Neue Mobilitätskonzepte Teleoperierte Shuttles als Schlüssel für wirtschaftlichen ÖPNV

Von Stefanie Eckardt 2 min Lesedauer

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Rheinmetall, Mira und Rheinbahn setzten auf einen teleoperierten ÖPNV und werden ab Mai dieses Jahres den Pilotbetrieb mit einem teleoperierten Shuttle am Flughafen Düsseldorf beginnen. Die Shuttle-Strecke verläuft vollständig im öffentlichen Straßenverkehr.

Im Mai 2026 starten Rheinmetall, Mira und Rheinbahn ein Pilotprojekt zum teleoperierten Fahren im ÖPNV.(Bild:  Rheinmetall)
Im Mai 2026 starten Rheinmetall, Mira und Rheinbahn ein Pilotprojekt zum teleoperierten Fahren im ÖPNV.
(Bild: Rheinmetall)

„Der ÖPNV steht vor strukturellen Herausforderungen bei Personal und Finanzierung“, erklärt Annette Grabbe, Vorständin der Rheinbahn und unterstreicht mit Nachdruck: „Wenn wir Verlässlichkeit sichern wollen, müssen wir technologische Optionen konsequent prüfen. Deshalb gehen wir neue Wege und testen Technologien dort, wo sie wirken müssen: im Alltag. Der Testbetrieb von teleoperierten Shuttlefahrzeugen im öffentlichen Straßenraum ist ein wichtiger Schritt.“

Teleoperiertes Fahren im ÖPNV birgt in der Tat diverse Vorteile. So verbindet die Technik Flexibilität menschlicher Entscheidungen mit der Effizienz autonomer Systeme. Durch die Fernsteuerung von Fahrzeugen aus einer Zentrale heraus lassen sich Betriebskosten minimieren. Zudem bietet sich die Möglichkeit, den Fahrermangel zumindest abzumildern und die Sicherheit zu erhöhen.

Evaluierung unter realen Verkehrsbedingungen

Im Rahmen des Pilotprojekts wird die Fernsteuerung von Fahrzeugen als zentrale Technologie für den flexiblen und wirtschaftlichen Einsatz von On-Demand-Shuttles im urbanen Raum erprobt. Die Fahrzeuge werden aus einem Leitstand präzise gesteuert und kontinuierlich überwacht – ohne Fahrer im Fahrzeug. Während der Testphase begleitet allerdings ein Sicherheitsfahrer den Betrieb. Ziel ist es, die Technologie unter realen Verkehrsbedingungen weiterzuentwickeln und systematisch zu evaluieren.

Dabei konzentrieren sich die Partner vor allem auf die Betriebssicherheit und Systemstabilität, die Integration in bestehende Verkehrs- und Leitstrukturen, die Akzeptanz bei Fahrgästen sowie Wirtschaftlichkeit und Skalierbarkeit. Die gewonnenen Erkenntnisse bilden nicht nur die Grundlage für einen möglichen späteren Einsatz im öffentlichen Verkehr, sondern auch für weitere Anwendungsfelder – etwa in der Logistik oder Landwirtschaft.

Vom Pilotprojekt in den Realbetrieb?

Ob die Technologie in den Realbetrieb umgesetzt wird, wird sich zeigen, wie Annette Grabbe verlauten lässt: „Wir entscheiden auf Basis belastbarer Daten, ob und wie Teleoperation dauerhaft Teil unserer Betriebsstruktur wird. Für uns steht nicht die Technologie selbst im Mittelpunkt, sondern ihr konkreter Mehrwert für einen leistungsfähigen, resilienten und bezahlbaren Nahverkehr. Entscheidend ist, dass wir mit neuen Technologien unseren Betrieb stabiler machen und unseren Fahrgästen einen echten Mehrwert im Alltag bieten.“

Der Pilotbetrieb ist Teil des Forschungsprojekts PoQuaSIA, das im Rahmen der europäischen 8ra-Initiative durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert wird. Ziel der Initiative ist der Aufbau einer widerstandsfähigen und skalierbaren digitalen Infrastruktur für sicherheitskritische Anwendungen. Rheinmetall und Mira entwickeln gemeinsam ein integriertes Gesamtsystem aus Cloud-Infrastruktur, IoT-Plattform und echtzeitfähigem Flotten- und Routenmanagement. Die sichere Cloud-Infrastruktur bildet das technologische Rückgrat der Teleoperation. Sie verbindet Fahrzeuge, Operatoren und Betriebsprozesse in Echtzeit, ermöglicht geringe Latenzen, hohe Verfügbarkeit sowie die skalierbare Anbindung mehrerer Fahrzeuge. Damit schafft sie eine zentrale Voraussetzung für den wirtschaftlichen Betrieb teleoperierter und perspektivisch autonomer Flotten im ÖPNV. (se)

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