Vom 14. bis 20. Oktober 2024 öffnete der Mondial de l’Auto Paris auf dem Messegelände Porte de Versaille. Nach einer eher schwachen Veranstaltung 2022 und des diesjährigen Aus für den Genfer Autosalon, konnte man schon ein wenig Angst um die älteste Automobilausstellung der Welt haben. Doch Totgesagte leben bekanntlich länger.
Vom 14. bis 20. Oktober 2024 fand die 90. Edition der Pariser Motorshow, Mondial de l'Auto, statt.
(Bild: Stefanie Eckardt)
Man mag es fast nicht glauben, aber in diesem Jahr feierte der Mondial de l’Auto 126-jähriges Jubiläum: 1898 fand die erste Ausstellung statt. Um an der damaligen Veranstaltung teilnehmen zu können, mussten die Fahrzeuge eine 23 Kilometer lange Rundfahrt von Paris nach Versailles absolvieren, um ihre Zuverlässigkeit zu beweisen. Neben Verbrennungsmotoren waren auch damals schon Elektroautos zu sehen. Eine Mischung, die sich auch diesen Oktober bewährte. Nur chinesische Aussteller dürfte es 1898 noch nicht gegeben haben.
Das der Mondial de l’Auto eine der wichtigsten Messen in Frankreich ist, zeigten nicht nur die 508.000 Besucher, die reges Interesse an den Präsentationen der 158 Aussteller zeigten. Und zwar nicht nur Fachbesucher – manchmal hatte man den Eindruck auf dem Familien-Sonntagsausflug zu sein, wenn man Kleinkinder mit Eltern und Großeltern umrundete, ohne möglichst weitere Besucher zu touchieren. Auch Staatspräsident Emmanuel Macron gab sich die Ehre und ließ sich ausführlich die Ausstellungsstücke erklären. Zwar sind auch der Bundeskanzler oder die Bundeskanzlerin auf den deutschen Messen wie der IAA Mobility nicht nur gern gesehene Gäste, sondern eröffnen diese offiziell. Das die deutschen Aussteller dabei die Nationalhymne zum Besten gaben, ist mir aber noch nicht untergekommen. Und so schaute nicht nur ich bei Macrons Besuch einigermaßen verdutzt als plötzlich aus vielen Kehlen die Marseillaise erklang.
Auf dem Mondial dreht sich alles um die Liebe zum Auto – die Messe hat nicht den Anspruch Mobilität in den Mittelpunkt zu rücken. Und so waren Neuvorstellungen und Europapremieren im Fokus der Besucher, die mehrheitlich vier Räder besitzen.
Breit aufgestellt waren die französischen Automobilhersteller wie Stellantis. Peugeot präsentiert seine rein elektrischen Modelle. Der Peugeot E-4081 wurde als Weltpremiere präsentiert und vervollständigt nun eine Palette von zwölf Elektrofahrzeugen – neun Pkw und drei Nutzfahrzeuge. Gezeigt werden auch die Long-Range-Versionen von E-3008 und E-5008, die bis zu 700 bzw. 668 Kilometer Reichweite bieten. Auf dem Messestand präsentiert die Marke zwei wichtige technologische Innovationen: das Inception-Konzept und das Hypersquare-Lenkrad, begleitet von einem Simulator.
Citroën präsentiert ein komplett erneuertes Modellportfolio mit drei Weltpremieren in den wichtigsten Marktsegmenten Europas. Mit dem Ziel, in Europa erschwingliche Elektromobilität zu bieten, wurden der ë-C3 und der ë-C3 Aircross zum ersten Mal ausgestellt. Als Spezialist für Mikromobilität mit dem Ami, war der Auftritt von Citroën mit einem Ami Tower ausgestattet, um vier Jahre in Frankreich und vielen europäischen Märkten zu feiern.
Alfa Romeo, die italienische Stellantis-Tochter präsentierte auf dem Pariser Automobilsalon sein komplettes Modellprogramm und nahm die Besucher mit auf seine hundertjährige Geschichte. Im Rampenlicht standen u.a. der rein elektrisch angetriebene Alfa Romeo Junior Elettrica und der Alfa Romeo Junior Ibrida mit Hybrid-Technologie.
Mit Spannung wurde der Auftritt von Leapmotor erwartet. Hier feierte der neue B10 seine Weltpremiere, ein C-SUV mit dem das Untenehmen auf dem Weltmarkt antreten und wettbewerbsfähig sein will. Zudem wird erstmals der C16 auf einer europäischen Veranstaltung zu sehen sein. Am Stand wurden darüber hinaus der C10 präsentiert, ein voll ausgestattetes D-Segment-Elektro-SUV für Familien, sowie der T03, ein kompaktes und geräumiges A-Segment-Elektrofahrzeug, das sich für den Stadtverkehr eignet.
