Lange galten Pick-ups als Sinnbild des automobilen Überflusses und als Schmutzfinken schlechthin. Doch mit der elektrischen Revolution werden sie plötzlich zum angesagten Lifestyle-Laster. Dabei ist die coolste Pritsche noch immer in der Planung.
Wann der Tesla Cybertruck auf den Markt kommt, ist noch unklar.
(Bild: Tesla Motors)
Er ist so amerikanisch wie Coca-Cola und der Big Mac – und er hat einen genauso schlechten Ruf. Denn Pick-ups gelten als Blech gewordene Unvernunft und als hoffnungslos rückständig. Während die große Masse sie beständig kauft und begeistert fährt, brandmarkt sie der Rest als Dinosaurier und hofft auf ein möglichst baldiges Aussterben.
Doch mit der elektrischen Revolution schlägt der Pritschenwagen der Evolution ein Schnippchen und erfindet sich neu. Mit leistungsstarkem Antrieb, coolem Design und gutem Gewissen wird er zum Lifestyle-Laster und startet jetzt durch, zum Teil sogar in Europa. Hier sind fünf Protagonisten dieses Trends, die unterschiedlicher kaum sein könnten.
Bildergalerie
Tesla Cybertruck
Als er vor fast vier Jahren präsentiert wurde, war er der Shooting Star unter den Pritschenwagen. Denn futuristischer als Tesla hat vorher noch niemand einen Pick-up gezeichnet. Doch während sich die Vorbestellungen ins schier unermessliche türmten, ist es erschreckend still geworden um den Cybertruck. Und wenn Elon Musk mal darüber gesprochen hat, dann nur, um den Liefertermin mal wieder nach hinten zu schieben.
Es mag die Karosserie aus blank poliertem Edelstahl wie bei DeLorean sein, der Antrieb für Beschleunigungen auf dem Niveau eines Supersportwagens und Reichweiten von 800 Kilometern, die Anhängelast von sechs Tonnen, der Preisrahmen von 39.000 bis 69.000 Dollar oder schlicht die hohe Nachfrage nach Model Y und Model 3 – aber statt seit Ende 2021 auf der Straße zu sein, soll die Produktion des Cybertrucks nach letztem Stand nun 2024 hochfahren.
Immerhin verdichten sich jetzt die Gerüchte, dass es – mal wieder – bald so weit sein könnte. Angeblich noch im dritten Quartal sollen die ersten Trucks aus der Gigafactory in Texas surren. Nur hat dummerweise keiner eine Jahreszahl dahinter geschrieben.
Rivian R1T
Des einen Leid, des anderen Freud. Denn viele potenzielle Cybertruck-Kunden sitzen mittlerweile im Rivian R1T. Gezeichnet als hätte Apple seine Finger mit im Spiel gehabt, ist er nicht minder cool und „cabable“ – und vor allem seit einem guten Jahr zu Preisen von rund 70.000 und 100.000 Dollar bereits im Handel.
Er will weniger Nutzfahrzeug als Outdoor-Spielzeug sein und lockt vor allem die Lifestyle-Gesellschaft mit Extras wie der ausziehbaren Camping-Küche hinter der Kabine. Und auch die Fahrleistungen sprechen eher von Lust als von Last. Nicht umsonst installieren die Amerikaner bis zu 840 PS und versprechen einen Sprintwert von 3,3 Sekunden. Die Kraft dafür liefert ein Akku mit 120 kWh, der für mehr als 500 Kilometer reicht.
Dabei hat Rivian nicht allein den Heimatmarkt im Sinn. Jetzt, wo die Pick-ups das Stigma der Saurier verlieren, werden die Pritschenwagen plötzlich auch in anderen Ländern salonfähig und viele verkappte Cowboys können ihre Leidenschaft endlich ausleben. Offizielle Ankündigungen gibt es bislang zwar noch nicht. Doch am Flughaffen Liege in Belgien wurde kürzlich bereits der erste R1T aus einem Cargoflieger geladen.
Ford F-150 Lightning
Der Cybertruck mag der King of Cool werden und der Rivian hat das Zeug zum SUV der Schickeria. Aber kein anderer elektrischer Pick-up hat so eine Breitenwirkung wie der Ford F-150 Lightning. Schließlich ist das die E-Version des seit über einem halben Jahrhundert meistverkauften Autos in den USA. Und die steht den Verbrenner-Varianten in nichts nach.
Ja, der Preis wurde mittlerweile mehrfach angehoben und startet aktuell bei umgerechnet rund 55.000 Euro. Doch dafür gibt es je nach Version 452 oder 580 PS und immer ein maximales Drehmoment von 1.050 Nm. Das ermöglicht ein Spitzentempo von rund 170 km/h und Sprintwerte, die im besten Fall deutlich unter fünf Sekunden liegen sollen.
Die Energie dafür liefern Akkus mit 98 oder 130 kWh, denen die amerikanische Umweltbehörde eine Reichweite von umgerechnet 370 oder 515 Kilometer attestiert hat. Zwar ist der F-150 ein durch und durch amerikanisches Auto und für europäische Straßen eine halbe Nummer zu groß. Aber weil der Gegenwind der Kritiker mit dem E-Antrieb merklich nachlässt, schickt Ford den Bestseller jetzt sogar über den Atlantik – fürs erste allerdings nur nach Norwegen.
Maxus T90E
Nein, Eindruck schinden kann man mit dem Maxus T90E weniger auf dem Boulevard als allenfalls auf der Baustelle. Aber der vergleichsweise nüchterne China-Import hat gegenüber den noblen US-Modellen einen entscheidenden Vorteil: Man kann ihn als ersten elektrischen Pick-up bereits kaufen.
Zu Preisen ab 65.450 Euro gibt es den 5,36 Meter langen Koloss mit einem 177 PS starken E-Motor an der Hinterachse für bis zu 120 km/h und einem 89 kWh großen Akku, der im Normzyklus für 330 Kilometer reichen soll.
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel Communications Group GmbH & Co. KG, Max-Planckstr. 7-9, 97082 Würzburg einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von redaktionellen Newslettern nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung, Abschnitt Redaktionelle Newsletter.
Und während er als Poser nur mäßig geeignet ist, empfiehlt er sich zumindest als Praktiker: Die Pritsche hat ein Gardemaß von 1,49 mal 1,50 Metern, die Nutzlast liegt bei knapp einer Tonne und an den Haken darf der Maxus immerhin eine Tonne nehmen.
Telo Truck
Er ist der vielleicht innovativste unter den neuen Lifestyle-Lastern. Denn der ausgesprochen charmant wie ein modernisierter Bulli gezeichnete Truck ist nicht nur sauber, sondern auch smart. Schließlich braucht er nicht mehr Raum als ein Mini Countryman und kontert so auch noch die letzten Kritiker.
Möglich machen das die platzsparend im Rahmen montierte Batterie und eine variable Rückwand, mit der man wahlweise die Zahl der Sitzplätze oder die Ladefläche erweitern kann. Die Fahrleistungen liegen auf dem Niveau der großen Konkurrenten: 500 PS weist das Start-up als Motorleistung aus und stellt eine Reichweite von 500 Kilometern in Aussicht.
Und das alles zu einem Kampfpreis von 50.000 Dollar. Einziger Haken: Bislang gibt es nur ein Designmodell und vor 2025 ist nicht mit der Serienproduktion zu rechnen und auch die wird erst mal nur 500 Autos betragen.