Elektromobilität ZF definiert Maßnahmen zur Restrukturierung der Division E

Von Stefanie Eckardt 3 min Lesedauer

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ZF will die angeschlagene Division E aus eigener Kraft restrukturieren. Gemeinsam hat das Unternehmen mit Betriebsrat und IG Metall ein Maßnahmepaket erarbeitet, dass harte Maßnahmen wie Stellenabbau und Arbeitszeitabsenkung vorsieht. Durch diese Maßnahmen sowie der Weiterentwicklung des Produktportfolios und Teilpartnerschaften will man den „Ball im Spiel halten“.

ZF und die Arbeitnehmervertretung haben sich auf ein Bündnis zur Neuaufstellung der Division Elektrifizierte Antriebstechnologien geeinigt, das Achim Dietrich, Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats von ZF, Dr. Lea Corzilius, Personalvorständin und Arbeitsdirektorin von ZF, Helene Sommer, Erste Bevollmächtigte der IG Metall Friedrichshafen-Oberschwaben und Mathias Miedreich, Vorstandsvorsitzender von ZF (vlnr.) der Presse am 01.10.2025 vorstellten.(Bild:  ZF | Screenshot Stefanie Eckardt)
ZF und die Arbeitnehmervertretung haben sich auf ein Bündnis zur Neuaufstellung der Division Elektrifizierte Antriebstechnologien geeinigt, das Achim Dietrich, Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats von ZF, Dr. Lea Corzilius, Personalvorständin und Arbeitsdirektorin von ZF, Helene Sommer, Erste Bevollmächtigte der IG Metall Friedrichshafen-Oberschwaben und Mathias Miedreich, Vorstandsvorsitzender von ZF (vlnr.) der Presse am 01.10.2025 vorstellten.
(Bild: ZF | Screenshot Stefanie Eckardt)

ZF hat beschlossen, die Division E aus eigener Kraft zu restrukturieren. Diese beschäftigt weltweit knapp 30.000 Mitarbeiter; etwa zwei Drittel davon sind in Deutschland tätig. Das Unternehmen hat sich zusammen mit dem Gesamtbetriebsrat und der der IG Metall auf ein Maßnahmenpaket geeinigt, das die Wettbewerbsfähigkeit der Division stärken soll. Das will man durch eine Neustrukturierung des Produktprogramms und Teilpartnerschaften, aber auch den Stellenabbau von 7.600 Beschäftigten bis 2030, Arbeitszeitabsenkungen sowie tarifliche und betriebliche Kostensenkungen erreichen.

Produktangebot straffen

Eine Ausgliederung der gesamten Division E wird also nicht mehr angestrebt, wie der Konzern in einer kurzfristig am 01.10.2025 einberufenen Pressekonferenz bestätigte. Stattdessen will man die Wettbewerbsfähigkeit der Bestandsprodukte erhöhen. Im ersten Schritt wird das bestehende Produktangebot fokussiert und weiterentwickelt. Heißt konkret: Entwicklungstätigkeiten in den Produktgruppen On-Board Charger, Gleichspannungsrichter und elektrische Starrachsen (eBeam) stellt ZF ein. Gleichzeitig treibt der Zulieferer die Entwicklung zukunftsfähiger Produkte wie dem Thermomanagementsystem TherMaS oder dem Plug-in-Hybridgetriebe 8HP evo voran. Darüber hinaus bewertet man den Zukauf von Elektromotoren und Invertern.

Strukturierungsmaßnahmen für die ZF Division E(Bild:  ZF | Screenshot Stefanie Eckardt)
Strukturierungsmaßnahmen für die ZF Division E
(Bild: ZF | Screenshot Stefanie Eckardt)

Als weitere wichtige Maßnahme sollen Ökosystem-Partnerschaften für Teilbereiche der Division Innovations- und Wachstumsimpulse geben. „Partnerschaften sind ein wesentlicher Schlüssel, um die Umwälzungen der Branche auf mehreren Schultern zu verteilen“, erklärt Mathias Miedreich, neuer Vorstandsvorsitzender von ZF und betont: „Wir haben als ZF viel zu geben – unsere Technologien und unser Mitarbeiter-Know-how – von daher suchen wir einen Partner, der zu uns passt. Das dauert eine Zeit. Aber wir werden uns die Zeit nehmen, die es braucht.“

Auswirkungen auf die Arbeitnehmer

Doch der Weg der Restrukturierung ist auch gepflastert mit schwerwiegenden Entscheidungen für die Beschäftigten: „Uns ist bewusst, dass der Weg dorthin mit harten Einschnitten für unsere Mitarbeitenden einhergeht“, so Miedreich. Barbara Resch, Bezirksleiterin der IG Metall Baden-Württemberg und stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende von ZF ergänzt: „Mit diesem Bündnis ist es uns gelungen, eine klare Perspektive zu schaffen. Als Arbeitnehmerseite haben wir Zugeständnisse gemacht, das stimmt. Dafür erwarten wir jetzt, dass ZF als Beschäftigungsmotor und Garant für gute Arbeitsbedingungen zukunftsfest aufgestellt wird. Daran werden wir ZF messen.“

Ein besonderer Fokus liegt darauf, den notwendigen Stellenabbau über ein Paket an Personalinstrumenten zu erreichen. In den Mittelpunkt rückt zunächst der in den nächsten drei Jahren unmittelbar anstehende Abbau, der sich in dem 2024 veröffentlichten Korridor bewegt. Neben bisherigen Angeboten wie Altersteilzeit startet ein Abfindungsprogramm, ergänzt durch Qualifizierungs- und Transfermaßnahmen. Betriebsbedingte Kündigungen sind nicht geplant, man möchte sie nach Möglichkeit vermeiden. Allerdings lassen sie sich zum jetzigen Zeit auch nicht hundertprozentig kategorisch ausschließen.

Tarifliche und betriebliche Anpassungen

Im Zuge der Verhandlungen wurden unternehmensweite Maßnahmen zu sofort wirksamen Kosteneinsparungen vereinbart. Sie treten nach erfolgter Zustimmung der zuständigen gewerkschaftlichen Gremien in Kraft. So soll unter anderem die für April 2026 vorgesehene tarifliche Entgelterhöhung von 3,1 Prozent auf Oktober 2026 verschoben werden; für außertariflich Beschäftigte entfällt die jährliche Entgeltüberprüfung. Weiterhin werden tarifliche Bausteine in freie Zeit gewandelt oder aber entfallen in den kommenden Jahren. Für die Beschäftigten der Division E in Deutschland sowie an den Standorten Schweinfurt und Friedrichshafen im Betrieb Z, also Verwaltung sowie Forschung und Entwicklung, wird die wöchentliche Arbeitszeit bis Ende 2027 um in der Regel rund 7 Prozent reduziert. (se)

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