Wiring Systems und Automotive Cable Solutions Leonis Sanierung im Plan: Firma geht in chinesische Hand

Von Kristin Rinortner 3 min Lesedauer

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Leoni hat den nächsten Schritt seiner Sanierung erreicht: Die chinesische Firma Luxshare-ICT hat die Mehrheit am Geschäftsbereich Wiring Systems Division vom bisherigem Eigner Stefan Pierer und eine Luxshare-Tochter 100 Prozent am Geschäftsbereich Automotive Cable Solutions von der Leoni AG erworben.

Leoni: Strategische Partnerschaft mit chinesischer Luxshare unterzeichnet.(Bild:  Leoni)
Leoni: Strategische Partnerschaft mit chinesischer Luxshare unterzeichnet.
(Bild: Leoni)

Leoni hat es in den vergangenen Jahren vor allem durch die Corona-Krise und den nachfolgenden Ukraine-Krieg schwer gebeutelt. Nach einem Kapitalschnitt wurde das Unternehmen von der Börse genommen und einem umfassenden Sanierungskonzept unterzogen.

Nun vermeldet das Unternehmen, dass ein bedeutender Meilenstein erreicht sei auf dem unter CEO Klaus Rinnerberger und Stefan Pierer als bisherigem Alleineigner konsequent vorangetriebenen Weg der nachhaltigen Erholung: Die im Jahr 2024 vereinbarte weitreichende Partnerschaft zwischen den beiden Leoni-Anteilseignern Luxshare-ICT und Stefan Pierer ist vollzogen. Dies sei ein entscheidender Schritt, um eine langfristige Stabilität und ein künftiges Wachstum zu sichern, so Leoni.

Nach der Unterzeichnung einer verbindlichen Vereinbarung im September 2024 und den notwendigen behördlichen Genehmigungen hat die chinesische Luxshare-ICT nun 50,1 Prozent der Anteile an der Leoni AG mit ihrem Geschäftsbereich Wiring Systems Division (WSD) vom bisherigen Alleineigner Stefan Pierer erworben. Zugleich hat die Luxshare-Tochter TIME Interconnect von der Leoni AG 100 Prozent am Geschäftsbereich Automotive Cable Solutions (ACS) übernommen.

Globaler Marktzugang verbessert

Die weitreichende Partnerschaft soll die Wettbewerbsfähigkeit von Leoni noch einmal deutlich stärken. Durch die Kombination von Leonis langjährigen Beziehungen zu weltweit führenden Automobil- und Nutzfahrzeugherstellern und den Verbindungen von Luxshare zu Kunden wie Tesla und großen chinesischen Automobilherstellern wollen die beiden Unternehmen ihr Marktpotenzial erweitern. Chinesische Hersteller expandieren zunehmend auf dem europäischen und amerikanischen Markt, wobei die Leoni AG als zuverlässiger Partner für Bordnetz-Systeme diese neuen Player begleiten und damit ihre eigene Marktposition festigen soll.

Gleichzeitig verschafft die Übernahme von Leonis Sparte ACS, die als unabhängiger Anbieter von Automobilkabeln agiert, TIME Interconnect einen beträchtlichen Marktzugang in ganz Europa. Umgekehrt kann ACS seine Präsenz und Nähe zu wichtigen Kunden auf dem dynamischen asiatischen Markt stärken.

Vertikale Integration: Komplementäres Produkt-Angebot

Die Produkte und Lösungen von Leoni und Luxshare ergänzen sich und schaffen erhebliche Synergien in den Portfolios, so die Unternehmen. Mit den elektronischen Komponenten von Luxshare kann Leoni mit einer gemeinsamen Entwicklung die Wertschöpfungstiefe in der eigenen Bordnetz-Fertigung erhöhen. Dies verspricht nicht nur eine größere Flexibilität, sondern auch mehr Geschwindigkeit und niedrigere Kosten. Gemeinsam werden beide Unternehmen umfassende End-to-End-Lösungen anbieten, die die gesamte Wertschöpfungskette der Elektronik-Elektrik-Architektur abdecken – von der Entwicklung und Herstellung von Kabelsätzen bis hin zu Elektronik und Software.

Globales Fertigungsnetzwerk: Mehr Flexibilität und Automatisierung

Komplementarität gibt es auch in der Produktion: Leoni hat selbst bereits gute Fortschritte beim „Design for Automation“ sowie der automatisierten Endmontage gemacht. Durch die ergänzende Automatisierungsexpertise von Luxshare sollen gemeinsame Prozessinnovationen vorangetriben und die operative Effizienz gesteigert werden. Ebenso soll die Verknüpfung der globalen Produktionsnetzwerke von Leoni und Luxshare es beiden Unternehmen ermöglichen, auf regionale Marktdynamiken und wechselnde Kundenbedürfnisse schnell und effektiv zu reagieren.

Finanzielle Gesundung: Weiter voll im Plan

Klaus Rinnerberger: Seit 2023 als CEO an der Spitze von Leoni.(Bild:  Leoni)
Klaus Rinnerberger: Seit 2023 als CEO an der Spitze von Leoni.
(Bild: Leoni)

Mit der Partnerschaft gelingt es Leoni zudem, neben der operativen Erholung, die CEO Klaus Rinnerberger seit seinem Amtsantritt im Sommer 2023 konsequent vorantreibt, auch die finanzielle Stabilität abschließend herzustellen. Das Sanierungsprogramm sei weiterhin voll im Plan, so Leoni – und dies trotz der aktuellen Unsicherheiten im weltweiten Automotive-Markt.

Damit reduzieren die Nürnberger unter anderem die Gemeinkosten in allen Bereichen um 20 Prozent. Zusätzlich passt das Unternehmen seine Kapazitäten an die volatilen und sich regional ändernden Marktgegebenheiten an. Außerdem optimiert Leoni seine Produktionskosten durch Prozessverbesserungen und Effizienzsteigerungen in allen Teilen der Wertschöpfungskette.

„Unsere sich ergänzenden Portfolios, Stärken in der Produktion und das positive Feedback unserer Kunden zeigen, dass Leoni und Luxshare perfekt zusammenpassen“, freut sich Leoni-CEO Klaus Rinnerberger.(kr)

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