Luftfahrt Quereinsteiger baut starke Batterien für Chinas Flugtaxis

Von Henrik Bork 3 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Batterien waren bislang die Schwachstelle bei der Einführung von Flugtaxen. Das ändert sich nun gerade. Ganfeng Lithium, einer der größten Lithiumhersteller der Erde, hat mit der Produktion von Batterien für Electric Vertical Take-Off and Landing, kurz eVTOL, begonnen.

Ganfeng Lithium hat zusammen mit Geely-Tochter Aerofugia Semi-Solid-Batterien für eVTOLs entwickelt. (Bild:  Aerofugia)
Ganfeng Lithium hat zusammen mit Geely-Tochter Aerofugia Semi-Solid-Batterien für eVTOLs entwickelt.
(Bild: Aerofugia)

Dabei handelt es sich um eine „halbfeste Batterie“ in der das Elektrolyt weder vollständig flüssig noch komplett fest, wie bei einer echten Festkörperbatterie ist, wie der Hersteller selbst in einer Presseerklärung bekannt gab. Dennoch haben Prototypen dieser Batterie, die im Dezember vergangenen Jahres bereits getestet wurden, erstaunliche Leistungswerte. Sie erreichen angeblich eine Energiedichte von bis zu 320 Wh pro Kilogramm und unterstützen kontinuierliches Laden mit 2C sowie Entladen mit 5C. Sie erreichen mehr als 1000 Ladezyklen.

Damit hat Ganfeng Lithium zum ersten Mal eine Batterie vom Typ „Semi-Solid State“ entwickelt, die gut für den Einsatz in der „Low Altitude Economy“ geeignet sein könnte, sagen Insider.

Speziell für eVTOLs konzipiert

Der Lithiumriese hat diese neue Batterie speziell für den Einsatz in der Luft gemeinsam mit dem chinesischen eVTOL-Hersteller Aerofugia entwickelt. Für die ersten Testflüge ist sie in ein Fluggerät des Typs AE200-100 eingebaut worden. Die Batterie erfülle den Sicherheitsstandard GB 38031 und „damit die umfassenden Anforderungen bemannter eVTOL-Fluggeräte in Hinsicht auf ein niedriges Gewicht, eine hohe Leistungsfähigkeit und eine hohe Sicherheit“, heißt es im Pressetext von Ganfeng Lithium.

Sollte die hohe Leistungsfähigkeit dieser neuen Art von Lithium-Batterie in weiteren Tests validiert werden können, wäre das ein technologischer Durchbruch, der die Kommerzialisierung der Low-Altitude-Economy in China beschleunigen könnte.

Low-Altitude-Economy als Teil des Fünfjahresplans

Die chinesische Regierung hat den Aufbau dieser neuen Industrie zu einem Schwerpunkt ihres nächsten Fünfjahresplans erklärt, über den gerade auf der diesjährigen Sitzung des Nationalen Volkskongresses (NVK) in Peking endgültig abgestimmt wird. Das bedeutet, dass Chinas Parlament die Vorgaben der Planungsbehörden offiziell bestätigt, damit sie anschließend in den Provinzen umgesetzt werden können.

Schon jetzt steht der Ausbau eines Flugnetzes für bemannte und unbemannte Drohnen in den lokalen Regierungsprogrammen von mehr als 30 chinesischen Provinzen und Städten. In Orten wie Shenzhen, Hangzhou, Suzhou, Chengdu oder Chongqing laufen Pilotprojekte.

Shanghai erwägt, einen Industriepark für Unternehmen der Low-Altitude-Economy aufzubauen und auch in Zhuhai gibt es solche Pläne. In Guangzhou hat auch schon die erste Fabrik zur Massenfertigung von eVTOL mit der Produktion kleiner Serien begonnen. Das Werk des Herstellers XPeng AeroHT im Stadtbezirk Huangpu ist zunächst für eine Jahreskapazität von 5.000, später dann 10.000 Fluggeräten pro Jahr ausgelegt.

Kommerzialisierung von eVTOL mittelfristig realisierbar

Wenn nun auch ein Lithiumhersteller mit der Produktion von Batterien für eVTOL beginnt, ist das ein Zeichen dafür, dass viele chinesische Unternehmen in diesem Bereich große Wachstumschancen sehen und Teil der neu entstehenden Lieferketten werden wollen. Bei Ganfeng Lithium ist die Tochtergesellschaft Zhejiang Fengli für diese neue Geschäftssparte zuständig.

Im Jahr 2025 hat das gesamte Marktvolumen der Low Altitude Economy in der Volksrepublik ein Volumen von 1,5 Billionen Yuan erreicht, also rund 187 Milliarden Euro. Bis 2035 könnte dieser Markt einer Prognose der chinesischen zivilen Luftfahrtbehörde auf rund 3,5 Billionen Yuan anwachsen, also umgerechnet 437 Milliarden Euro.

Erste konkrete Gebiete für die Kommerzialisierung von eVTOL sehen Analysten in China unter anderem im Tourismus, für Sightseeing-Flüge, im Shuttle-Verkehr von den Ballungszentren der Großstädte zu den Flughäfen, oder auch als unbemannte Frachtdrohnen, von denen schon die ersten regelmäßig unterwegs sind. (se)

(ID:50777104)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung