Automatisiertes Fahren Projekt Dekor-X: Innerstädtische Kreuzungen sicherer gestalten

Von Stefanie Eckardt 3 min Lesedauer

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Innerstädtische Kreuzungen sicherer zu gestalten – das war das Ziel des Projekts Dekor-X. Am 11. November 2025 fand nun in Kronach die Abschlussveranstaltung statt. Das Projekt verdeutlichte, wie durch Skalierbarkeit, Interoperabilität und offene Standards automatisiertes Fahren Realität wird.

Im Projekt Dekor-X entwickelten Valeo, Aumovio, Denso ADAS Engineering Services, die Hochschule Coburg und die Technische Universität Chemnitz fahrzeugzentrierte und herstellerübergreifende Methoden für dezentrale Intelligenz und deckungsgleiche Umfeldmodelle. (Bild:  Valeo)
Im Projekt Dekor-X entwickelten Valeo, Aumovio, Denso ADAS Engineering Services, die Hochschule Coburg und die Technische Universität Chemnitz fahrzeugzentrierte und herstellerübergreifende Methoden für dezentrale Intelligenz und deckungsgleiche Umfeldmodelle.
(Bild: Valeo)

Wenn Fahrzeuge miteinander kommunizieren, wird der Straßenverkehr sicherer – das zeigt das Projekt „Dezentraler Kommunikationsraum Kreuzung“, kurz Dekor-X. Hier entwickelten die Entwicklungsparter Valeo, Aumovio, Denso ADAS Engineering Services, die Hochschule Coburg und die Technische Universität Chemnitz fahrzeugzentrierte und herstellerübergreifende Methoden für dezentrale Intelligenz und deckungsgleiche Umfeldmodelle. Hier zeigte man, wie durch Skalierbarkeit, Interoperabilität und offene Standards automatisiertes Fahren Realität wird, was auch die Wettbewerbsfähigkeit des Mobilitätsstandorts Deutschland stärkt.

Dezentrale Kommunikation

Im Zentrum des Projektes stand die dezentrale Kommunikation: Intelligente, automatisierte Fahrzeuge tauschen Informationen aus ihrer Sensorik direkt und in Echtzeit miteinander aus. Dadurch erweitern sie ihr Sichtfeld und erhöhen die Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer – ein Ansatz, der ohne teure, fest installierte Infrastruktur auskommt und somit einfach skalierbar ist.

Eine der größten Herausforderungen bestand darin, die durch die dezentrale Kommunikation gewonnenen Daten so zu verarbeiten, dass daraus verlässliche Informationen über Gefahrensituationen entstehen. Hierfür entwickelte das Projektteam Konzepte und Methoden zur Umgebungs- und Bewegungsmodellerzeugung, für Kommunikationskanäle sowie für die Informationsverarbeitung im Fahrzeug. Die gesammelten Daten können zudem in einer Cloud verarbeitet werden, um mit KI-basierten Vorhersagemodelle Bewegungsmuster zu generieren. Diese Informationen fließen wiederum zurück an die Fahrzeuge, die so frühzeitig vor Gefahren gewarnt werden und ihr Fahrverhalten anpassen können.

Demonstration im Realbetrieb

In Kronach präsentierten die Projektmitglieder jetzt die Ergebnisse ihrer Arbeit. Die im Projekt entwickelten Konzepte wurden in verschiedenen Kreuzungsszenarien erprobt und bei der Veranstaltung live demonstriert. An der Kontrollstation gab Valeo Einblicke in die technische Aufsicht gemäß der Autonome-Fahrzeuge-Genehmigungs-und-Betriebs-Verordnung (AFGBV) und die Echtzeitobjekterkennung von Fahrzeugen. So wird die Sicherheit des automatisierten Fahrens im Projekt gewährleistet.

Projektpartner Aumovio zeigte, wie anhand von Echtzeitdaten innerstädtischer Kreuzungen und den Modellen in der Cloud eine Vorhersage zum Fahrverhalten und Fußgängerbewegungen getroffen werden kann. Die intelligenten, automatisierten Fahrzeuge können so optimale Fahrtrajektorien wählen und ihr Fahrverhalten entsprechend anpassen.

Sehen, was um der Ecke passiert

Ein weiteres Highlight war die Demonstration des Use Cases „Um die Ecke blicken“. Auf der für das Projekt ausgestatteten Testkreuzung am Standort von Valeo zeigten die Teams der TU Chemnitz und der Hochschule Coburg, wie ein Versuchsfahrzeug durch dezentrale Datenfusion und V2X-Kommunikation mit anderen intelligenten Fahrzeugen an einer Kreuzung ein verdecktes Hindernis erkennen kann. „Eine dezentrale Datenfusion ermöglicht die Erzeugung deckungsgleicher Umfeldmodelle in intelligenten Fahrzeugen. Dadurch kann die Wahrnehmung der Fahrzeuge künftig über die Grenzen der eigenen Sensorik hinaus erweitert werden – ein wesentlicher Schritt für die Weiterentwicklung kooperativer Fahrzeugsysteme“, beschreibt Dominik Raeck, Mitarbeiter der Professur für Nachrichtentechnik, TU Chemnitz, die Relevanz der Projektergebnisse für die Zukunft des automatisierten Fahrens. Prof. Dr. Lucila Patiño-Studencki von der Hochschule Coburg forscht als Professorin für V2X-Technologien genau an dieser Schnittstelle von Kommunikation und Intelligenz im Fahrzeug. Sie betont: „Die Fahrzeuge der Zukunft müssen nicht nur Daten austauschen, sondern sich verständigen und ihre Abläufe koordinieren. Dies bedeutet, dass nicht nur die Kommunikation effizient sein muss, sondern auch die Erfassung und Interpretation der Umgebung präzise, kontextbezogen und situationsabhängig erfolgen sollte.“

Automatisiertes Fahren weiterentwickeln

Die Erkenntnisse aus dem Projekt legen den Grundstein für die Weiterentwicklung des automatisierten Fahrens in komplexen urbanen Umgebungen. Der dezentrale Ansatz, der ohne teure Infrastruktur auskommt, ermöglicht eine einfache Skalierbarkeit der Lösungen für vielfältige Verkehrssituationen.

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Nach Abschluss des FuE-Projektes werden die Industriepartner die Ergebnisse in zukünftige Produktgenerationen integrieren und so zur Stärkung des Mobilitätsstandorts Deutschland beitragen. Dekor-X leistet damit einen wichtigen Beitrag, um automatisierte Fahrzeuge sicherer und effizienter in den Straßenverkehr zu bringen. (se)

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