Schifffahrt Ist das das Kreuzfahrtschiff der Zukunft?

Von Thomas Günnel 2 min Lesedauer

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Die Postschifflinie Hurtigruten Norwegen hat ihre Pläne für ein emissionsfreies Postschiff vorgestellt. Fertig sein soll das Schiff bereits im Jahr 2030.

Die Postschifflinie Hurtigruten will bis zum Jahr 2030 ihr erstes emissionsfreies Kreuzfahrtschiff fertigstellen.(Bild:  Hurtigruten)
Die Postschifflinie Hurtigruten will bis zum Jahr 2030 ihr erstes emissionsfreies Kreuzfahrtschiff fertigstellen.
(Bild: Hurtigruten)

Die norwegische Schifflinie Hurtigruten hat Pläne für ihr erstes emissionsfreies Schiff vorgestellt. Das im Projekt „Sea Zero“ geplante Schiff will das Unternehmen batterieelektrisch betreiben. Die Akkus haben 60-Megawattstunden Kapazität. Drei einziehbare, sogenannte Rigs, Takelage, sollen auf 1.500 Quadratmetern mit Solarpaneelen ausgerüstet sein und Energie liefern. Vorrangig werden die Akkus aber in Häfen entlang der Routen geladen.

Zudem bieten die 50 Meter hohen Rigs 750 Quadratmeter Angriffsfläche für Wind, der das Schiff zusätzlich antreiben soll. Laut Unternehmen kann das Schiff mit einer Akkuladung zwischen 300 und 350 Nautischen Meilen fahren, das sind bis zu rund 650 Kilometer. Die klassische Postschiffroute ist rund 2.500 Seemeilen lang. Das Schiff wird auf 134 Metern Länge Platz für 500 Passagiere und rund 100 Besatzungsmitglieder haben. Laderäume und Stellplätze für Autos sind ebenfalls geplant.

Geringere Reibung im Wasser

Für Effizienz im und auf dem Wasser gibt es einige technische Ansätze. Zwei der drei am Heck befindlichen Schiffsschrauben sind einziehbar, was den Widerstand im Wasser senkt. Luftschmierung soll zusätzlich helfen, das Schiff effizient zu bewegen. Das heißt: Unter dem Schiffsboden werden kleine Luftblasen ausgestoßen. Auf ihrem Weg zum Heck des Schiffes reduzieren sie die Reibung des Schiffsrumpfes im Wasser.

Die sogenannten Rigs sind 50 Meter hoch. Sie sollen auf 1.500 m² Platz für Solarpaneele haben, zusätzlich sind 750 m² Windangriffsfläche für Vortrieb vorgesehen.(Bild:  Hurtigruten)
Die sogenannten Rigs sind 50 Meter hoch. Sie sollen auf 1.500 m² Platz für Solarpaneele haben, zusätzlich sind 750 m² Windangriffsfläche für Vortrieb vorgesehen.
(Bild: Hurtigruten)

Nettes Detail: Der Batteriestand soll auch an den Außenseiten des Schiffes angezeigt werden. Die Brücke wird nur noch die Größe eines Flugzeug-Cockpits haben. Viele Funktionen erledigt dann eine künstliche Intelligenz. Dafür ist das Schiff „mit dutzenden Außensensoren und Kameras ausgestattet“, beschreibt Hurtigruten. Für effiziente An- und Ablegemanöver soll die KI Daten nutzen, die die Schiffe während ihrer täglichen Fahrten sammeln.

Die Passagiere können ebenfalls zu einer effizienten Reise beitragen: Sie können den Energieverbrauch ihrer Kabinen per App überwachen und steuern. Für die Heizung und Kühlung im gesamten Schiff nutzt Hurtigruten Wärmepumpen.

Über das Projekt „Sea Zero“

Das Projekt „Sea Zero“ hatte Hurtigruten im März 2022 angekündigt, gemeinsam mit dem norwegischen Forschungsinstitut „SINTEF“ und weiteren Partnern. Im Kern geht es dabei um den emissionsfreien Schiffsbetrieb bis zum Jahr 2030. „Als wir das Projekt 'Sea Zero' vor über einem Jahr ankündigten, standen wir vor der Herausforderung, dass wir nicht wussten, welche Technologien uns im Jahr 2030 zur Verfügung stehen würden“, beschreibt Hedda Felin, die Geschäftsführerin von Hurtigruten Norwegen.

„Nach einer rigorosen Machbarkeitsstudie haben wir die vielversprechendsten Technologien für unsere künftigen Kreuzfahrtschiffe ermittelt. Wir sind entschlossen, innerhalb weniger Jahre ein Schiff zu bauen, das alle anderen in Sachen Energieeffizienz und Nachhaltigkeit übertrifft.“

Erstes emissionsfreies Schiff soll 2030 ablegen

Das erste Schiff soll im Jahr 2030 fertiggestellt sein. Dann will das Unternehmen seine gesamte Flotte auf emissionsfreie Schiffe umstellen. Aktuell fahren laut eines Sprechers von Hurtigruten nur 0,1 Prozent der Schiffe weltweit emissionsfrei. Das Projekt „Sea Zero“ soll dabei helfen, „die Nachhaltigkeitsbilanz der gesamten Kreuzfahrtbranche und die Zukunft des Reisens drastisch zu verbessern“.

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