Unu-Interview

„Wir wollten den Tesla auf zwei Rädern bauen“

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In den unteren Leistungsklassen ist der E-Antrieb bei Rollern eine mittlerweile gute Alternative zum Verbrennungsmotor. Wird sich hier Elektro durchsetzen?

Ja. Tatsächlich kann man das schon jetzt sehen, wenn man sich die Zahlen in Europa anguckt. In Holland sind bereits über 20 Prozent der Neufahrzeuge elektrisch. In zwei bis drei Jahren werden es 50 Prozent sein.

Im 50ccm-Bereich hat ein Benziner keinen Vorteil mehr zum Elektroroller. Die Anschaffung ist ähnlich teuer, die laufenden Kosten des E-Rollers hingegen viel niedriger. Die Akkus sind relativ leicht und handlich und lassen sich überall an der Steckdose aufladen. Man kann ohne Emissionen zudem besser beschleunigen. Entsprechend setzt sich der E-Antrieb im 50er-Segment durch.

Im 125er-Segment und aufwärts passiert dies, wenn man die Zahlen anschaut, mit ein paar Jahren Verzögerung. Auch hier ist Elektro 2022 stark gewachsen, wenn auch auf niedrigem Niveau. Das Problem ist, dass bei höheren Geschwindigkeiten die Reichweiten stark abnehmen. Physische Wunder sind hier nicht möglich.

Doch dank technischer Entwicklungen im Batteriebereich werden auch hier immer bessere Ergebnisse erzielt und drängen immer schnellere Modelle mit größeren Reichweiten in den Markt. Entsprechend wird das Segment mit drei bis vier Jahren Verzögerung dem Trend der 50er-Klasse folgen.

Als Unu gegründet wurde, war die Verkehrswende in aller Munde. Smarte, saubere Mobilität, lebenswerte Städte – so die hoffnungsvolle Vision. Geändert hat sich in Deutschland bisher wenig. Glauben Sie noch an die Wende?

Mittlerweile blicken wir realistischer darauf. Vor 10 Jahren waren wir euphorisch. Damals haben wir geglaubt, in den nächsten 10 verändert sich mehr als in den vergangenen 50 Jahren. Das ist nicht wahr geworden. Das Schöne: Trotz der langsameren Geschwindigkeit der Verkehrswende ist sie sehr nachhaltig. Das sind Trends, die sich nicht mehr umkehren lassen.

Dementsprechend sehe ich, dass es längere Zeit braucht. Aber der Druck auf die Politik wird größer und die Politik agiert ja auch immer mehr. Im Städtebereich gibt es für Roller viele Fördermittel. National gibt es die THG-Quote. Die Förderung sorgt dafür, dass dieser Trend eine Größe erreicht und in den nächsten fünf Jahren den Rollermarkt fundamental verändern wird.

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