Greifen private Autokäufer in diesem Jahr vermehrt bei Elektroautos zu? Die Neuwagenplattform Carwow sieht in ihren Daten einen schwachen Start. Doch Rabatte und neue Wettbewerber aus China könnten die zweite Jahreshälfte spürbar beleben.
Philipp Sayler von Amende, CEO und Co-Gründer von Carwow in Deutschland, erwartet in der zweiten Jahreshälfte Rabatte auf dem Elektroauto-Markt.
(Bild: Carwow)
„Ist der Elektroauto-Hype vorbei?“, fragte die Neuwagen-Vergleichsplattform zum Jahresbeginn. „Wir haben in den ersten drei Monaten eine Delle bei den Konfigurationen gesehen“, sagt Philipp Sayler von Amende, CEO und Co-Gründer von Carwow in Deutschland. Mit dem gesunkenen Umweltbonus und anhaltend langen Lieferzeiten schien die Begeisterung der Deutschen für das E-Auto abzukühlen. Doch ab dem zweiten Quartal gingen die Konfigurationen von E-Autos zahlenmäßig wieder nach oben. Der Anteil der Stromer lag von März bis Anfang Juni bei konstanten 34 Prozent (Benzin 38 Prozent, Diesel 18 Prozent). Zum Vergleich: Im März 2022 waren 58 Prozent der konfigurierten Neuwagen auf der Plattform E-Autos.
Privatkunden im Blick
Der Anteil von 34 Prozent bei Carwow ist hoch, vor allem wenn man ihn mit den Zulassungszahlen vom Kraftfahrtbundesamt vergleicht. Hier liegt der E-Auto-Anteil durchschnittlich zwischen 15 und 17 Prozent. Die Erklärung ist einfach: Rund 68 Prozent aller Pkw-Zulassungen sind gewerblich. Unternehmen und Flottenkunden sind noch zurückhaltend bei der neuen Antriebstechnik.
Carwow zeichnet mit seinen monatlich drei Millionen Besuchen ein gutes Bild der Privatkundenwünsche. Die Online-Plattform, die 2013 in Großbritannien startete und von Philipp Sayler von Amende 2016 nach Deutschland gebracht wurde, dreht den Neuwagenverkauf um. Interessenten konfigurieren ihr Wunschmodell und Händler aus dem gesamten Bundesgebiet geben Angebote ab. Carwow erhält so einen realistischen Blick auf die Rabatte der Händler. Zu den Investoren zählen namhafte Risikokapitalgeber als auch Mercedes-Benz und Volvo.
Mehr Rabatte im zweiten Halbjahr
Für einen Durchbruch zum Massenmarkt macht der CEO allerdings noch einige Hindernisse aus. „Die Lieferzeiten sind bei einigen Herstellern noch zu lang, die Preise sind bei E-Autos höher, die Stromkosten fürs Laden haben angezogen und die Auswahl insbesondere im mittleren und unteren Fahrzeugsegment ist nach wie vor zu klein“, sagt Sayler von Amende. Außerdem verschlechtern sich mit steigendem Zinsniveau die Finanzierungs- und Leasingangebote für Privatkunden.
Dennoch ist der CEO für das zweite Halbjahr optimistisch: „Wir sehen einen leichten Aufwärtstrend: Die Ersparnisse für Kunden steigen leicht an, im Mai und Juni 2023 im Schnitt um drei Prozent pro Monat. Der Anteil der Händlernachlässe bei diesen Ersparnissen nimmt zu. Alle Anzeichen deuten darauf hin, dass wir im zweiten Halbjahr mehr Rabatte sehen werden.“ Bis dahin werden sich die Lieferzeiten weiter normalisieren und die höheren Zinsen wirken auf die Vorfinanzierung der Händler.
Hinzu kommt ein steigendes Fahrzeug-Angebot. „In den kommenden zwölf Monaten erwarten wir bis zu zehn weitere chinesische Marken in Deutschland“, sagt Sayler von Amende. Das dürfte den Wettbewerb beleben. Viele Newcomer bieten bei niedrigeren Preisen eine umfassendere Ausstattung in ihren Modellen.
Drei Gruppen aus China
Der Autoexperte unterteilt die chinesischen Marken in drei Gruppen. Die erste sind traditionelle Automarken wie Great Wall Motor (hierzulande mit Ora & Wey), SAIC, Dongfeng sowie Build Your Dreams (BYD). Letztere hat sich mit 1,8 Millionen E-Autos in 2022 noch vor Tesla zum weltweit größten Elektroautohersteller entwickelt. Im gleichen Jahr gab BYD die Produktion von reinen Verbrennungsmotor auf, um sich vollständig auf Hybrid- und Elektroantriebe zu konzentrieren.
Die zweite Kategorie sind chinesische Start-ups, die neu im Autogeschäft sind. Hierzu zählen Nio, Li Auto, Hiphi, Lynk & Co, XPeng und Zeekr. Etliche dieser Marken zielen auf das Geschäft mit Premium-Fahrzeugen. Li Auto positioniert seine elektrischen SUVs in der Oberklasse. Im vergangenen Jahr konnte der Newcomer bereits 133.000 E-Autos absetzen. Für 2025 gibt der Firmenchef das Ziel von 1,6 Millionen Fahrzeugen aus. Da Funktionen und Ausstattung in den Autos oft ähnlich sind, setzen Marken wie Nio und Lynk & Co auf Nutzer-Gemeinschaften, die mehr verbindet als nur eine Automarke.
Westliche Marke, chinesische Technologie
Zur dritten Kategorie zählt der Unternehmer die Kombi-Marken. „Hier werden häufig westliche Marken für eine höhere Kundenakzeptanz mit chinesischer Technologie und Fertigung kombiniert“, sagt Sayler von Amende. Beispiele sind MG, Lotus, Smart und Polestar.
Stand: 08.12.2025
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Während die Förderung durch den Umweltbonus für private Autokäufer noch bis Ende 2024 läuft, endet sie für gewerbliche Nutzer am 1. September 2023. Beim Privatkundensegment sollte es keine Torschlusspanik im Herbst geben.
Eine Beschleunigung des E-Automarktes verspricht sich der CEO durch eine größere Fahrzeugauswahl. „Noch immer ist die Auswahl bei E-Autos geringer als bei Verbrennern“, lautet sein Fazit. Da kämen zwar jeden Monat neue Modelle hinzu, wie beispielsweise der Volvo EX 30. Den vermarket Volvo zwar als kleinstes Fahrzeug, doch mit 4,23 Meter Länge ist es kein Kleinwagen. Die Preise starten bei 36.600 Euro, doch wenn man die volle Reichweite und Ausstattung möchte, steigt der Preis auf 52.000 Euro. Für einen echten Massenmarkt fehlen vor allem günstige Einstiegsfahrzeuge mit elektrischem Antrieb.