Analyse Diese Autos haben das sicherste Bedienkonzept
Wer mit dem Bedienkonzept seines Fahrzeugs nicht klar kommt, wird besonders häufig vom Verkehrsgeschehen abgelenkt. Laut einem Vergleichsportal passiert das bei deutschen Automarken eher selten.
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Den Radiosender wechseln oder die Temperatur verstellen ohne den Blick von der Straße zu nehmen? Zumindest in aktuellen Modellen der Premiummarken Audi, BMW, Mercedes-Benz und Porsche klappt das relativ gut. Zu diesem Ergebnis kommt der Schadensregulierer „The Compensation Experts“, der Daten des britischen Vergleichsportals „What Car?“ ausgewertet hat.
Basis der Analyse waren sechs gängige Aufgaben (siehe Methodik). Untersucht wurden 20 aktuelle Fahrzeugmodelle. Am besten Schnitt der 3er von BMW ab. Dessen Mensch-Maschine-Schnittstelle (engl. HMI) ist intuitiv gestaltet und lenkt den Fahrer beim Bedienen wenig von der eigentlichen Fahraufgabe ab. Dafür gab es fast die volle Punktzahl. Am schlechtesten Schnitt der MG ZS EV mit seinem acht Zoll großen Display ab.
Die Hühnerrippen eines Fahrzeugs
Vor allem japanische Marken sowie Fiat, Peugeot und Skoda konnten nur wenig Punkte sammeln. Für Josina Formann sind die Ergebnisse nachvollziehbar. Die deutschen Hersteller setzen HMI-Systeme mit sehr fundiertem Wissen über die Nutzer und die rechtlichen Anforderungen um, sagt die Leiterin Media Production der Screens GmbH. Das Unternehmen filmt die komplette Menüstruktur neuer Fahrzeugmodelle und macht die Bedienkonzepte der OEMs auf zugängliche Weise vergleichbar.
In China kam Ende Juli eine öffentliche Diskussion zu High-Tech im Fahrzeug auf. Einigen Kunden dort ist zu viel Schnickschnack in den Modellen – „ji lei“ wie die Chinesen in diesem Fall sagen. Der Ausdruck heißt Hühnerrippen und wird für überflüssige, unnütze Dinge gebraucht.
Das HMI-Ranking im Überblick
| Rang | Marke | Modell | Punkte |
|---|---|---|---|
| 1 | BMW | 3 mit Live Cockpit Professional | 28 |
| 2 | Mercedes-Benz | CLA mit 10,25 Zoll Bildschirm | 27 |
| Porsche | Panamera E-Hybrid mit Connect Plus | 27 | |
| 4 | Audi | Q3 Sportback mit Virtual Cockpit Plus | 26 |
| 5 | Mazda | 3 mit Mazda Connect | 25 |
| 6 | VW | Passat GTE mit 8 Zoll Bildschrim | 24 |
| 7 | Ford | Fiesta mit Sync 3 und Fordpass Connect | 23 |
| 8 | Hyundai | Ioniq mit 10,25 Zoll Bildschrim und Bluelink | 22 |
| Vauxhall | Corsa mit 10 Zoll Multimedia Navi Pro | 22 | |
| 10 | Skoda | Kamiq mit 9,2 Zoll Bildschrim und Amundsen Sat-Nav | 21 |
| Jaguar | XE mit 10 Zoll Pro Duo System | 21 | |
| 12 | Volvo | S60 mit Sensus | 20 |
| Toyota | Corolla mit Touch 2 Mediasystem; Apple Carplay und Android Auto | 20 | |
| 14 | Nissan | Juke mit Nissan Connect | 19 |
| 15 | Honda | CR-V mit Honda Connect und Garmin Navi | 18 |
| Lexus | RX | 18 | |
| 17 | Peugeot | 508 SW mit Connected 3D-Navi | 17 |
| 18 | Skoda | Citigo-e iV | 16 |
| 19 | Fiat | 500X | 14 |
| 20 | MG | ZS EV | 12 |
Quelle: The Compensation Experts
Methodik
What Car setzte, eigenen Angaben zufolge, zwei Fahrer ein, um 20 Automodelle zu testen. Dabei wurden sechs Aufgaben mit einem Schwierigkeitsgrad von 5 (am einfachsten) bis 0 (am schwierigsten) bewertet. Die maximal erreichbare Punktzahl ist 30.
Folgende Tests wurden durchgeführt:
- Temperatur um 2 Grad erhöhen
- Lüftergeschwindigkeit um zwei Stufen erhöhen
- Wenn eine 20-Kilometer-Route im Navi programmiert und der Infotainment-Bildschirm auf der Startseite ist, zum Kartenbildschirm gehen und heraus zoomen bis die gesamte Route zu sehen ist
- Die Routenführung abbrechen
- Wenn das Radio auf Virgin Radio DAB eingestellt ist und sich der Infotainment-Bildschirm auf der Startseite befindet, Hauptliste der DAB-Sender auswählen und zu BBC Radio 4 wechseln
- Mit der Sprachsteuerungstaste am Lenkrad (sofern vorhanden) das Fahrzeug auffordern, die nächstgelegene Tankstelle zu suchen
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