Ressourcensicherung Lithium aus Deutschland: Vulcan feiert Baugenehmigung und Bohrerfolg

Von Susanne Braun 2 min Lesedauer

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Im Hinblick auf Lithiumgewinnung und Verarbeitung in Deutschland feiert das Unternehmen Vulcan Energy zwei Erfolge. Am Bohrplatz Schleidberg in Landau wurde die erste Hauptbohrung abgeschlossen. Dazu passend kann in Landau die erste kommerzielle Lithiumextraktionsanlage errichtet werden.

Die erste Bohrung am Borhplatz Schleidberg bei Landau wurde von Vulcan Energy erfolgreich abgeschlossen.(Bild:  Vulcan Energy)
Die erste Bohrung am Borhplatz Schleidberg bei Landau wurde von Vulcan Energy erfolgreich abgeschlossen.
(Bild: Vulcan Energy)

Der Oberrheingraben zählt zu den geologisch aktivsten Regionen Mitteleuropas und bereits in Tiefen von 3.000 bis 5.000 Metern finden sich dort Thermalwässer mit Temperaturen von 150 bis über 200 °C. Diese Bedingungen machen die Region zu einem der wenigen europäischen Standorte, an denen Geothermie und Lithiumextraktion im industriellen Maßstab kombiniert werden können. Das haben die Verantwortlichen des Unternehmens Vulcan Energy erkannt, die kürzlich zwei Erfolge im Rahmen des Projekts rund um nachhaltige Lithiumgewinnung und Geothermie am Oberrhein feierten.

v.l.n.r.: Ricardo Wienold (Stadtbauamt Stadt Landau), Jörg Zeilinger (Director Project Development Vulcan Energy), Christian Freitag (CCO & Geschäftsführer Vulcan Energie Ressourcen GmbH), Lukas Hartmann (Bürgermeister Stadt Landau), Martin Messemer (Amtsleiter Finanzverwaltung &Wirtschaftsförderung Stadt Landau)  bei der Übergabe der Baugenehmigung.(Bild:  Vulcan Energy)
v.l.n.r.: Ricardo Wienold (Stadtbauamt Stadt Landau), Jörg Zeilinger (Director Project Development Vulcan Energy), Christian Freitag (CCO & Geschäftsführer Vulcan Energie Ressourcen GmbH), Lukas Hartmann (Bürgermeister Stadt Landau), Martin Messemer (Amtsleiter Finanzverwaltung &Wirtschaftsförderung Stadt Landau) bei der Übergabe der Baugenehmigung.
(Bild: Vulcan Energy)

Die Stadt Landau erteilte am 31. Oktober 2025 die Baugenehmigung für die kommerzielle Lithiumextraktionsanlage (LEP) im Gewerbegebiet D12. Die neue LEP ergänzt die bestehenden Genehmigungen für das Geothermiekraftwerk und das 110/20-kV-Umspannwerk. Der Plan ist, die Thermalsole aus dem Oberrheingraben zunächst zur Strom- und Wärmeerzeugung zu nutzen. Anschließend wird sie in der LEP weiterverarbeitet, um Lithiumchlorid zu extrahieren, das wiederum ein wichtiger Grundstoff für die Herstellung von Lithiumhydroxid in Frankfurt-Höchst ist. Die Anlage ist auf eine jährliche Produktionskapazität von bis zu 24.000 Tonnen Lithiumhydroxid-Monohydrat (LHM) ausgelegt.

Lithiumhydroxid-Monohydrat wiederum wird vor allem zur Herstellung von Kathodenmaterialien für Lithium-Ionen-Batterien eingesetzt; insbesondere für hochenergetische Nickel-reiche Kathoden. Diese Zellchemien kommen in Elektrofahrzeugen und zunehmend auch in stationären Energiespeichern zum Einsatz. Im Vergleich zu Lithiumcarbonat, das häufig in kleineren Geräten oder LFP-Zellen verwendet wird, eignet sich Lithiumhydroxid besser für Hochleistungszellen mit hoher Energiedichte und bietet Vorteile bei Lebensdauer und thermischer Stabilität.

Hauptbohrung abgeschlossen

Eine weitere Erfolgsmeldung betrifft den Bohrplatz Schleidberg bei Landau. Dort startete im Mai die Bohrung, deren Hauptteil bereits im August beim Erreichen einer Tiefe von 3.530 Metern abgeschlossen war. Die am 17. Oktober 2025 gemeldete Erweiterung der Bohrung über einen Seitenast in eine Tiefe von 3.700 Metern soll nun im Rahmen eines Tests die Fündigkeit der Lagerstätte überprüfen. Dabei wird die Thermalsole gefördert, untersucht und rückgeführt, um herauszufinden, wie viel Erdwärme und lithiumhaltige Thermalsole aus der Bohrung kontinuierlich gefördert werden können. Insgesamt sieht Vulcan in der Region Landau/Insheim fünf weitere Bohrstandorte mit bis zu 24 Bohrungen vor, um die geothermale Erdwärmenutzung und Lithiumproduktion auszubauen.

Mit diesen Entwicklungen verfolgt Vulcan die Strategie, erneuerbare Energie und nachhaltige Batterierohstoffe zu verbinden: Geothermie liefert Strom und Wärme, die dabei anfallende Sole die Ressource Lithium. Gleichzeitig stärkt das Projekt die Versorgung Europas mit heimischem Lithium und reduziert Importabhängigkeiten. (sb)

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