Industriesparte betroffen Erneute Verkäufe bei Northvolt

Von Dipl.-Ing. (FH) Michael Richter 2 min Lesedauer

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Nachdem Northvolt schon Gläubigerschutz in den USA beantragt hat und einen Stellenabbau angekündigt hat, wird nun die Industriesparte veräußert. So soll langfristig sichergestellt werden, dass der Fokus auf der Entwicklung und Produktion von Batteriezellen liegt.

Die betroffene Sparte, Northvolt Systems Industrial, wurde 2018 gegründet und beschäftigt etwa 300 Mitarbeiter(Bild:  Northvolt)
Die betroffene Sparte, Northvolt Systems Industrial, wurde 2018 gegründet und beschäftigt etwa 300 Mitarbeiter
(Bild: Northvolt)

Northvolt kündigt an, dass eine bedeutende Industriegruppe die Industrielle Sparte von Northvolt Systems übernehmen möchte. Diese Geschäftseinheit spezialisiert sich auf die Entwicklung und Produktion von Batteriesystemen für industrielle Anwendungen. Darunter befinden sich Batterien für Branchen wie Bauwesen, Bergbau, Landwirtschaft und kommunale Dienstleistungen. Der Verkauf dieser Sparte ist ein strategischer Schritt von Northvolt, um sich stärker auf die Kernproduktion von Batteriezellen zu fokussieren. Zuletzt war Northvolt wegen der Beantragung von Gläubigerschutz in den USA und dem Stellenabbau. Zudem wurden die Expansionspläne gestoppt.

Die betroffene Einheit, Northvolt Systems Industrial, wurde 2018 gegründet und beschäftigt etwa 300 Mitarbeiter. Die Produktionsstätten befinden sich in Stockholm, Schweden. Dort befindet sich die Entwicklungsabteilung und ein Prototypenwerk. Außerdem gibt es im polnischen Gdańsk noch eine größere Fertigungsanlage. Die Sparte liefert Batteriesysteme an namhafte Unternehmen wie Epiroc, Konecranes und Dynell, die in Bereichen wie Maschinenbau und industrielle Elektrifizierung tätig sind.

Hintergrund der Entscheidung

Northvolt hatte in den vergangenen Jahren ambitionierte Pläne für die Produktion von Batteriezellen und -systemen verfolgt und zahlreiche Großaufträge. Namhafte Automobilhersteller wollten sich mit den Zellen einen Marktvorteil sichern. Doch trotz hoher Nachfrage sah sich das Unternehmen mit finanziellen Herausforderungen konfrontiert. Produktionsverzögerungen und Schwierigkeiten bei der Kapitalbeschaffung führten dazu, dass Northvolt eine strategische Neuausrichtung vornehmen musste. In diesem Zusammenhang wurden bereits verschiedene Unternehmensbereiche verkauft. So wurde zum Beispiel ein Teil an Norsk Hydro und Volvo Cars verkauft.

Der Verkauf der Northvolt Systems Industrial Division reiht sich in diese Umstrukturierungsmaßnahmen ein. Ziel des Unternehmens ist es, die verfügbaren Ressourcen auf seine Hauptproduktion von Batteriezellen zu konzentrieren. Diese erfolgt in der Gigafactory in Skellefteå, Schweden (genannt Northvolt Ett). Sie gilt als eine der größten Produktionsstätten für Batteriezellen in Europa. Hier möchte Northvolt, die Fertigung weiter auszubauen. Nur so lässt sich die steigende Nachfrage nach leistungsfähigen und nachhaltigen Batterien weiterhin bedienen.

Auswirkungen des Verkaufs

Der Verkauf befindet sich noch im behördlichen Prüfungsprozess. Eine Genehmigung steht also noch aus. Man möchte jedoch gewährleisten, dass der Betrieb in der betroffenen Sparte ohne Unterbrechung fortgesetzt werden kann. Außerdem sind die für das Jahr 2025 erteilten Aufträge sicher und werden wie geplant ausgeführt. Für die Mitarbeiter wird der Verkauf voraussichtlich einen Übergang zu einem neuen Eigentümer bedeuten. Dieser könnte das Geschäftsfeld weiterentwickeln und ausbauen. Die finanziellen Details der Übernahme und der potenzielle Käufer sind bisher nicht bekannt gegeben worden.

Mit dieser Entscheidung möchte Northvolt seinen Fokus auf den Ausbau seiner Batteriezellenproduktion setzen. Währenddessen wird sich der neue Käufer um die Weiterentwicklung der industriellen Batteriesysteme kümmern. Branchenbeobachter sehen in diesem Schritt eine notwendige Anpassung von Northvolt, um langfristig als einer der führenden Batteriehersteller in Europa bestehen zu können.  (mr)

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