Autonomes Fahren ZF vergibt Lizenz für Produktion und Vertrieb autonomer Shuttles

Von Thomas Günnel 2 min Lesedauer

Oceaneering darf autonome Shuttles der dritten Generation von ZF in Lizenz fertigen und vertreiben. Die Busse sind bereits im täglichen Einsatz unterwegs – in Deutschland sollen sie nächstes Jahr fahren.

Die autonomen Shuttles von ZF und „2getthere“ sind bereits in Gewerbegebieten, Häfen und Flughäfen unterwegs.(Bild:  ZF Group)
Die autonomen Shuttles von ZF und „2getthere“ sind bereits in Gewerbegebieten, Häfen und Flughäfen unterwegs.
(Bild: ZF Group)

ZF Friedrichshafen vergibt eine Lizenz für die Produktion seines autonomen Shuttles der dritten Generation an Oceaneering. Das Unternehmen wird die Shuttles außerdem exklusiv vertreiben. In den kommenden Jahren soll „eine vierstellige Zahl“ der Shuttles an Kunden in Nordamerika und Europa geliefert werden. ZF bezeichnet die Shuttles als Group Rapid Transport-Shuttles, GRT. Sie eignen sich für den Einsatz auf abgetrennten Fahrspuren.

Die GRT-Shuttles transportieren Menschen auf abgetrennten Fahrspuren. Die dritte Generation des GRT, um die es in der Vereinbarung geht, setzt der Zulieferer unter anderem in Rotterdam seit dem Jahr 2022 ein. Dort verbindet das Shuttle die U-Bahn-Station Kralingse Zoom in Rotterdam mit dem Gewerbegebiet Rivium in der Stadt Capelle aan den IJssel.

Der Kleinbus fährt dort laut des Mobilitätsanbieters Transdev von Montag bis Freitag zwischen 6 und 21 Uhr eine feste, 1,8 Kilometer lange Route. Zur Hauptverkehrszeit können Passagiere alle 2,5 Minuten ein Shuttle nutzen. In den Nebenzeiten verkehrt das Shuttle auf Abruf. Seit dem Jahr 2018 besteht die Flotte aus sechs Bussen.

Ab 2024 in Deutschland im Reallabor

Das Shuttle der dritten Generation kann je nach Konfiguration bis zu 22 Personen befördern. Möglich sind 8 Sitz- und 14 Stehplätze oder 12 Sitz- und 6 Stehplätze. Die Busse fahren bis zu 50 Kilometer weit. Das Laden von 30 auf 80 Prozent soll nach circa elf Minuten erledigt sein; dafür sind Ladepads in die Fahrbahnoberfläche integriert. Die Busse schaffen laut Hersteller bis zu 60 Kilometer pro Stunde.

In Deutschland sollen ab Frühjahr 2024 autonome Shuttles von ZF in einem sogenannten Reallabor unterwegs sein: Im baden-württembergischen Projekts „RABus“ sollen die Busse in Mannheim und Friedrichshafen im Testbetrieb fahren. Das Ziel: „Ein weitestgehend wirtschaftlicher ÖPNV-Betrieb mit elektrifizierten und automatisierten Fahrzeugen in den beiden Städten bis Ende 2024.“ Rabus steht für „Reallabor für automatisierten Busbetrieb im ÖPNV in Stadt und Land“.

Shuttle-Generation vier für Mischverkehr

Parallel entwickeln ZF und „2getthere“ die vierte Generation ihrer Shuttles. Diese wird laut eines Unternehmenssprechers von ZF die dritte Shuttle-Generation nicht ablösen, sondern ergänzen: Sie eignet sich nach Level 4 für den urbanen Mischverkehr.

Dass Shuttles für getrennte Fahrspuren weiterhin sinnvoll sind, hat laut des Sprechers einen simplen Grund: „Wir wollen dem staubehafteten Mischverkehr nicht einen autonomen weiteren Stauteilnehmer hinzufügen. Autonome Shuttles auf getrennten Fahrspuren sind unabhängig davon unterwegs.“

Der amerikanische Dienstleister Oceaneering arbeitet bei Design und Entwicklung von automatisierten Shuttles seit mehr als 30 Jahren mit der ZF-Tochter 2getthere zusammen. Die Unternehmen entwickelten zuvor automatisierte Fahrzeuge für Vergnügungs- und Themenparks.

(ID:49739588)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung