Elektromobilität MAN startet Batterie-Serienproduktion in Nürnberg

Von Stefanie Eckardt 3 min Lesedauer

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In Nürnberg hat Nutzfahrzeughersteller MAN Truck & Bus offiziell seine neue Batterieproduktion in Betrieb genommen. Diese soll über die nächsten Jahre sukzessive ausgebaut werden. Dafür investiert das Unternehmen weitere 150 Millionen Euro.

MAN Truck & Bus hat die Batterieproduktion für eTrucks und eBusse in Nürnberg in Betrieb genommen.(Bild:  MAN Truck & Bus)
MAN Truck & Bus hat die Batterieproduktion für eTrucks und eBusse in Nürnberg in Betrieb genommen.
(Bild: MAN Truck & Bus)

Im feierlichen Rahmen haben in Nürnberg Staatsminister Hubert Aiwanger, MAN-Vorstand für Produktion und Logistik Michael Kobriger, MAN-Vorstandsvorsitzender Alexander Vlaskamp, der Bayerische Ministerpräsident Dr. Markus Söder, der Betriebsratsvorsitzende am Standort Nürnberg Markus Wansch und Dr. Frederik Zohm, MAN-Vorstand für Forschung und Entwicklung den Startschuss für die Batterie-Serienproduktion gegeben, in die rund 100 Millionen Euro flossen. Dabei kündigte der Nutzfahrzeughersteller an, dass man in den kommenden Jahren weitere 150 Millionen Euro in den Kompetenzaufbau Batterietechnologie investieren wolle. Heißt, das Unternehmen will bei neuen Batterien neben den Packs auch die Module in der fränkischen Metropole fertigen.

Forschung ausweiten und Arbeitsplätze sichern

Mit den geplanten 150 Millionen Euro soll in den Bereichen Batteriemontage, Zellchemie und ‑alterung sowie Batteriesicherheit geforscht werden. Insgesamt werden durch die Investitionen in Nürnberg rund 400 Arbeitsplätze gesichert und die Transformation des Standorts vorangetrieben. Die nun in der Batterieproduktion tätigen Mitarbeiter hatten zuvor ihre Beschäftigungsfelder in der Motorenmontage, Gießerei oder Logistik.

Am Standort werden Batteriepacks in drei Formfaktoren hergestellt. Ein flacher Formfaktor kommt im batterie-elektrischen Stadtbus Lion’s City E zum Einsatz. Zwei weitere Formate finden Anwendung in den eTrucks MAN eTGL, MAN eTGS und MAN eTGX mit Gesamtgewichten von 12 bis 50 Tonnen. Der Start der Serienproduktion der beiden elektrisch angetriebenen Nutzfahrzeuge in München ist für Juni dieses Jahres geplant.

Derzeit können 50.000 Batteriepacks pro Jahr in Nürnberg produziert werden. Man hat allerdings das neue Gebäude so ausgelegt, dass sich hier 100.000 Einheiten pro Jahr fertigen lassen. Bei wachsender Nachfrage nach batterie-elektrischen Fahrzeugen kann somit schnell auch die Batterieproduktion gesteigert werden.

NMC-Technologie im Fokus

Das Unternehmen setzt in seinen Batterien auf eine Nickel-Mangan-Cobalt-Zellchemie (NMC) Diese hat es speziell an den Betrieb von Nutzfahrzeugen angepasst. Das Batteriemanagementsystem (BMS) überwacht im Betrieb kontinuierlich den Zustand der Zellen. Kommt es beispielsweise zu einem unvorhergesehenen Ereignis, sorgt es durch interne Maßnahmen für einen sicheren Zustand. Bei einem Unfall trennt das BMS die Batterie sofort vom Rest des Fahrzeugs. Außerdem hält es die Batteriezellen mithilfe eines intelligenten Heiz- und Kühlsystems immer in einem optimalen Temperaturbereich.

Modulare Produktion

Die gestartete Großserienfertigung der Batteriepacks punktet mit einer modularen Produktion. Das heißt, MAN arbeitet mit einem System ohne Band und Takt, das mit unterschiedlichen Produktvarianten umgehen und sich leicht an neue Varianten anpassen lässt. Der Nutzfahrzeughersteller kann die entkoppelten Stationen unabhängig voneinander betrieben und auch umbauen, die Batteriepacks fließen abhängig vom individuellen Bedarf und Zustand durchs Produktionssystem.

End-of-Line-Test für Sicherheit

Insbesondere Sicherheit wird bei der Batterieproduktion großgeschrieben. Jedes Batteriepack durchläuft am Ende der Produktion einen End-of-Line-Test. Im Fokus stehen dabei verschiedene Software-Tests, elektrische Tests wie Laden/Entladen, Überprüfen der vom Lieferanten übermittelten Daten der Batteriezellen und -module sowie ein Leckage-Test. Schließlich müssen die Stromspeicher Wind und Wetter genauso aushalten wie auch einen Dampfstrahler. Dafür durchläuft jede Batterie 23 Prüfprogramme und es werden ca. 400 Prüfparameter aufgenommen, wie MAN betont. Für jede Batterie wird das individuell dokumentiert. Der Produktionsprozess kann so auch nach 15 Jahren noch nachverfolgt werden.

Investitionen auch in Dieselmotoren

Der Start der Batterieproduktion ist bereits die zweite neue Produktionslinie, die in diesem Jahr in Nürnberg eröffnet wurde. Auch die Produktion der neuen Dieselmotoren, die im Antriebsstrang D30 PowerLion zum Einsatz kommt, ist eine Investition in die Zukunft, in die etwa eine Viertel Milliarde Euro flossen. Aktuell geht MAN davon aus, dass im Jahr 2030 knapp die Hälfte der Lkw in Europa und etwa 90 Prozent der Stadtbusse mit Zero-Emission-Antrieb ausgeliefert werden sollen. Ein effizienter Dieselmotor wird also noch bis in die 2030er-Jahre vonnöten sein. Weitere Motorenplattformen und -baureihen werden darüber hinaus im externen Motorengeschäft des Unternehmens langfristig zur Verfügung stehen.  (se)

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