JeMyn, eine Schwester von Widmer Rail Services, hat bei Siemens Mobility zwei Vectron-Lokomotiven mit Batterie-Modul in Auftrag gegeben. Dank des Batterie Power Modul können die Lokomotiven, kürzere Strecken auch ohne elektrische Oberleitung zurücklegen.
Siemens Mobility hat einen Auftrag für die Vectron-Lokomotiven mit Batterie-Modul erhalten. JeMyn AG, eine Schwestergesellschaft von Widmer Rail Services AG, hat diese bestellt.
(Bild: Siemens Mobility | Widmer Rail Services)
Siemens Mobility hat den ersten Auftrag für Vectron-Lokomotiven mit Batterie-Modul erhalten. Diese sind eine umweltfreundliche Alternative, um die letzte Meile zurückzulegen und Rangierarbeiten durchzuführen – auch wenn keine Oberleitung vorhanden ist. Die dafür nötige Energie liefert ein Hochvolt-Lithium-Ionen-Batteriesystem mit intelligentem Batteriemanagementsystem zur Lade- und Entladeleistungssteuerung.
Fahrzeugauslieferung ab 2027 geplant
Auftraggeber für die beiden Lokomotiven mit Batterie-Leistungsmodul ist die JeMyn AG, eine Schwestergesellschaft des 2007 gegründeten schweizerischen Eisenbahnverkehrsunternehmens Widmer Rail Services (WRS). Das Einsatzgebiet der WRS ist in erster Linie das normalspurige Eisenbahnnetz der Schweiz. Nach dem Kauf gebrauchter und nach einem Umbau in Deutschland zugelassener Re 421-Zuglokomotiven erweiterte das Unternehmen sein Einsatzgebiet auf das deutsche Normalspurnetz. Die Finanzierung konnte die WRS-Schwester dank einer strukturierten Finanzierungslösung frühzeitig gewährleisten. Die Auslieferung der Fahrzeuge soll ab 2027 erfolgen. „Wir freuen uns über die Erweiterung unserer Vectron-Flotte von Widmer Rail Services AG und bedanken uns für das Vertrauen in unsere Plattform. Mit dem Einsatz des Batterie Power Moduls können unsere Kunden nun die komplette Einsatzstrecke elektrisch und batterieelektrisch zurücklegen und dabei den CO2-Ausstoß im Bahnverkehr noch weiter reduzieren“, betont Andre Rodenbeck, CEO Rolling Stock von Siemens Mobility den Hauptvorteil der Lokomotive mit dem Batterie-Leistungsmodul. Und auch Pierre Widmer, Gründer und Geschäftsführer von Widmer Rail Services AG zeigt sich erfreut: „Der Vectron mit dem neuen Batterie Power Modul ist für uns die ideale Lokomotive. Dank dieses Funktionspakets können wir das Rangieren noch effizienter abwickeln ohne zusätzliche Rangierlokomotiven. So optimieren wir unsere Betriebsabläufe weiter und können Kosten einsparen.“
Letzte Meile
Siemens Mobility schreibt sich auf die Fahne, den Vectron „konsequent an den Verkehrsaufgaben und Herausforderungen im Markt“ ausgerichtet zu haben. Die Modularität der Lokomotive in der Ausstattung ermöglicht Betreibern dabei die volle Flexibilität im Einsatz – auch ohne Oberleitung. Durch das Batterie Power Modul entfällt die Notwendigkeit für elektrische oder dieselbetriebene Rangierlokomotiven, was nicht nur betriebswirtschaftlich sinnvoll ist, sondern auch der Umwelt zugutekommt. Das neue Funktionspaket ist ein wichtiger Schritt in Richtung nachhaltiger Schienenverkehr, weil es nicht nur dazu beiträgt, Emissionen zu reduzieren, sondern auch Lärmbelastungen zu minimieren.
Vorteile der Vectron-Lokomotiven mit Batterie Power Modul
(Bild: Siemens Mobility)
Mit dem jüngsten Auftrag hat das Unternehmen über 2.600 Lokomotiven der Vectron-Familie an 103 Kunden in 16 Ländern verkauft. Die Flotte hat bisher eine Gesamtlaufleistung von über einer Milliarde Kilometern absolviert. Die Lokomotiven der Vectron-Plattform haben Zulassungen in 20 europäischen Ländern erhalten.
Modulares Konzept und Sicherheit
Grundsätzlich lässt sich das Fahrzeugkonzept punktgenau auf die jeweilige Verkehrsaufgabe zuschneiden. Vectron ist mehrfachtraktionsfähig mit vielen anderen Loktypen, vielfältig kuppelbar und gewährleistet über das modulare Zugsicherungskonzept absolute Flexibilität in europäischen Systemen. Zu den Vorteilen zählt ein hoher Gleichteilegrad. Gleichteile wie Frontend, Führerraum, Bremsausrüstung und Leittechnik sichern eine einheitliche Bedien- und Steuerbarkeit sowie optimierte Lebenszykluskosten.
Gleichteile wie Frontend, Führerraum, Bremsausrüstung und Leittechnik sichern eine einheitliche Bedien- und Steuerbarkeit.
(Bild: Siemens Mobility)
Die Lokomotiven weisen einen modularen Führertisch auf: Alle Bedienelemente des Führertisches sind immer an der gleichen Stelle – auch länderspezifische Schalter. Das heißt kurze Schulungszeiten und gute Arbeitsbedingungen durch ergonomisch leichte Erreichbarkeit aller Bedienelemente. Bei geringeren Anforderungen an die Einbauräume ist ein niedriger Führertisch möglich, der sich von einem niedrigen in einen hohen Führertisch oder umgekehrt umbauen lässt.
Darüber hinaus punkten die Vectron mit einem Crash-optimierten Design. Die Lokomotiven sind allesamt so gestaltet, dass sich die bei einem Crash verformenden Komponenten schnell tauschen lassen. So verfügt Vectron über Puffer mit Hochleistungs-Deformationselementen. Darüber hinaus ist das Frontend vollständig demontierbar und kann somit separat und fertig vormontiert gelagert werden. Das erleichtert im Falle eines Unfalls den schnellen Austausch der beschädigten Teile und dadurch eine schnelle Wiederinbetriebnahme.
Im Federwerk können Crashelemente mit unterschiedlichem Energieaufnahme-Vermögen integriert werden. In Kombination mit seitlichen Hochleistungs-Deformationselementen, die bei der Konfiguration UIC-Schraubenkupplung die Mittelflanschpuffer aufnehmen, entsteht das Siemens-Sicherheitskonzept, das die gültigen TSI-Normen erfüllt.
Vielfältig kuppelbar
Die Lokomotive kann bei unterschiedlichen Wagentypen zum Einsatz kommen. Dank des Kopfstückdesigns können verschiedene Kombinationen aus Federwerk und Kupplungskopf zum Einsatz kommen. Damit können Sie alle Möglichkeiten bei der Zugbildung zu Ihrem Vorteil ausschöpfen – egal ob Schraubenkupplung, Mittelpufferkupplungs-Lösungen für den schweren Frachtverkehr oder für Reisezüge. (se)
Stand: 08.12.2025
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