Zweiräder

Fahrräder bleiben knappes Gut im Handel

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Werkstattgeschäft sollte deutlich anziehen

Größere Hoffnungen setzen auch die kleineren Anbieter auf das Werkstattgeschäft, das laut VDZ nach Lockdown-Einbußen im Vorjahr aktuell deutlich anziehen sollte. Bis Ende Mai muss aktuell warten, wer beim Frankfurter Fahrradladen Montimare einen Wartungstermin haben will. Von vier Wochen spricht auch Thomas Schütt von Zweirad-Ganzert. Je nach nötigem Ersatzteil könne es auch länger dauern. Die Recherche, wo Teile noch zu bekommen seien, halte zusätzlich auf.

Mit einer konstant hohen Nachfrage nach neuen Bikes rechnen sowohl Handel als auch Industrie angesichts hoher Spritpreise und geändertem Freizeit- und Pendelverhalten. Laut einer kürzlich veröffentlichten Yougov-Umfrage im Auftrag des Portals Check 24 planen 23 Prozent der Befragten noch in diesem Jahr einen Fahrradkauf oder haben ihn bereits getätigt. Das ist bei einem bundesweiten Bestand von rund 81 Millionen Fahrrädern erstaunlich, denn rein rechnerisch besitzt schon jeder Bürger ein Bike.

Ausbau der Radinfrastruktur dringend nötig

Von einem nachhaltigen Trend zum Fahrrad geht auch der Professor für nachhaltige Mobilität und Radverkehr an der Frankfurt University of Applied Sciences, Dennis Knese, aus. „Enormes Potenzial gibt es auf Kurzstrecken, unter zwei oder fünf Kilometern, die werden oft noch mit dem Auto gefahren“, sagt der Experte.

Dringend nötig sei ein starker Ausbau der Infrastruktur, aus Radwegen müssten zusammenhängende Netze werden, um auch auf längeren Strecken Alternativen zum Auto zu ermöglichen. Zudem brauche es sichere Abstellmöglichkeiten, auch an Bahnhöfen. „Es ist noch ganz, ganz viel Luft nach oben“, bilanziert der Professor.

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