Die Expansions-Strategie von Leapmotor International, dem von Stellantis geführten 51:49-Joint Venture mit Leapmotor, schreitet nach eigenen Aussagen voran. Hauptziel ist die Steigerung des Absatzes außerhalb Chinas. Diese wichtigen Schritte auf dem gemeinsamen Weg wurden weniger als ein Jahr nach der Gründung des Gemeinschaftsunternehmens erreicht. Stellantis hat zudem 1,5 Milliarden Euro in den globalen Leapmotor Konzern investiert und rund 21 Prozent des Unternehmens erworben.
Mit sieben Weltpremieren und zwei Konzeptfahrzeugen feierte die Renault Group auf dem Mondial de l’Auto in Paris die Welt des Automobils. Auf den fünf Messeständen in Halle 6 präsentieren alle Marken der Gruppe – Renault, Dacia, Alpine und Mobilize – Produkte und Dienstleistungen. So zeigte Renault beispielsweise den 4 E-Tech Electric als Weltpremiere. Das 4,14 Meter lange Modell präsentierte sich genauso vielseitig und fortschrittlich wie das Original: Der erste Renault 4 revolutionierte 1961 den Automobilmarkt. Die Neuauflage baut wie der 3,92 Meter lange Renault 5 auf der „AmpR Small“-Architektur auf: Die Ampere Plattform für Elektrofahrzeuge im B-Segment punktet mit einem optimierten Raumangebot, hoher Agilität und Komfort. Gebaut wird das Fahrzeug im französischen Maubeuge, der Marktstart ist für 2025 vorgesehen.
Stand: 08.12.2025
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Très chic: der Alpine Alpenglow. Dieser wurde 2022 als Konzeptfahrzeug vorgestellt und soll als Blaupause für die zukünftige Ausrichtung der Marke in Bezug auf Design und nachhaltige Innovation dienen. In Paris zeigte man das Hochleistungspotenzial des Wasserstoffverbrennungsmotors, eine realistische Lösung für das Angebot von Sportmodellen mit hohen Kohlenstoffreduktionszielen. Auf diese Weise ist sich Alpine sicher, auf mögliche Änderungen der künftigen Vorschriften vorbereitet zu sein. Nach dem ersten Prototyp für die Straße, der von einem 2,0-Liter-Vierzylindermotor mit Turbolader und 340 PS angetrieben wurde, ist der Alpenglow Hy6 mit einem völlig neuen Motor ausgestattet, der mehr als doppelt so viel Leistung bietet. Es handelt sich um einen 3,5-Liter-V6-Motor, der vom Hersteller komplett für eine optimale Wasserstoffverbrennung entwickelt wurde.
Aus Asien waren Xpeng und GAC zu sehen. Xpeng zeigte den P7X, bei GAC sondiert man den Markteintritt mit dem Aion V. Auch BYD, Honqui und Aito waren vor Ort. Kia hielt die koreanische Flagge hoch und stellte den EV3 und PV5 aus.
Nachdem Tesla 2018 das letzte Mal in Paris als Aussteller vor Ort waren, feierten die Kalifornier ihr Comeback und tummelten sich in Halle 5 zusammen mit dem größten Teil des chinesischen Wettbewerbs. Vor Ort war u.a. der Cybertruck zu sehen.
Deutsche Hersteller in Paris
BMW zeigte in Paris zwei Visionsfahrzeuge der Neuen Klasse, die einen Ausblick auf das Spektrum des zukünftigen Modellportfolios geben sollten und brachte die Elektro-Limousine Vision Neue Klasse und das SAV Vision Neue Klasse X mit in die französische Hauptstadt. Beide Fahrzeuge verfügen nicht nur über die gewünschte reduzierte Formensprache, sondern auch die neue Generation des iDrive. Dieser soll im Innenraum für eine intuitive Interaktion zwischen Fahrer und Fahrzeug sorgen. Die Kombination aus Panoramic Vision, 3D Head-Up Display, Central Display und dem neuen Multifunktionslenkrad verbessern die Fahrerorientierung.
