Batterietechnik Litona produziert Preußisch Weiß für Natrium-Ionen-Batterien

Quelle: Pressemitteilung 2 min Lesedauer

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Natrium-Ionen-Batterien haben viele Vorteile im Vergleich zu herkömmlichen Batterien. Weil sie keine kritischen Rohstoffe wie Lithium oder Kobalt enthalten, könnten sie Anwendungen wie die Elektromobilität günstiger machen. Bislang fehlt es aber an den notwendigen Energiespeichermaterialien für die Produktion. Das Start-up Litona will sie im industriellen Maßstab fertigen.

Litona-Gründer Sebastian Büchele zeigt eine Flasche des Energiespeichermaterials Preußisch Weiß für Natrium-Ionen-Batterien. (Bild:  Markus Breig | KIT)
Litona-Gründer Sebastian Büchele zeigt eine Flasche des Energiespeichermaterials Preußisch Weiß für Natrium-Ionen-Batterien.
(Bild: Markus Breig | KIT)

Litona, eine Ausgründung aus dem Karlsruher Institut für Technik (KIT), produziert das Kathodenmaterial Preußisch Weiß für neue Batteriegenerationen. Preußisch Weiß, ein „chemischer Verwandter“ des bekannten Farbstoffs Preußisch Blau, basiert im Wesentlichen auf Natrium, Eisen und Mangan. „Als Energiespeichermaterial kann es an der Kathode einer Natrium-Ionen-Batterie eingesetzt werden“, erklärt Sebastian Büchele vom Institut für Angewandte Materialien des KIT und Gründer von Litona. „Solche Batterien sind günstig und alle enthaltenen Rohstoffe sind breit verfügbar. Ich bin davon überzeugt, dass wir sie bald massenhaft in Elektrofahrzeugen und Netzspeichern verwenden können.“ Die Frage sei allerdings, wer sie produziert. Hier stehe die europäische Industrie vor einem großen Problem. „Derzeit ist es selbst für Forschungseinrichtungen schwierig, sich Preußisch Weiß in ausreichenden Mengen zu beschaffen. Kaum ein Unternehmen in Europa stellt es her“, so der Wissenschaftler. „Erforschung und Transfer der zukunftsweisenden Natrium-Ionen-Technologie werden dadurch extrem gebremst.”

Material und Verfahren: Hand in Hand

Weil Sebastian Büchele an der Natrium-Ionen-Technologie forschen wollte, beschloss er, Preußisch Weiß selbst zu synthetisieren. Bei diesen Arbeiten entstand am KIT nicht nur ein Kathodenmaterial, sondern auch ein Verfahren für dessen Herstellung. Mit dem Ziel, einen größeren Markt zu bedienen, gründete er gemeinsam mit dem Chemiker Tom Bötticher das Start-up Litona. „Bei Wettbewerbern gab es Probleme bei der Skalierung der Produktion von Preußisch-Weiß-Analoga“, berichtet Büchele und betont: „Wir glauben, dass wir diese gelöst haben. Außerdem haben wir Methoden entwickelt, um unser Material weiter aufzuwerten.“

Standort Deutschland

Um die Skalierungsschritte zu validieren und das Material für den Einsatz in Batterien der nächsten Generation zu optimieren, nutzte Litona bisher die Infrastruktur des KIT. Inzwischen arbeiten die beiden Gründer am Aufbau einer eigenen Produktion. „Wir haben uns dabei bewusst für den Standort Deutschland entschieden“, unterstreicht Mitgründer Bötticher. „Wir glauben an das Potenzial einer europäischen Batterieproduktion. Bei den Lithium-Ionen-Batterien hatte Asien in den vergangenen Jahren die Nase vorn. Die Natrium-Ionen-Technologie ist jetzt eine Riesenchance für einen Neuanfang in Europa. Wir wollen dabei nicht nur zuschauen.“

Litona wurde im August 2023 mit dem Ziel gegründet, die europäische Industrie mit Natrium-Ionen-Energiespeichermaterialien zu versorgen. Für die Zukunft will das junge Unternehmen aber auch die Entwicklung eigener Natrium-Ionen-Batterien nicht ausschließen. Derzeit befinden sich die Gründer in Gesprächen mit potenziellen Investoren. (se)

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