Entwicklung Autoindustrie dominiert Patentanmeldungen im Jahr 2025

Von Thomas Günnel 3 min Lesedauer

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Die Automobilindustrie hat im Jahr 2025 die meisten Patente aller Branchen in Deutschland angemeldet. Aus China kamen deutlich mehr Markenanmeldungen.

Unternehmen aus der Automobilindustrie haben im Jahr 2025 die meisten Patente in Deutschland eingereicht.(Bild:  Mercedes-Benz)
Unternehmen aus der Automobilindustrie haben im Jahr 2025 die meisten Patente in Deutschland eingereicht.
(Bild: Mercedes-Benz)

Das Deutsche Patent- und Markenamt, DPMA, hat im Jahr 2025 einen deutlichen Anstieg bei allen Schutzrechten gemeldet. Besonders Patente wuchsen um 4,7 Prozent auf 62.050 Anmeldungen, Marken um 19,8 Prozent auf 96.328, Gebrauchsmuster um 19,3 Prozent auf 11.427 und Designs um 5,9 Prozent auf 4.183. Deutsche Firmen und Erfinder trieben den Patentzuwachs stark voran mit 42.349 Anmeldungen (+5,6 Prozent), während ausländische Anmelder auf 19.701 kamen (+2,8 Prozent).

Alle Top-10-Anmelder aus der Automobilindustrie

Die Automobilindustrie bleibt die Nummer eins bei DPMA-Patenten. Alle Top-10-Anmelder stammen aus diesem Sektor – Hersteller und Zulieferer – und decken rund 30 Prozent aller Patente ab. An der Spitze steht Bosch mit 4.109 Anmeldungen, gefolgt von Mercedes-Benz mit 2.726 und BMW mit 2.553 Anmeldungen.

Fokus auf Elektro, KI und Digitales

Im Maschinenbau kamen 24.338 Anmeldungen (+2,2 Prozent) hinzu, Elektrotechnik wuchs auf 19.436 (+9,1 Prozent) durch Batterien und Digitaltechnologien. Instrumente erreichten 9.376 (+1,9 Prozent), Chemie 4.613 (+5,2 Prozent). Computertechnik stieg um 10,9 Prozent auf 3.679, oft für Entwicklungen mit KI-gestützter Bild- und Sprachverarbeitung, digitale Kommunikationstechnik legte um 19,2 Prozent auf 1.222 Anmeldungen zu, häufig in Verbindung mit 5G/6G-Netzen.

E-Mobilität und Autonomes Fahren wachsen stark

Datenverarbeitung für Betriebszwecke stieg um 59,7 Prozent auf 867 Anmeldungen, darunter KI-Anwendungen in Produktion und Effizienz – wie die Kommunikation von E-Fahrzeugen mit Ladestationen. Diese verdoppelte sich auf rund 150. Der Transportsektor mit 11.604 Anmeldungen (+3,9 Prozent) wird von Autos geprägt.

„Elektrische Maschinen und Geräte, elektrische Energie“ stieg überdurchschnittlich um 7,5 Prozent und umfasst die Kernklasse Batterien und Brennstoffzellen, die um 13,4 Prozent wuchs. Wichtigste Anmelder waren deutsche und ausländische Automobilhersteller und Zulieferer.

Zu den Trends zählen Infotainment, Head-up-Displays, Sprach- und Gestensteuerung, Fahrerprofile und sichere Systeme für autonomes Fahren – hier zum Beispiel Konzepte für ausfallsichere Stromversorgungen im Auto.

Auto-Regionen führen Ranking

Baden-Württemberg toppt das Patent-Länderranking mit 15.161 Anmeldungen (-2,2 Prozent), Bayern folgt mit 12.575 (+10,6 Prozent) und Nordrhein-Westfalen mit 5.701 (+6,7 Prozent). Bezogen auf die Bevölkerungszahl am innovativsten sind Baden-Württemberg (135 pro 100.000 Einwohner), Bayern (95) und Niedersachsen (47) – Heimat der großen Auto-Konzerne.

Mehr Anmeldungen für Gebruachsmuster

Technische Erfindungen können auch mit Gebrauchsmustern geschützt werden. Diese bieten für Vorrichtungen und Apparate schnellen Schutz, werden im Gegensatz zum Patent allerdings vor der Eintragung nicht auf Neuheit und erfinderische Tätigkeit geprüft. Im Vergleich zu Patenten werden Gebrauchsmuster laut des DPMA häufig von Privatpersonen angemeldet. Diese Anmeldegruppe hat besonders zu dem großen Zuwachs im vergangenen Jahr beigetragen.

Gebrauchsmusteranmeldungen natürlicher Personen nahmen um 46,6 Prozent zu. Insgesamt stieg der Anteil der Anmeldungen natürlicher Personen um rund fünf Prozentpunkte auf 39,5 Prozent. Zudem stiegen die Anmeldungen von Unternehmen aus China mit 35,9 Prozent stark an.

China mit deutlich mehr Markenanmeldungen

China sorgte auch bei Markenanmeldungen für einen Sprung auf 10.027 Anmeldungen (+196,2 Prozent), die USA verdoppelten auf fast 1.103 (+100,9 Prozent). Gebrauchsmuster aus China stiegen um 35,9 Prozent. Verbrennungsmotoren – Motoren, Pumpen, Turbinen – legten um 2,8 Prozent zu, vor allem durch Anmeldungen aus Japan und USA. Die Nachfrage nach Marken aus Deutschland stieg um zwölf Prozent. Das DMPA erklärt das unter anderem damit, dass große Online-Handelsplattformen gewerbliche Schutzrechte verlangen, damit Anbieter auf der Plattform aktiv werden können. Den stärksten Anstieg von 2024 auf 2025 gab es in der Warenklasse „Elektronische Apparate und Instrumente; Computerhardware; Software; optische Geräte“: 20.823 Anmeldungen bedeuten ein Plus von 38,9 Prozent.

Rund 46.000 Prüfungen im Jahr 2025

Das Deutsche Patent- und Markenamt beendete im vergangenen Jahr 45.839 Prüfungen. Erteilt worden sind 24.475 Patente, 2,2 Prozent mehr als im Vorjahr. In 21.364 Fällen vergab das Amt kein Patent – weil die Prüferinnen und Prüfer die Anmeldung zurückwiesen, die Anmelder sie zurücknahmen oder fällige Gebühren nicht gezahlt wurden. Die Erteilungsquote lag damit bei 53,4 Prozent.

Im Markenbereich schloss das DPMA 82.542 Eintragungsverfahren ab (+ 10,2 Prozent), 55.863 davon mit Eintragung einer Marke ins Register. Hinzu kommen 27.161 Designs in abgeschlossenen Eintragungsverfahren (- 11,5 Prozent) und 10.838 Abschlüsse bei Gebrauchsmustereintragungsverfahren (+ 9,2 Prozent). In 9.750 Fällen trugen die Prüfer Gebrauchsmuster ins Register ein.

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Das DPMA schloss das Jahr 2025 mit einem Überschuss von 232,6 Millionen Euro ab, 1,8 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Einnahmen, fast komplett aus Gebühren, lagen bei 531,9 Millionen Euro (+ 7,6 Prozent). Die Ausgaben lagen bei 299,3 Millionen Euro (+ 12,5 Prozent).

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