Sensorik, Konnektivität und Cockpit-Design Wie High-Tech-Glas im Auto auf Elektronik trifft

Von Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter 3 min Lesedauer

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Spezialglas im Auto ermöglicht drahtlose Kommunikation, ist im Cockpit integriert oder enthält Sensoren. Was mit Glas im Auto möglich ist, zeigt ein japanischer Hersteller.

High-Tech-Glas im Auto: Wenn spezielles Glas auf Elektronik trifft. (Bild:  AGC)
High-Tech-Glas im Auto: Wenn spezielles Glas auf Elektronik trifft.
(Bild: AGC)

Wenn man an Glas im Fahrzeug denkt, dann zuerst an die Windschutzscheibe aus Verbundsicherheitsglas (VSG), das Splitterschutz und erhöhte Stabilität bei Unfällen bietet. Doch Glas bietet in modernen Fahrzeugen noch mehr Möglichkeiten, vor allem in Zusammenspielt mit elektronischen Komponenten. Hier kommen zunehmend Akteure ins Spiel, die Glas als ein Bestandteil für die Elektronikentwicklung anbieten können. Einer dieser Anbieter ist AGC Automotive.

Glas für die Integration von Sensoren

Mit der Marke Wideye bietet AGC Glaslösungen, die speziell für die Anforderungen optischer Sensoren wie Lidar und Kameras entwickelt wurden.(Bild:  AGC)
Mit der Marke Wideye bietet AGC Glaslösungen, die speziell für die Anforderungen optischer Sensoren wie Lidar und Kameras entwickelt wurden.
(Bild: AGC)

Mit dem Aufkommen autonomer Fahrzeuge und fortschrittlicher Fahrerassistenzsysteme steigt die Nachfrage nach einer nahtlosen Sensorintegration. Mit der Marke Wideye bietet AGC Glaslösungen, die speziell für die Anforderungen optischer Sensoren wie Lidar und Kameras entwickelt wurden. Seit 2016 ist Wideye auf Glasentwicklungen für die 360-Grad-Sensorintegration spezialisiert. Damit soll sichergestellt werden, dass jede Art von optischem Sensor überall im Fahrzeug eingesetzt werden kann.

Die Transparenz für nahes Infrarotlicht und die hohe optische Qualität des Glases ermöglichen eine präzise Datenübertragung. Erreicht wird dies durch eine hohe optische Reinheit. Dies ermöglicht die ungehinderte Funktion von Sensoren, die auf Lichtreflexion und präzise Signalverarbeitung angewiesen sind.

Die Sensoren werden in strategischen Bereichen des Fahrzeugs platziert, beispielsweise hinter Windschutzscheiben oder in Glasdächern. Das Glas dient als Schutzschicht und sorgt für eine nahtlose Einbettung in das Fahrzeugdesign.

Hintergrund Asahi Glass Company (AGC)

AGC ist der Name der AGC Gruppe, einem weltweiten Anbieter von Glas, Chemikalien und Hightech-Materialien. Das 1907 in Japan gegründete Unternehmen (Asahi Glass Company) verfügt über mehr als ein Jahrhundert Erfahrung in der Glasherstellung und hat sich als Innovationsführer in verschiedenen Branchen wie der Automobil-, Bau-, Architektur- und Elektronikindustrie etabliert. Die Aktivitäten für die Automobilindustrie haben sich seit Beginn des Jahrtausends stark entwickelt.

Cockpits bekommen besseres Glasdesign

Ultradünne, hochspezialisierte Deckgläser für funktionelle und ästhetische Anforderungen.(Bild:  AGC)
Ultradünne, hochspezialisierte Deckgläser für funktionelle und ästhetische Anforderungen.
(Bild: AGC)

Die Zukunft des Fahrzeuginnenraums wird durch verbesserte Glasmaterialien neu definiert. Hier bietet AGC seine Marke FeelInGlass an. Es konzentriert sich auf die Entwicklung von ultradünnem, hochspezialisiertem Deckglas, das sowohl funktionale als auch ästhetische Anforderungen erfüllt. Dieses Glas wird nicht nur als dekorative Verkleidung genutzt, sondern auch als Schnittstelle, die in der Lage ist, Sensorik und Elektronik nahtlos zu integrieren.

Besonders bei Head-Up-Displays (HUD) werden die technischen Eigenschaften hervorgehoben: Das Glas bietet eine hohe Lichtdurchlässigkeit und Robustheit, wodurch komplexe Projektionen und hochauflösende Anzeigen direkt auf der Oberfläche realisiert werden können. Hier verschmelzen Funktionalität und fortschrittliches Design zu einem entscheidenden Element moderner Fahrzeuginnenräume.

Glasintegrierte Antennensysteme für verbesserte Konnektivität

Zwei reflexionsarme Kammern für HF-Tests ergänzen die Antennenlösungen. Sie können von Unternehmen der Automobil- und Luftfahrtindustrie genutzt werden, die schnelle und präzise Messungen benötigen.(Bild:  AGC)
Zwei reflexionsarme Kammern für HF-Tests ergänzen die Antennenlösungen. Sie können von Unternehmen der Automobil- und Luftfahrtindustrie genutzt werden, die schnelle und präzise Messungen benötigen.
(Bild: AGC)

In einer zunehmend vernetzten Welt sind Antennen Grundlage für moderne Mobilität. Pulsaart von AGC ermöglicht es, Hochfrequenzantennen nahtlos in Glasdächer zu integrieren. Vereint werden mehrere Funktionen: Zum einen sorgt die Integration für eine effiziente und unterbrechungsfreie Datenübertragung, die für moderne Fahrzeuge mit 4G-, 5G- und zukünftigen Kommunikationsstandards entscheidend ist.

Zum anderen ermöglicht es der Einsatz von speziellen Glasmaterialien geringere Signalverluste sowie eine verbesserte Reflexionscharakteristik. Für Entwickler besonders relevant ist die Kompatibilität mit bestehenden Antennenarchitekturen sowie die Skalierbarkeit auf verschiedene Fahrzeugtypen. Zusätzlich unterstützen speziell designte HF-Testkammern die Optimierung und Validierung der Systeme, um höchste Effizienz und Zuverlässigkeit zu gewährleisten.

Neben Fahrzeugen profitieren auch die Fenster von Zügen: Durch eine spezielle Laserbehandlung ist es möglich, dass die Scheiben eine verbesserte Mobilfunkverbindung garantiert. (heh)

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