Luftfahrt In China stehen Flugtaxis kurz vor der Einführung

Von Henrik Bork 3 min Lesedauer

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Los geht es: Noch in diesem Sommer sollen in China erste kommerzielle Strecken für Electrical Vertical TakeOff and Landing Aircrafts, kurz eVTOLs, eröffnet werden. Firmensprecher des Herstellers EHang aus China haben auf der Paris Air Show erklärt, es könne schon sehr bald so weit sein.

Noch in diesem Sommer sollen in China erste kommerzielle Strecken für eVTOLs an den Start gehen.(Bild:  EHang)
Noch in diesem Sommer sollen in China erste kommerzielle Strecken für eVTOLs an den Start gehen.
(Bild: EHang)

Die Ära, in der man sich in Chinas großen Städten mit einem Flugtaxi von A nach B fliegen lassen kann, weitgehend elegant die Endlos-Staus auf den Straßen hinter sich lassend, steht jetzt offenbar wirklich unmittelbar bevor. EHang ist das erste Unternehmen in diesem neuen Segment der Luftfahrt, dem die chinesische Luftfahrtbehörde CAAC eine Lizenz für „bemannte eVTOL-Flugdienste für Endverbraucher ohne Piloten“ erteilt hat. Man hat bereits eine Reihe von sogenannten Vertiports gebaut, dem Äquivalent von Bushaltestellen für die unbemannten, zweisitzigen Flugdrohnen. Oder vielleicht sollte man sie besser mit „Heliports“ vergleichen, die ja auch dem senkrechten Starten und Landen dienen.

Zunächst A-to-A-Flüge

Testflüge mit dem Modell „EH216-S“ hat es auch schon gegeben. Die müssen noch immer einzeln anberaumt genehmigt werden, unter anderem nach Wetterlage. Doch die ersten permanenten, kommerziellen Flugstrecken sollen einem Interview von He Tianxing, dem Vizechef von EHang, möglicherweise schon demnächst in Guangzhou und Hefei eröffnet werden.

Die ersten Strecken werden „touristischer Natur“ sein, heißt es Seitens des Unternehmens. Reisende werden also in einer der Flugdrohnen aufsteigen können, ein wenig durch die Luft düsen und dann wieder am selben Vetiport landen. „A-to-A“-Flüge heißt das in der Industrie. Nach und nach will EHang dann aber auch reguläre Flüge von A nach B einführen, etwa von bestimmten Stellen in der Stadt zum nächstgelegenen Flughafen. Erst dann wäre man also beim „Flugtaxi“ in der eigentlichen Bedeutung angekommen – nicht beim an Touristen erstmal ausprobierten eVTOL.

Reichweite bei ca. 30 Kilometern

Die EH216-S, deren 16 Propeller vollelektrisch angetrieben werden, erreicht momentan eine Spitzengeschwindigkeit von 130 km/h und hat eine maximale Reichweite von etwa 30 Kilometern. Bei diesen technischen Details wird klar, dass die Stärke der Batterie im Moment noch ein kritischer Engpass für die Entwicklung der “Low Altitude Economy“ ist, die von der chinesischen Regierung aktiv gefördert wird und zu der neben Flugtaxen auch Drohnen für die Paketauslieferung oder Shuttle-Routen für Hubschrauber gehören. Generell ist mit der „Low Altitude Economy“, auf Deutsch der „Wirtschaft im niedrigen Luftraum”, all das gemeint, was sich in China unterhalb von 1.000 Metern bald in der Luft tummeln wird. Wer in Shenzhen oder Hefei, Peking oder Shanghai lebt, darf sich schon einmal seelisch darauf vorbereiten, dass da demnächst so Einiges am Balkon vorbeifliegen wird.

Batteriepartnerschaft

Weil man bei der Reichweite von eVTOL noch weniger an Grenzen stoßen möchte als bei Elektroautos, hat vor einigen Tagen eine Ankündigung von EHang und dem Batteriehersteller Gotion High-Tech in der Industrie eine gewisse Aufmerksamkeit erregt.

Man habe eine „strategische Partnerschaft“ vereinbart, der zufolge das eVTOL des Typs EH-216S zukünftig mit der zylindrischen Batterie-Serie 46 von Gotion ausgerüstet wird, gaben beide Unternehmen in einer gemeinsamen Presseerklärung bekannt. Es werde sich um eine „maßgeschneiderte Lösung“ für elektrische Antriebe, die speziell für die Fluggeräte entwickelt worden, handeln und man dürfe „erhebliche Leistungssteigerungen“ erwarten, darunter „eine größere Reichweite, eine stärkere Antriebsleistung und höhere Sicherheit“, hieß es.

Besonders für den Aspekt „Sicherheit“ dürften sich erste Nutzer bedanken, die doch möglicherweise schon bald auf ein Flugtaxi angewiesen sein werden, um es noch rechtzeitig zum Pekinger Flughafen zu schaffen. (se)

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