Der Verband der Automobilindustrie hat das VDA- E-Ladenetz-Ranking präsentiert und dabei die öffentliche Ladeinfrastruktur für Elektro-Pkw ausgewertet. Fazit: Die Lücke zwischen Angebot und Bedarf ist im Vergleich zur letzten Erhebung zwar kleiner geworden, aber es besteht nach wie vor Handlungsbedarf.
Der VDA hat die Ergebnisse seines E-Ladenetz-Rankings vorgestellt.
(Bild: frei lizensiert bei Pixabay)
In Deutschland gibt es, Stand 1. Juli 2024, laut Bundesnetzagentur 142.793 öffentlich zugängliche Ladepunkte, davon 30.048 Schnellladepunkte. Damit kommen in Deutschland zu diesem Stichtag im Durchschnitt 17 Elektroautos auf einen öffentlich zugänglichen Ladepunkt. Diese Zahl zeigt: Die seit Jahren klaffende Lücke zwischen Angebot und Bedarf bei der öffentlichen Ladeinfrastruktur für E-Pkw, die von 2020 bis 2022 erheblich größer wurde, ist nun erneut geschrumpft. Zum Vergleich: Die letztjährige Veröffentlichung wies noch 21 E-Pkw aus, die statistisch betrachtet auf einen öffentlichen Ladepunkt kamen. „Eine ausreichende und leistungsfähige Ladeinfrastruktur ist ein wesentlicher Schlüsselfaktor, um die Menschen für den Umstieg auf die E-Mobilität zu begeistern“, betont VDA-Präsidentin Hildegard Müller mit Nachdruck. „Der Ausbau der Ladeinfrastruktur muss deshalb vorauslaufend den Erfolg der E-Mobilität in Deutschland unterstützen und politisch weiter forciert werden. Die Ergebnisse unserer Auswertung zeigen, dass sich etwas bewegt und es mit dem Ausbau der Ladeinfrastruktur für E-Autos endlich vorwärts geht – das ist eine gute Nachricht für die E-Mobilität in Deutschland und die Verbraucherinnen und Verbraucher. So muss es nun unbedingt weitergehen, denn der Weg ist noch weit: Noch immer gibt es in jeder dritten Gemeinde keinen öffentlichen Ladepunkt und bei der Schnellladeinfrastruktur gilt trotz des gesteigerten Ausbautempos, dass noch immer drei von vier Gemeinden in Deutschland ohne öffentlichen Schnellladepunkt sind. Es gibt weiterhin Nachholbedarf. Deshalb muss unter anderem der Ausbau der Standorte des sogenannten Deutschlandnetz mit mehr als 1.000 Schnellladeparks weiter vorangetrieben und wie vorgesehen 2026 abgeschlossen werden.“
Im Fokus: Ladeleistung
Die Bundesnetzagentur weist zum Stichtag des neuen VDA-E-Ladenetzrankings 45.298 öffentliche Ladepunkte mehr aus als beim letzten Ranking. Insbesondere Berlin konnte punkten – in der Hauptstadt kamen 2.053 öffentliche Ladepunkte hinzu. In Stuttgart waren es 1.456, in Frankfurt am Main 1.130.
Für die Ladezeit spielt die Ladeleistung eine wichtige Rolle. An Schnelladepunkten lassen sich in der gleichen Zeit mehr Stromer laden als an Normalladepunkten. Betrachtet man die Ladeleistung, die pro Fahrzeug in Deutschland durchschnittlich zur Verfügung steht, um den Ausbau der öffentlich zugänglichen Ladeinfrastruktur abzubilden, so zeigt die VDA-Auswertung, dass sich diese gesteigert hat. Standen 2023 statistisch gesehen pro E-Auto in Deutschland 1,7 kW zur Verfügung, so sind es in diesem Jahr 2,1 kW. Das liegt vor allem daran, dass verstärkt Schnellladepunkte mit hoher Ladeleistung errichtet wurden. So waren 11.471 der von Juli 2023 bis Juli 2024 neu hinzugekommenen öffentlichen Ladepunkte, Schnellladepunkte. Die Jahreszuwachsrate betrug hier 62 Prozent und war deutlich höher war als die Steigerung bei den Normalladepunkten mit einem Plus von 43 Prozent. Besonders zügig lief mit 8.699 neuen Ladepunkten (+77 Prozent) der Zubau von High-Performance-Ladepunkten über 149 kW.
Verfügbarkeit der Ladepunkte essenziell
Die Ladeleistung spielt zwar eine wichtige Rolle, aber für den Nutzer ist auch die Verfügbarkeit der Ladepunkte vor Ort essenziell. Hier macht das Ranking leider deutlich: In 35 Prozent aller 10.752 Gemeinden gibt es immer noch keinen einzigen öffentlichen Ladepunkt. 73 Prozent der Gemeinden verfügen über keinen öffentlichen Schnellladepunkt. Doch auch hier zeigt das Ranking Verbesserungen im Vergleich zur letztjährigen Auswertung: Da gab es in fast jeder zweiten deutschen Gemeinde keinen öffentlichen Ladepunkt und in acht von zehn Gemeinden keinen öffentlichen Schnellladepunkt.
