Für 2,5 Mrd. US-Dollar Infineon übernimmt Automotive-Ethernet-Sparte von Marvell

Von Sebastian Gerstl 2 min Lesedauer

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Infineon baut sein Technik-Portfolio für vernetzte Fahrzeuge weiter aus: Für 2,5 Mrd. US-Dollar übernimmt der deutsche Halbleiterspezialist das Automotive-Ethernet-Geschäft von Marvell

Ethernet-Konnektivitätslösungen sind für softwaredefinierte Fahrzeuge von entscheidender Bedeutung. Sie bilden die Grundlage für hochperformante E/E-Architekturen, die aus zentralen Recheneinheiten, Zonen und Endpunkten bestehen.(Bild:  Infineon)
Ethernet-Konnektivitätslösungen sind für softwaredefinierte Fahrzeuge von entscheidender Bedeutung. Sie bilden die Grundlage für hochperformante E/E-Architekturen, die aus zentralen Recheneinheiten, Zonen und Endpunkten bestehen.
(Bild: Infineon)

Mit der Übernahme plant Infineon, seine Systemkompetenz für softwaredefinierte Fahrzeuge weiter zu stärken. Der Geschäftsbereich Automotive Ethernet von Mavell soll in Infineons bestehende Automotive Division integriert werden. Der Abschluss der Transaktion wird im Laufe des Jahres 2025 erwartet, vorbehaltlich der nötigen Genehmigungen.

Das übernommene Geschäft umfasst unter anderem physikalische Transceiver, Switches und Bridges aus Marvells Brightlane-Portfolio. Diese Bauteile ermöglichen die Datenübertragung innerhalb von Fahrzeugnetzwerken – aktuell mit bis zu 10 Gigabit pro Sekunde. Die Technologie wird in modernen Fahrzeugsystemen eingesetzt, etwa für Assistenzsysteme oder drahtlose Softwareaktualisierungen. Laut Angaben von Infineon beliefert der zugekaufte Bereich mehr als 50 Autohersteller, darunter acht der zehn größten weltweit. Für das Kalenderjahr 2025 wird hierüber ein Umsatz von 225 bis 250 Millionen US-Dollar erwartet.

Infineon stärkt Automotive, Marvell fokussiert sich auf Rechenzentren

Infineon verbindet mit dem Zukauf sein bestehendes Aurix-Mikrocontroller-Portfolio mit Netzwerkkomponenten, die für softwarebasierte Fahrzeugarchitekturen erforderlich sind. Sie bilden die Grundlage für hocheffiziente E/E-Architekturen, die aus zentralen Recheneinheiten, Zonen und Endpunkten bestehen. Im Zentrum stehen dabei zentrale Recheneinheiten, Zonensteuergeräte und angeschlossene Endpunkte, die große Datenmengen sicher und in Echtzeit austauschen müssen.

Infineon erhofft sich aus der Kombination von Marvell's Automotive-Ethernet-Portfolio mit seiner eigenen Aurix-Mikrocontroller-Familie, ein umfassendes Angebot zu schaffen, das sowohl Kommunikationslösungen als auch Echtzeit-Steuerung umfasst. Zusätzlich zur Automobiltechnik gibt es laut Infineon auch Anknüpfungspunkte in anderen technischen Anwendungsfeldern, zum Beispiel in der Robotik. Dort könnten ähnliche Anforderungen an Datenübertragung und Echtzeitverarbeitung bestehen. Weitere Kostensynergien werden durch die Bündelung der Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten und im Bereich der Fertigung erwartet.

Der Verkauf der Automotive-Ethernet-Sparte fügt sich in Marvell's aktuelle Strategie, sich auf den Wachstumsmarkt für Rechenzentren zu fokussieren. „Marvell hat sich zu einem führenden Anbieter von Dateninfrastrukturlösungen entwickelt, wobei der Endmarkt für Rechenzentren 75 % des Konzernumsatzes im vierten Quartal 2025 ausmachte“, sagt Matt Murphy, Chairman und CEO von Marvell, anlässlich der Transaktion. „Mit Infineons optimierter Plattform für Automotive-Anwendungen sind wir zuversichtlich, dass das Automotive-Ethernet-Geschäft gut positioniert ist, um weiter zu wachsen und erfolgreich zu sein."

Für Infineon, dass traditionell stark mit dem Automobilsektor verbunden ist, dient die Akquise als Stärkung seiner Position auf dem globalen Automotive-Markt. „Der Zukauf ist eine hervorragende strategische Ergänzung für Infineon als weltweit führender Anbieter von Halbleiterlösungen für die Autoindustrie", sagt Jochen Hanebeck, Vorstandsvorsitzender von Infineon. „Wir werden die hochkomplementäre Ethernet-Technologie mit unserem bestehenden, breiten Produktportfolio kombinieren, um unseren Kunden noch umfassendere und führende Lösungen für softwaredefinierte Fahrzeuge anzubieten. Die Transaktion stärkt unsere Strategie des profitablen Wachstums in der Zukunft und eröffnet neue Chancen im Bereich der physischen Künstlichen Intelligenz wie humanoide Roboter." (sg)

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