Bahntechnik Nox Mobility: Im privaten Schlafzimmer nachts durch Europa

Von Dipl.-Ing.(FH) Richard Oed 3 min Lesedauer

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Ein Berliner Start-up will ab 2027 Nachtzüge mit privaten Räumen anbieten. Dabei setzt es auf Privatsphäre, Effizienz und einen Preis, der dem eines Flugtickets entsprechen soll. Der Name Nox, lateinisch für „Nacht“, passt dazu.

Mit Einzel- und Doppelabteilen will das Berliner Start-up Nox ab 2027 in das Nachtzuggeschäft einsteigen. Markenzeichen sind Räume mit einem oder zwei Betten, wie dem „Double Vista Room“. (Bild:  Nox Mobility)
Mit Einzel- und Doppelabteilen will das Berliner Start-up Nox ab 2027 in das Nachtzuggeschäft einsteigen. Markenzeichen sind Räume mit einem oder zwei Betten, wie dem „Double Vista Room“.
(Bild: Nox Mobility)

Das Berliner Start-up Nox Mobility hat große Pläne: Ab 2027 will es europaweit Nachtzüge mit ausschließlich privaten Räumen anbieten und damit eine Alternative zu Kurzstreckenflügen schaffen. Bis 2035 sollen so über 100 europäische Städte erreichbar sein. Im Endausbau reicht das Streckennetz dann von Luleå im Norden Schwedens bis nach Reggio di Calabria im Süden Italiens. Geplant ist auch die Anbindung von Metropolen wie Warschau, Budapest, Amsterdam oder Barcelona sowie vieler deutscher Städte wie Hamburg, Berlin, München, Frankfurt und dem Ruhrgebiet.

Bis 2035 soll das Nachtzugnetzwerk auf über 100 Destinationen wachsen.(Bild:  Nox Mobility)
Bis 2035 soll das Nachtzugnetzwerk auf über 100 Destinationen wachsen.
(Bild: Nox Mobility)

Im Gegensatz zu anderen derzeitigen Anbietern, die oft mehrere Personen in einem Schlafwagenabteil unterbringen, setzt Nox bei seinen Zügen auf einzelne Räume mit einem oder zwei Betten. Dabei sind drei Typen verfügbar: der „Single Loft Room“, der „Double Loft Room“ und der „Double Vista Room“. Die beiden „Loft Rooms“ besitzen Hochbetten, entweder ein Einzel- oder ein Doppelbett, zu denen die Fahrgäste über ausziehbare Leitern gelangen.

Schlafzimmer mit Aussicht

Der „Double Vista Room“ bietet zwei übereinander angeordnete Betten, wobei das untere Bett direkt erreichbar ist. Dieses ist umklappbar, dann stehen zwei separate Sitze und ein großer Tisch zur Verfügung. Das Besondere an diesem Raumtyp ist, dass die Schlafgelegenheiten parallel zur Fahrtrichtung befestigt sind. Laut Nox Mobility halten sie „insbesondere im oberen Bett einen atemberaubenden Blick“ nach draußen bereit.

Gemeinsam ist allen drei Typen, dass die Betten zwei Meter lang sind und sich somit selbst für große Passagiere eignen. Auf seiner Webseite weist Nox darauf hin, dass es auch möglich ist, als Einzelperson einen „Double Loft Room“ zu buchen und so im Doppelbett mehr Platz zu haben. Zusätzlich vorhanden sind jeweils getrennte Sitzbereiche, große Tische und ausreichend Raum für das Gepäck. „Unser Design erlaubt es uns, mehr Menschen in unseren Zügen unterzubringen als herkömmliche Anbieter. In Kombination mit einem strikten Fokus auf Standardisierung und operative Effizienz können wir günstige Preise auf über 35 europäischen Strecken anbieten,“ unterstreicht Gründer Janek Smalla die Vorteile der neuen Idee. Er arbeitete bei FlixTrain von Beginn an mit und leitete anschließend bis Ende 2024 zudem den deutschen Ridesharing-Markt für Bolt.

Mitbegründer Thibault Constant war zuvor als Ingenieur bei Alstom und der französischen Staatsbahn SNCF tätig und ist überzeugt: „Im Schlaf durch Europa zu reisen ist ein großartiges Konzept. Aber heute muss man sich das Abteil mit Fremden teilen, die Betten sind eng und es ist oft teurer als ein Flug. Das wollen wir ändern und Nachtzüge zu einem festen Bestandteil des europäischen Reisens machen.“

Das Doppelbett im „Double Loft Room“ wird über eine klappbare Treppe erreichbar sein und viel Platz bieten. Zusätzlich sollen zwei getrennte Sitze und ein Tisch vorhanden sein.(Bild:  Nox)
Das Doppelbett im „Double Loft Room“ wird über eine klappbare Treppe erreichbar sein und viel Platz bieten. Zusätzlich sollen zwei getrennte Sitze und ein Tisch vorhanden sein.
(Bild: Nox)

Im Schlafzug fahren soll günstiger sein als fliegen

Laut der Webseite von Nox kostet ein Einbettabteil beispielsweise für die Strecke München – Paris 79 Euro und ein Doppelbettabteil 149 Euro. Für Berlin – Amsterdam fallen 99 Euro oder 179 Euro an.

Nox sicherte sich bereits Wagen und befindet sich derzeit in der Endabstimmung des Innenraumdesigns. Die nächste große Finanzierungsrunde des Start-ups findet im Herbst statt. Zum Betriebsmodell machte das Unternehmen zunächst keine Angaben.

Auf der Webseite von Nox stehen für interessierte zukünftige Fahrgäste die beabsichtigten Fahrpläne sowie Informationen zu den Preisen zur Verfügung. Zudem bietet man einen kostenlosen „Early Bird Club“ für Updates und Rabatte an, der auch bis zu eine Woche frühere Buchungen ermöglicht. (se)

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