Autonomes Fahren Projekt RaBus: Flexibler ÖPNV dank automatisierter On-Demand-Angebote

Von Stefanie Eckardt 2 min Lesedauer

Im Verbundprojekt „Reallabor für den Automatisierten Busbetrieb“, kurz RaBus, wurden selbstfahrende Kleinbusse umgesetzt, die Fahrgäste in Friedrichshafen und Mannheim sicher befördern. Insbesondere in ländlichen Raum sollte der vollautomatisierte Betrieb kleinerer Fahrzeuge on demand, den klassischen ÖPNV-Angeboten ergänzen.

Verkehrsminister Hermann (Mitte) verkündete die Verlängerung des Verbundprojekts RABus: Friedrichshafener Bürger können autonome Shuttles nun bis Mitte 2025 nutzen.(Bild:  ZF Friedrichshafen)
Verkehrsminister Hermann (Mitte) verkündete die Verlängerung des Verbundprojekts RABus: Friedrichshafener Bürger können autonome Shuttles nun bis Mitte 2025 nutzen.
(Bild: ZF Friedrichshafen)

Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) hat mit seinen Partnern aufgezeigt, dass On-Demand-Angebote enormes Potenzial haben – wenn sie gut umgesetzt und kommuniziert werden. Zum Abschluss der ersten Förderphase gab Winfried Hermann, Minister für Verkehr Baden-Württemberg, nun eine Verlängerung des Projekts bekannt: Die Einwohner von Friedrichshafen können die autonomen Shuttles noch bis Mitte 2025 nutzen, während die Begleitforschung fortgeführt wird.

Ländliche Gebiete einbinden

RABus zielte darauf ab, den Nahverkehr flexibel und kostengünstig zu gestalten, um langfristig die Bevölkerung durch eine verbesserte Mobilität zum Umsteigen auf den ÖPNV zu bewegen. Insbesondere in ländlichen Gebieten sollte der vollautomatisierte Betrieb kleinerer Fahrzeuge on demand eine Ergänzung zu klassischen ÖPNV-Angeboten schaffen. Seit Herbst 2024 verkehrten die autonomen Busse in Friedrichshafen und in Mannheim. Die autonomen Shuttles, die Automobilzulieferer ZF für das Projekt zur Verfügung stellt, bieten Platz für bis zu zehn Passagiere inklusive eines Platzes für mobilitätseingeschränkte Menschen. Mit einer Akkuladung kommen sie auf eine Reichweite von rund hundert Kilometer – innerorts mit bis zu 40 und außerorts mit bis zu 60 km/h.

Gut durchdachte und umgesetzte Konzepte notwendig

„Flexible selbstfahrende On-Demand-Angebote eröffnen enorme Potenziale, um den öffentlichen Verkehr attraktiver zu machen. Voraussetzung ist, dass sie gut umgesetzt und kommuniziert werden müssen“, unterstreicht Dr. Martin Kagerbauer vom Institut für Verkehrswesen (IFV) des KIT. Mit seinem Team untersuchte er die Akzeptanz des neuen Angebots. „Es hat sich gezeigt, dass eine deutliche Mehrheit der Menschen der neuen Technik positiv und interessiert gegenübersteht, während vereinzelte Vorbehalte, wie beispielsweise zu Sicherheitsaspekten, oftmals durch Erklärungen und Gespräche abgebaut werden können“, erläutert Kagerbauer. Außerdem betrachtete das KIT mögliche Auswirkungen auf den Verkehr. „Insbesondere beim Einsatz der autonomen Busse im ländlichen Raum oder am Stadtrand werden mehrheitlich Wege mit dem Auto substituiert. Erste größer angelegte Einsätze der Shuttles sollten aber in Gebieten stattfinden, in denen die Menschen bereits heute den ÖPNV zumindest unregelmäßig nutzen, da diese das neue Angebot dann auch schneller annehmen“, so Kagerbauer.

Verbraucher überzeugen

Insgesamt haben sich bisher 1 450 Nutzer für eine Probefahrt mit dem autonomen Shuttle angemeldet, wie das KIT angab. „Wir konnten außerdem feststellen, dass der Einsatz der Shuttle auch auf der sogenannten ersten und letzten Meile erfolgsversprechend ist – Menschen wollen das Angebot also vor allem zur Überbrückung von Lücken im ÖPNV-Angebot und auf kürzeren Strecken nutzen“, betont Kagerbauer. Die autonomen Fahrzeuge und die Technologie zu erleben und zu nutzen, sei wichtig, um die Menschen zu überzeugen, dieses Verkehrsangebot in Zukunft in ihr Mobilitätsverhalten aufzunehmen.

Partner

Zum RABus-Konsortium gehören neben dem KIT das Forschungsinstitut für Kraftfahrwesen und Fahrzeugmotoren Stuttgart, die Rhein-Neckar-Verkehr GmbH, die Stadtverkehr Friedrichshafen GmbH mit der DB ZugBus Regionalverkehr Alb-Bodensee GmbH sowie die ZF Friedrichshafen AG. Das Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg fördert das Projekt seit 2020 mit bisher insgesamt knapp 14 Millionen Euro.  (se)

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