Gedruckte Elektronik gewinnt im Mobilitätsbereich immer mehr an Bedeutung. Kein Wunder, denn sie punktet vor allem in der Automobilindustrie mit etlichen Vorteilen, wie Gewichts- und Platzersparnis, hohe Designfreiheit durch flexible Formen oder Kosteneffizienz bei der Produktion. Die diesjährige Lopec zeigt mit vielen Neuheiten vom 25. bis 26. Februar 2026 sowie dem dazugehörigen Kongress ab 24.02.2026, wie gedruckte Elektronik zu einer nachhaltigen Mobilität beiträgt.
Automotive-Themen spielen auf der Lopec 2026 eine wichtige Rolle.
(Bild: Messe München)
Rund 170 Aussteller aus 29 Ländern und rund 2.400 Besucher kamen vom 25. bis 27. Februar 2025 im ICM der Messe München zusammen. Die Fachmesse und der dazugehörige Kongress für flexible, organische und gedruckte Elektronik hatten bereits im letzten Jahr die Anwenderseite noch stärker in den Fokus gerückt und zeigten unter anderem mit praxisorientierten Vortragssessions. Zentrale Themen waren die zunehmende Marktdurchdringung der Technologie sowie die enorme Bedeutung der gedruckten Elektronik für nachhaltige Anwendungen – unter anderem für Automotive.
Auch 2026 wird hier ein Fokus liegen: Ob Batterie-Management, neue Display-Konzepte, individuelle Fahrzeugdesigns oder energiesparende Leuchten: Gedruckte Elektronik findet sich in vielen Automotive- und Mobilitätsapplikationen wieder.
Bereits 2025 zeigte Audi auf der Lopec individuell konfigurierbare OLED-Heckleuchten aus einzeln ansteuerbaren Segmenten an. Zukünftig will die Volkswagen-Tochter die Technik auch für die Kommunikation mit anderen Verkehrsteilnehmern nutzen. In diesem Jahr wird Aumovio, der seit September 2025 eigenständige Continental-Automotive-Bereich, die Bedeutung von flexiblen organischen Leuchtdioden (OLEDs) für Displays unterstreichen. Wie das Unternehmen in seiner Keynote auf dem Lopec-Kongress erläutern wird, überzeugen OLED-Displays mit einer exzellenten Bildqualität und einem niedrigen CO₂-Fußabdruck. Dazu tragen auch optimierte Klebematerialien bei. Sie halten die OLED-Displays zusammen, verbessern den Umgebungskontrast und reduzieren interne Reflexionen. Außerdem erleichtern sie Reparaturen und Recycling.
Über nachhaltige Klebetechniken informiert auch Tesa. Das Unternehmen entwickelt Debonding-on-Demand-Klebebänder für Displays, Stromerbatterien und viele andere Anwendungen, die sich bei Bedarf etwa unter dem Einfluss von Hitze, Strom oder Laserlicht lösen. Der zentrale Vorteil: Verbundbauteile können kontrolliert in ihre einzelnen Bestandteile zerlegt werden. Weil diese aus demselben Werkstoff bestehen, lassen sie sich deutlich einfacher recyceln – ein wichtiger Schritt hin zu ressourcenschonenden und kreislauffähigen Produkten. „Neue Werkstoffe spielen bei gedruckter Elektronik eine Schlüsselrolle. Daher freuen wir uns, dass Materialhersteller aus aller Welt ihre Neuheiten auf der LOPEC vorstellen”, so Armin Wittmann, Exhibition Director der Lopec. In München werden sowohl Branchengrößen wie Celanese, Covestro, Elantas, Henkel, Heraeus und Sun Chemicalals auch kleinere spezialisierte Unternehmen vertreten sein. So präsentiert beispielsweise das finnische Unternehmen Canatu auf dem Kongress Elektronik aus Kohlenstoffnanoröhren (CNT). Gedruckte CNT-Touchsensoren ersetzen beispielsweise im Autocockpit Knöpfe und Schalter und bieten mehr Designfreiheit.
Individuell gestalteter Innenraum
Das Interieur lässt sich dank gedruckter Elektronik immer individueller gestalten und soll sich in Zukunft der Stimmung oder den Wünschen der Fahrgäste anpassen lassen. Im Innovation Showcase und auf dem Kongress präsentiert das US-Unternehmen E Ink gemeinsam mit dem deutschen Automobilzulieferer Marquardt schaltbare Paneele für Türverkleidungen. Dank der elektronischen Tinte von E Ink können sie auf Knopfdruck ihre Farbe und ihr Muster ändern. E Ink demonstrierte mit BMW, dass die Karosserieoberfläche eines Fahrzeugs auf Anforderung des Fahrers ihre Farbe variieren kann. Der BMW iX Flow featuring E Ink wurde erstmals auf der CES 2022 gezeigt. E Ink zeigte interessierten Besuchern der Messe seine Technik.
Darüber hinaus wird auch die Fahrzeugbeleuchtung zunehmend zum Designelement. Auf die Produktion von dynamischen Displays, animierten und individualisierten Leuchtmodulen geht TactoTek auf dem Kongress ein. Das finnische Unternehmen vereint gedruckte Elektronik und LEDs mit Dekor- und Strukturelementen in einem leichten, spritzgegossenen Kunststoffteil. Diese Fertigungsweise schont Ressourcen, weil sie weniger Bauteile und Kunststoff als herkömmliche Verfahren benötigt. Beispielsweise partnert das Unternehmen mit Automobilzulieferer Valeo. Die IMSE-Technologie (In-Mold Structural Electronics) von TactoTek hilft dem französischen Unternehmen, um Lösungen für die Innen- und Außenbeleuchtung anzubieten.
Großes Interesse asiatischer OEMs und Zulieferer
Die Messe rückt auch immer mehr in den Fokus internationaler Besucher und Aussteller. „Die Lopec 2026 spiegelt das Interesse der weltweiten Automobilindustrie an gedruckter Elektronik wider“, freut sich Wittman. Vor allem Asien rückt in den Fokus. So wird Changan im Rahmen des Kongresses auf die Vorteile gedruckter Elektronik eingehen und erklären, wie diese in den Fahrzeugen des chinesischen Autobauers zum Einsatz kommen.
Stand: 08.12.2025
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Aus Indien ist Naxnova mit einem Vortrag vertreten. Zur Naxnova Group gehören die Unternehmen Quad aus Belgien und ATT aus Österreich, die beide gedruckte Elektronik herstellen, sowie der deutsche Automobilzulieferer HS Products Engineering. Naxnovas Produktpalette umfasst unter anderem gedruckte Leuchtelemente für das Fahrzeuginnere und -äußere sowie Sensoren für Fahrerassistenzsysteme und zur Klimakontrolle. (se)