings gibt es ein Manko bei herkömmlicher Recyclingmethoden: Graphit wird in der Regel verbrannt oder geht aufgrund der Verwendung starker Säuren in Abfallströmen verloren. Das verhindert eine effiziente Rückgewinnung. Das Münchner Start-Up Tozero hat nun ein Verfahren entwickelt, mit dem sich mehr als 80 Prozent des Graphits zurückgewinnen lassen, während seine morphologische Integrität im industriellen Maßstab erhalten bleibt. Dank dieses Durchbruchs kann man das Material wieder auf Batteriequalität aufbereiten. Der absolvierte Zelltest zeigt eine vergleichbare Leistung wie eine Batteriezelle, die aus neuem Graphit hergestellt wurde.

Kreislauffähigkeit von Batteriematerialien gewährleisten

Damit verdeutlichte das Start-Up das Potenzial, recyceltes Graphit in die globalen Lieferketten zu integrieren, die Kohlenstoffemissionen zu reduzieren, den Übergang zur Elektrizität zu beschleunigen und die echte Kreislauffähigkeit von Batteriematerialien zu gewährleisten. „Das ist ein Meilenstein nicht nur für Tozero, sondern für die gesamte europäische Batterieindustrie“, betont Sarah Fleischer, Mitbegründerin und CEO von tozero und erklärt: „Wir haben bereits gesehen, dass unser recyceltes Lithium erfolgreich in die europäische Lieferkette zurückgekehrt ist, und jetzt beweisen wir dasselbe für Graphit. Obwohl Graphit für die Stabilität von Batterien unverzichtbar ist, wird er beim Recycling oft übersehen. Er wird weitgehend als nicht verwertbar angesehen, obwohl er noch kritischer und geopolitisch gefährdeter ist als Lithium. Mit unserer FOAK-Anlage, die auf dem richtigen Weg ist, können wir noch mehr kritische Materialien zurückgewinnen und Unternehmen auf der ganzen Welt bei der Dekarbonisierung, der Sicherung lokaler Lieferketten und dem Übergang zu einer echten Kreislaufwirtschaft helfen, indem wir den Abfall von Lithium-Ionen-Batterien auf Null bringen.“  (se)

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