Eine Weltpremiere hatte Audi im Gepäck: Auf dem Mondial präsentierten die Ingolstädter den Q6 Sportback e-tron zum ersten Mal der Weltöffentlichkeit. Zwei Batteriegrößen und zwei Antriebsvarianten sind für das Fahrzeug verfügbar. Bereits die Einstiegsvariante des elektrischen Sportback mit einer 83 kWh großen Hochvoltbatterie liefert nach Herstelleraussagen „souveräne Fahrleistungen“. Der heckangetriebene Q6 Sportback e-tron leistet 185 kW und beschleunigt im Modus Launch Control von 0 auf 100 km/h in 7,0 Sekunden. Der Elektromotor des ebenfalls heckangetriebenen Audi Q6 Sportback e-tron performance und benötigt für den Sprint von 0 auf 100 km/h im Modus Launch Control 6,6 Sekunden. Der Q6 Sportback e-tron quattro bietet eine Systemleistung von 285 kW und benötigt 5,9 Sekunden für den Sprint. Die stärkste Version, der SQ6 Sportback e-tron, bringt es mit den beiden E-Maschinen an Vorder- und Hinterachse auf eine Systemleistung von 360 kW und beschleunigt im Modus Launch Control in 4,3 Sekunden auf 100 km/h.
Der heckangetriebene Audi Q6 Sportback e-tron performance schafft mit der großen Batterie bis zu 656 Kilometer Reichweite. Mit der 83 kWh großen Batterie sind bis zu 545 Kilometer möglich. Das allradangetriebene Modell fährt bis zu 636 Kilometer weit und mit dem ebenfalls allradangetriebenen SQ6 Sportback e-tron sind bis zu 607 Kilometer möglich. Bei allen Varianten des Q6 Sportback ist die Höchstgeschwindigkeit bei 210 km/h abgeriegelt, außer bei SQ6 Sportback e-tron: Hier ist erst bei 230 km/h Schluss.
Ein neues Thermomanagement der Hochvoltbatterie und das 800-Volt-Bordnetz verbessern die Ladeperformance. So kann man den Audi Q6 Sportback e-tron performance in zehn Minuten an einer Schnellladesäule, bei einer maximalen Ladeleistung von bis zu 270 kW eine Reichweite von bis zu 265 Kilometern nachladen. Um die Hochvoltbatterie von 10 auf 80 Prozent aufzuladen, genügen 22 Minuten. Das S-Modell kann ebenfalls mit bis zu 270 kW laden, während die heckangetriebenen Varianten an der Schnellladesäule bis zu 260 kW (mit 100-kWh-Batterie) beziehungsweise bis zu 225 kW (mit 83-kWh-Batterie) laden können.
Volkswagen brachte mit dem Tayron ein neues SUV für den europäischen Markt mit. Der punktet vor allem im Bereich Assistenzsysteme. Zu den serienmäßigen ADAS des Tayron Life zählen ACC, Abbiegebremsfunktion, Spurwechselassistent, Spurhalteassistent, Notbremssystem inklusive Fußgänger- und Radfahrererkennung, Parkassistent, Rückfahrkamera, Verkehrszeichenerkennung und der neue Ausstiegswarner. Letzterer kann als Erweiterung des Spurwechselassistenten im Rahmen der Systemgrenzen davor schützen, eine der Türen zu öffnen, falls sich von hinten ein Verkehrsteilnehmer nähert.
Seine Frankreich-Premiere feierte der neue Škoda Elroq, das erste rein elektrische Modell der Volkswagen-Tochter im Segment der Kompakt-SUV. Als erstes Serienmodell setzt er zudem die neue Designsprache des Herstellers Modern Solid um, wie man voller Stolz bei der Vorstellung betonte. Sie verbindet Robustheit, Funktionalität und Authentizität. Der Elroq punktet mit verschiedenen Antriebs- und Batterieoptionen, die mehr als 560 Kilometer Reichweite im WLTP-Zyklus ermöglichen. Zur Serienausstattung gehören unter anderem eine Rückfahrkamera, der Proaktive Insassenschutz, Spurwechsel- und Ausparkassistent sowie Ausstiegswarner (Side Assist), 13-Zoll-Infotainmentbildschirm und SmartLink.
Zulieferer
Als französischer Zulieferer hielt Valeo die Tricolore hoch und zeigte Highlights aus seinem Produktportfolio, wie Valeo Racer. Dabei handelt es sich um ein Extended-Reality-Spielerlebnis für Passagiere, die auf ihrem Telefon oder Tablet spielen können, das mit dem WLAN des Fahrzeugs verbunden ist. Dank Augmented-Reality kombiniert dieses Spiel die reale Umgebung des Fahrzeugs und 3D-Elemente. Mit Hilfe der selbstentwickelten Software nutzt das Spiel die Kameras und Radare des Fahrzeugs sowie die bereits an Bord befindlichen Wahrnehmungs- und künstlichen Intelligenzalgorithmen, um die reale Umgebung des Autos in das Spiel einzubinden. (se)