E-Bikes Es muss nicht immer teuer sein

Quelle: sp-x 4 min Lesedauer

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Mit welchen Kosten sollte man bei einem E-Bike mindestens rechnen? Einige sagen zwei-, andere auch dreitausend Euro. Es geht allerdings auch deutlich günstiger und dennoch gut, wie das Sushi Maki 3.0 beweist.

Mit dem Maki 3.0 bietet Sushi ein filigran wirkendes und außerdem vergleichsweise günstiges E-Bike an.(Bild:  Sushi Bikes/Thomas Phu)
Mit dem Maki 3.0 bietet Sushi ein filigran wirkendes und außerdem vergleichsweise günstiges E-Bike an.
(Bild: Sushi Bikes/Thomas Phu)

Beim Kauf eines Pedelecs haben sich deutsche Kunden längst daran gewöhnt, gleich mehrere tausend Euro zu investieren. Einen Neupreis von 1.400 Euro werden deshalb viele als wenig vertrauenerweckend abtun. Beim Urban-Bike Maki 3.0 von Sushi offenbarte eine ausgiebige Testfahrt, dass man für dieses Geld ein durchaus ordentlich gemachtes E-Bike erstehen kann. Obwohl der Preis verdächtig niedrig ist, kann das in Portugal produzierte Zweirad hinsichtlich Alltagstauglichkeit, Optik und Ausstattung durchaus überzeugen. Dass aber Wunder in puncto Qualität ausbleiben, versteht sich bei diesem Preis von selbst.

Die Zahl 3.0 im Modellnamen weist darauf hin, dass es sich um eine Evolutionsstufe handelt. Gestartet ist die Sushi Mobility GmbH aus München 2019, damals mit dem Maki 1.0 für 1.000 Euro, das mittlerweile einige Technik- und Ausstattungs-Upgrades erfahren hat. Geblieben ist ihm seine schlanke und sportliche Optik.

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Der Leitungen und Kabel teilweise integrierende Alurahmen wurde in seiner Geometrie leicht modifiziert. Zudem gibt es nun hydraulische statt der einst mechanischen Scheibenbremsen, Reifen mit Pannenschutz, einen komfortableren Sattel sowie ergonomisch geformte Lenkergriffe. Darüber hinaus gehören integrierte LED-Leuchten zur Serienausstattung, die ihren Strom aus der Traktionsbatterie beziehen.

Am Lenker befindet sich nun serienmäßig ein LC-Display, das als Anzeige- und Bedieneinheit für den E-Antrieb dient. Mit Konnektivitätslösungen und App-Funktionen hat das schlichte Modell hingegen weiterhin nichts am Hut.

Geliefert wurde unser Testexemplar gegen 35 Euro Aufpreis per Kurierdienst in einem vergleichsweise kompakten Karton, was dem Käufer die Endmontage einiger Teile aufnötigt. Das Befestigen von Vorderrad, Sattel, Pedale und Lenker gestaltete sich zum Teil etwas fummelig. Dennoch: Selbst mit wenig Schrauberfahrung dürfte eigentlich jeder das Bike in 30 Minuten fahrbereit bekommen. Passendes Montagewerkzeug ist im Lieferumfang enthalten.

Während der routiniert, jedoch nicht hochwertig verarbeitet wirkende Rahmen in Mattgrau lackiert ist, waren alle anderen Teile schwarz. Beim Reindrehen einiger Schrauben löste sich stellenweise etwas Farbe. Ebenfalls ausbaufähig wirkte der Qualitätseindruck der beiden blechartigen Akkuschloss-Schlüssel.

Leichte Batterie mit USB-Anschluss

Die mit 230 Wh kleine und entsprechend leichte Batterie wird auf eine Halterung am Unterrohr seitlich eingeklickt. Fast sieht der Stromspeicher wie eine Getränkeflasche aus. Als nettes Feature bietet die Batterie einen USB-Slot, somit lässt sie sich auch als Powerbank für Smartphones nutzen.

Steckt der Akku in der Halterung, ist das Maki fahrbereit. An einem kleinen Knopf am Display lässt sich das elektrische Antriebssystem aktivieren. Smart: Die schmale Displayfläche dient zugleich als Schaltwippe, über die sich die Unterstützungsstufe – fünf stehen zur Wahl – einstellen lässt.

In Stufe 5 sorgt der leicht surrende Heckmotor für munteren Vortrieb. Es gibt nur eine fixe Übersetzung, was zumindest das Anfahren an Steigungen angesichts fehlender Übersetzungsalternativen erschwert, da es einige Kurbelumdrehungen braucht, bis man in Fahrt kommt. Zumindest in solchen Momenten wäre eine weniger lange Übersetzung wünschenswert.

Ansonsten ist das fixe Verhältnis von Zahnkranz und Ritzel für den Alltag gut gewählt. Bis zum Unterstützungsmaximum von 25 km/h bleibt man mit der Trittfrequenz im Wohlfühlbereich. Statt Drehmomentsensor setzt Sushi auf einen günstigeren Trittfrequenzmesser, was für ein nicht immer natürlich wirkendes Vortriebsgefühl sorgt. Die Unterstützung setzt oft mit leichter Verzögerung ein, wird die Beinarbeit unterbrochen, spürt man gelegentlich leichtes Nachschieben. Will man mit 20 bis 25 km/h unterwegs sein, reicht es oft, die Pedale langsam und mit wenig Muskelkraft zu bewegen, um den Motor zur tatkräftigen Unterstützung zu animieren.

Kleinere Steigungen lassen sich dank Motorschub problemlos meistern, ein Gipfelstürmer ist das Maki nicht. Speziell für bergige Gegenden ist es aufgrund der Abwesenheit von Übersetzungsalternativen deshalb keine Empfehlung.

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Eher alltagstauglich als für die Langstrecke

Als unkomplizierter und mit 17 Kilogramm leichter E-Flitzer im vorwiegend flachen urbanen Umfeld hat uns das Maki 3.0 hingegen gut gefallen. Trotz der kleinen Batterie sind mit einer Akkuladung bei maximaler Unterstützung rund 40 Kilometer drin. Wer eine niedrige Unterstützungsstufe wählt, dürfte noch um einiges weiterkommen.

Das Fahrrad ist handlich, agil, trotz seiner sportlich-spartanischen Auslegung zudem halbwegs bequem sowie dank integrierter Lichtanlage, guter Bremsen und mit den optionalen Schutzblechen absolut alltagstauglich. Als Langstreckenrad sollte man das in drei Rahmengrößen sowie alternativ mit Tiefeinsteigerrahmen erhältliche Sushi-Pedelec aber eher nicht in die engere Wahl ziehen.

Angesichts des Preises muss man außerdem den ein oder anderen Abstrich bei der Qualität hinnehmen. Das Maki 3.0 ist vor allem für diejenigen interessant, die ein stylisches E-Bike für kleines Geld suchen und keinen großen Wert auf Komponenten namhafter Hersteller legen. Mit dem Gebotenen kann man bereits gut leben. Bei Gelegenheit könnte man vielleicht noch bei Reifen, Sattel oder Lenkergriffen in bessere Komponenten von Conti, Brooks oder SQ-Lab investieren und das Rad damit weiter aufwerten.

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