Stromnetze optimieren
Damit sich Elektromobilität letztendlich durchsetzen kann, muss es nicht nur mehr Ladepunkte geben, sondern auch die Stromnetze ausgebaut werden, wie Müller betont: „Es ist nicht damit getan, eine Ladesäule aufzustellen, auch die Stromnetze müssen dringend fit für die Zukunft gemacht werden. Der beschleunigte und vorausschauende – das heißt am zukünftigen Bedarf orientierte – Stromnetzausbau ist die entscheidende Voraussetzung für den Ausbau der Ladeinfrastruktur. Bei den Stromnetzten ist Deutschlands Nachholbedarf groß, die Netze müssen dringend ausgebaut und modernisiert werden. Hier besteht zusätzlicher dringender Handlungsbedarf für Politik, Bundesnetzagentur und Energiewirtschaft."
Ergebnisse des VDA-E-Ladenetzrankings
Das VDA-E-Ladenetz-Ranking ist eine statistische Auswertung, die auf den amtlichen Daten des Kraftfahrt-Bundesamtes und der Bundesnetzagentur beruht. Die Auswertung unterteilt sich in drei Bereiche:
T-Wert
A-Wert und
S-Wert
Der T-Wert gibt an, wie viele E-Autos sich einen öffentlich zugänglichen Ladepunkt teilen. Hier gibt es mit dem niedersächsischen Emden einen neuen Spitzenreiter. In Emden gibt es deutschlandweit das beste Verhältnis von E-Pkw zu öffentlichen Ladepunkten für E-Pkw. 4,5 Stromer kommen dort auf einen öffentlichen Ladepunkt. Emden belegte im letztjährigen VDA- E-Ladenetz-Ranking hinter Ingolstadt den zweiten Platz. Neu auf dem Treppchen ist Heilbronn, das drei Plätze gut macht, und der Landkreis Oder-Spree in Brandenburg, wo sich die Anzahl der öffentlichen Ladepunkte innerhalb eines Jahres fast verfünffacht hat. Sowohl in Heilbronn als auch im Landkreis Oder-Spree kommen 4,7 E-Autos auf einen öffentlichen Ladepunkt.
Stand: 08.12.2025
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Betrachtet man das Ladeangebot auf Ebene der Bundesländer, so zeigt sich: In Sachsen gibt es erneut das beste Verhältnis von Stromer zu öffentlichen Ladepunkten. Wie auch beim letzten Ladenetzranking folgen auf den Plätzen zwei und drei Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen. Natürlich gibt es aber auch strukturelle Unterschiede in den Bundesländern. So ist der E-Pkw-Bestand in den neuen Bundesländern vergleichsweise gering. Danach folgen Bremen, Sachsen-Anhalt und Berlin, das zwei Plätze gut macht. Dann: Brandenburg, Schleswig-Holstein, Baden-Württemberg, Bayern und Niedersachsen, wo wie im gesamtdeutschen Schnitt 17,3 E-Pkw auf einen öffentlichen Ladepunkt kommen. Die dahinter folgenden Länder – in dieser Reihenfolge: Hamburg, Nordrhein-Westfalen, Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland – liegen mit ihren Werten zwar jeweils unter dem Bundesdurchschnitt, auch für sie gilt aber wie für alle Bundesländer, dass sie ihr Verhältnis von öffentlichen Ladepunkten zu E-Autos gegenüber dem vorangegangenen Ranking verbessert haben. Das heißt: Das Ladeangebot für Menschen, die ein E-Auto nutzen, ist in allen Ländern größer als noch vor einem Jahr.
A-Wert
Der A-Wert stellt die grundsätzliche Attraktivität des Ladenetzes im Landkreis oder in der Stadt dar. Dafür wird die Anzahl der öffentlich zugänglichen Ladepunkte ins Verhältnis zu sämtlichen im Landkreis oder in der Stadt zugelassenen Autos gesetzt, unabhängig von deren Antriebsart. Der Wert zeigt also an, wie attraktiv der Landkreis oder die Stadt für den Umstieg auf die Elektromobilität ist. Im A-Wert-Ranking liegt Ingolstadt (Bayern) vorn. Es folgen Heilbronn und Stuttgart (beide Baden-Württemberg).
Wer siegt beim Schnellladen?
Der S-Wert zeigt, wie viele Stromer sich statistisch betrachtet einen Schnellladepunkt teilen. Hier ist wegen der noch schwachen Verbreitung nur eine statistische Auswertung auf Ebene der Bundesländer sinnvoll. Das VDA-E-Ladenetzranking zeigt: Der Bundesdurchschnitt liegt beim S-Wert bei 82,4. Anders formuliert: In Deutschland kommen durchschnittlich gut 82 E-Pkw auf einen Schnellladepunkt. Dieser Wert hat sich seit der letzten Erhebung deutlich verbessert. Da lag er bei 110,8.
Die ersten drei Plätze beim S-Wert belegen im aktuellen Ranking, wie bereits bei der letzten Auswertung, die Länder Thüringen (34,7), Sachsen-Anhalt (40,5), und Mecklenburg-Vorpommern (45,6). Hier schlagen sich auch strukturelle Unterschiede in den Bundesländern nieder, in den neuen Bundesländern ist der Stromer-Bestand noch gering. Es folgen: Sachsen, Brandenburg, Schleswig-Holstein, Rheinland-Pfalz, Niedersachsen, Bayern, Bremen, Berlin und Nordrhein-Westfalen. In NRW kamen mit 2.238 Schnellladepunkten gegenüber der letzten Auswertung die meisten hinzu. Dahinter: Baden-Württemberg, Hamburg und Hessen. Das Saarland hat die Zahl seiner Schnellladepunkte innerhalb eines Jahres auf 248 verdoppelt, bleibt aber Schlusslicht. (se)