Test

Nio EL 7: Ein Technik-Paket der Oberklasse

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Innen Erde, außen Himmel

Davon bekomme ich im Innenraum nichts mit. Sobald ich einsteige, muss ich die Tür nur leicht ranziehen, den Rest erledigt der elektrische Schließmechanismus (Soft Close). Der Wagen ist direkt eingeschaltet. Ich muss die Wippe in der Mittelkonsole nur auf D legen und es geht leise los.

Mein Blick schweift über die hochwertige Innenausstattung. Die Lüftungsschlitze sind nicht auf Anhieb sichtbar, genau wie die Ambiente-Leuchten. Statt Plastik setzt Nio auf Karuun, das aus nachwachsendem Rattan besteht. Die Abdeckung des Staufachs in der Mittelkonsole klappe ich nach rechts, so dass ich alle Inhalte direkt sehe. Der Beifahrer kann über einen Flügelmechanismus diese Klappe nach links öffnen und findet so das Gesuchte schneller. Aber vermutlich hat der Beifahrer längt die Fuß- und Beinauflage ausgefahren und so einen Liegesitz daraus gemacht.

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Aus der Dolby-Atmos-Surround-Anlage (23 Lautsprecher) ertönt Musik von Tidal oder Spotify. Bei einem Radstand von 2,96 Metern sitzen auch die Passagiere im Fond mit viel Bein- und Kopffreiheit. Die hinteren Sitze sind ebenfalls beheizt und habe zwei unterschiedliche Neigungswinkel für die Rückenelemente.

Der Kofferraum bietet 570 Liter Stauraum. Es sind sogar 658 Liter mit dem Fach unter dem Kofferraumboden. Da liegen jetzt Ladekabel, weil es unter der Fronthaube kein Staufach gibt. Legt man die geteilte Rückbank um, hat man 1.545 Liter Stauraum, in den Dinge mit bis zu 1,88 Meter Länge passen.

„Nomi, da irrst Du“

Man spürt, dass Sprachassistentin Nomi inzwischen einige Trainingseinheiten auf Deutsch absolviert hat. Auf Anhieb versteht die lächelnde Kugel auf dem Armaturenbrett meinen Wunsch nach einer Massage, schiebt das Glaselement im Panoramadach 70 Zentimeter nach hinten. Zwar lacht die norddeutsche Sonne, doch es ist noch zu kühl, so dass Nomi das Schiebedach direkt wieder schließen darf.

Auch die eingebaute Beduftung mit Aromen weiß Nomi zu starten. Sie ist insgesamt sehr gesprächig. Selbst wenn keine Routenführung aktiv ist, meldet sie sich regelmäßig zu Wort: „Schule voraus“, „Verkehrshindernis in 300 Metern“, „Sie fahren zu schnell.“ An diesem Punkt beginnt meine erste verbale Auseinandersetzung mit Nomi. Ich befinde mich auf einer Straße mit Tempo 80. Das Head-up-Display zeigt mir ein Tempolimit von 30 km/h. Hier offenbart das System Schwächen. Die Schildererkennung liegt mehrfach daneben.

„Ja, das Problem ist uns durch unsere Community bekannt“, gibt Kranz offen zu. Nio pflegt einen intensiven Austausch mit seinen Kunden. Es existiert ein Nutzergremium mit 100 Mitgliedern, die in der Fahrzeugentwicklung gehört werden. Bevor Journalisten den SUV ausprobieren durften, waren am Wochenende die Nio-Fans dran. Ihre Meinung hat tatsächlich Gewicht. Kranz nennt zwei Beispiele: „Wir haben das Blinkergeräusch angepasst und eine manuelle Vorkonditionierung der Batterie im Fahrzeugmenü sowie der App für kalte Tage eingeführt.“

„Nomi, bring mich zurück in die Speicherstadt“. Den Befehl setzt Nomi direkt in eine Routenplanung um, die im Bildschirm als auch dem Head-up-Display erscheint. Der Komfort dieser Projektion in der Windschutzscheibe als auch die beschriebenen Sitze gehören bei Nio zur Grundausstattung. Genau wie die ausklappbare Anhängerkupplung (2.000 Kilogramm Zug- und 100 Kilogramm Stützlast). Als Optionen bleiben lediglich die Batterie- und Reifengröße (20"/21") sowie die Farben. Meine Version ist innen Pamir-Braun, benannt nach einem asiatischen Gebirgszug. Die Innenfarben orientieren sich an der Erde, die Außenfarben am Himmel (Blau, Weiß, Grau). Das gehört zur Nio-Philosophie. Das Logo steht symbolisch für Himmel und Erde.

Level 3 ist möglich

Auf dem Rückweg aktiviere ich mit einem Knopfdruck am Lenkrad den Piloten. Der Wagen bleibt nun in der Spur und hält den Abstand zum Vorausfahrenden. Beim Blick auf den EL 7 fallen die Kameras und der Lidar-Sensor oberhalb der Frontscheibe direkt ins Auge. Watchtower nennt Nio diese Installation. Mit der erhöhten Position haben die Sensoren einen guten Überblick und der teure Lidar-Sensor wird bei Auffahrunfällen nicht beschädigt.

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Insgesamt sind im SUV 33 Sensoreinheiten verbaut. Dazu zählen neben Lidar noch Radar- und Ultraschallsensoren sowie 11 Kameras. Der Leistungsfähige Computer, den Nio Adam getauft hat, verarbeitet bis zu acht Gigabyte an Daten pro Sekunde. Mit einer derartigen technischen Ausstattung dürfte teilautomatisiertes Fahren im Level 3 möglich sein. Die Halter eines Nio ET 7 oder EL 7 können sich auf kommende Updates freuen.

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