Fahrbericht

Nio EL7: Der Große mit Wechselbatterie

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Batteriewechsel in unter fünf Minuten

Das Luftfahrwerk sorgt für ein sanftes Dahingleiten auf der Autobahn. Meine Frau ist im Lounge-Sitz, bei dem man eine Fuß- und Beinauflage ausfahren und die Rücklehne weit nach hinten klappen kann, bereits eingeschlafen. Ich lausche einem Podcast bei Spotify.

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Das Head-up-Display weist mir am Rande von Utrecht die richtige Abfahrt und die folgenden Abbiegungen zur Wechselstation. Mit 10 Prozent Batteriekapazität und 49 Kilometer Restreichweite erreiche ich eine Schranke, die zu einem Hotel gehört. Einen kurzen Moment bin ich verunsichert, ob ich hier richtig bin. Nomi fordert mich auf, den Batteriewechsel zu bestätigen und zügig zur Wechselstation zu fahren. Die Schranke öffnet und nach wenigen Metern sehe ich den grauen Kasten, der in etwa die Größe von zwei Seecontainern hat. Die Einfahrt ist offen, ich parke den Wagen quer zur Station in einem weiß markierten Rechteck. Ab hier übernehmen die Fahrassistenten. Ich bestätige den Wechselvorgang und der Wagen setzt automatisch in die Station zurück.

Nach einer weiteren Bestätigung auf den großen Bildschirm beginnt der eigentliche Batterie-Wechsel. Nomi erklärt, was gleich passieren wird und das sich der Wagen leicht bewegt bzw. man Geräusche hören wird. Was man in erster Linie hört, ist das Lösen der Schrauben. Danach werden die Bildschirme als auch Nomi schwarz. Das Auto hat keine Energie mehr. Der Moment kann unangenehm wirken: Man soll den Wagen nicht verlassen. Neben den Anzeigen hat auch die Klimaanlage ihren Dienst eingestellt. Zum Glück habe ich mein Fenster einen Spalt geöffnet. Natürlich dauert es nur wenige Minuten, bis die neue Batterie eingesetzt ist und alle System wieder erwachen. Der gesamte Wechselvorgang läuft in unter fünf Minuten ab. Doch Nio hat bereits reagiert. In der dritten Generation der Wechselstation werden die Bildschirme beim Wechsel mit Energie versorgt. Lediglich die Klimaanlage schaltet ab.

Gekühlter Hund

Sobald das Licht in der Station von rot auf grün wechselt, fahre ich eigenständig hinaus. Die neue Batterie ist zu 90 Prozent geladen und zeigt 436 Kilometer an, was bis zu unserem Ziel mehr als ausreicht. Den Zeitvorteil des schnellen Wechseln verspielen wir, da wir die Toiletten im Hotel aufsuchen müssen.

Da unser Hund nicht mit hinein soll, aktivieren den Haustiermodus. Dabei kann ich die Temperatur wählen, die der Innenraum haben soll. Sobald ich den Wagen verschließe, sehe ich die Temperaturanzeige auf dem großen Bildschirm in der Mitte, zusammen mit dem Hinweis: „Keine Sorge. Mein Halter wird bald zurückommen“. Das hält besorgte Tierliebhaber hoffentlich davon ab, eine Scheibe einzuschlagen.

Insgesamt macht die Software bei Nio einen guten Eindruck. Bei der Routenplanung wird meine Strecke in einem Kasten als grüne Linie dargestellt. Darauf sehe ich einen Punkt, der mir verdeutlicht, wie weit ich es bereits geschafft habe. Rote Elemente im grünen Strich weisen mich auf Staus hin.

Andere E-Auto zeigen bei der Routenplanung lediglich Zeit und Kilometer bis zum nächsten Ladestopp. Doch man möchte auch wissen, wann man am Ziel ankommt. Nio alterniert in der Anzeige zwischen Ladestopp und Ziel. Auch die Smartphone-App macht einen guten Eindruck mit ihren Funktionen: Klimatisieren, Batterie vorwärmen, Türen entriegeln, Ladestationen suchen, Ladevorgang überwachen und vieles mehr. Die Verkehrsschilderkennung ist seit meiner letzten Fahrt deutlich besser geworden. Um Software an den europäischen Markt anzupassen, hat Nio kürzlich ein Innovation Center in Berlin eröffnet.

Wenn Software Knöpfe ersetzt, finde ich in manchen Fahrsituationen das Gesuchte nicht auf Anhieb im digitalen Menü. Das geht mir bei einer engen Durchfahrt so, als ich meine Außenspiegel einklappen möchte. Also sage ich: „Hey Nomi, klapp die Außenspiegel ein“ und setze meine entspannte Fahrt fort. Wer so hilfreich ist, darf mich auch gelegentlich ermahnen konzentriert zu bleiben.

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