Testfahrten im öffentlichen Raum Deutschlandweite Genehmigung für Level-4-Testfahrten

Von Dipl.-Ing. (FH) Michael Richter 2 min Lesedauer

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Das Kraftfahrt-Bundesamt hat ZF Mobility Solutions die deutschlandweite Erprobung eines autonomen Fahrsystems der Stufe 4 genehmigt. Damit können Testfahrten erstmals unabhängig von festgelegten Strecken oder Stadtgebieten durchgeführt werden. Die Freigabe ermöglicht die Weiterentwicklung von autonomen Mobilitätslösungen.

ZF Mobility Solutions unterstützte Rheinbahn bei der Umsetzung einer autonomen ÖPNV-Erprobung.(Bild:  ZF/Rheinbahn)
ZF Mobility Solutions unterstützte Rheinbahn bei der Umsetzung einer autonomen ÖPNV-Erprobung.
(Bild: ZF/Rheinbahn)

ZF Mobility Solutions hat vom Kraftfahrt-Bundesamt eine bundesweite Genehmigung erhalten, hochautomatisierte Level-4-Fahrsysteme auf öffentlichen Straßen zu testen. Erprobungen dieser Art waren bisher auf vordefinierte Abschnitte von Strecken oder Stadtgebiete beschränkt. Durch diese Genehmigung sollen nun autonome Mobilitätslösungen unter realen Bedingungen weiterentwickelt werden.

In Düsseldorf wurde bereits ein erster Einsatz durchgeführt. Hier wurde ein autonomes Transportsystem (ATS) für den öffentlichen Nahverkehr im Rahmen eines Projekts mit Rheinbahn getestet. Zum Testen der Technologie wurde allerdings noch ein Fahrzeug mit Sicherheitsfahrer verwendet.

Neue Perspektiven für den öffentlichen Nahverkehr

Die Genehmigung auf Bundesebene ist ein wesentlicher Fortschritt für die Weiterentwicklung autonomer Mobilitätssysteme. Der Wegfall einzelner Standortgenehmigungen macht Tests effizienter und kostengünstiger.

Die Erprobung wird besonders im städtischen und regionalen Nahverkehr fokussiert. Da das System speziell für innerstädtische und regionale Mobilitätslösungen entwickelt wurde, sind Schnellstraßen und Autobahnen von der Genehmigung ausgenommen. Die Genehmigung gilt zunächst bis Ende 2026 und kann bis zum Jahr 2028 verlängert werden.

Test unter realen Bedingungen

Erste Tests mit der neuen Genehmigung wurden während einer Fachmesse in Düsseldorf durchgeführt. Hierbei kamen selbstfahrende Shuttles zum Einsatz. Dies soll den Fahrgästen die Funktionsweise der Technologie näher bringen. Auch für Vertreter von Kommunen, Städteplaner und Fachleute aus der Verkehrsbranche bestand die Gelegenheit, die autonomen Fahrzeuge in Aktion zu sehen.

Die Auswahl von geeigneten Teststrecken und der Analyse der Fahrdaten übernimmt in den Projekten ZF Mobility Solutions. Ebenso wie die technische Bereitstellung der Systeme. Die gesammelten Erkenntnisse sollen dazu beitragen, die Technologie weiterzuentwickeln und ihre Anwendung im öffentlichen Verkehr zu verbessern.

Fortschritte im Projekt RABus

Bereits vor der neuen Genehmigung hatte das Unternehmen umfassende Erfahrungen mit autonomen Fahrsystemen gesammelt. Ein Beispiel hierfür ist das RABus-Projekt in Baden-Württemberg. Hier wurden autonome Shuttles auf Teststrecken in Mannheim und Friedrichshafen eingesetzt.

In Zusammenarbeit mit einem österreichischen Fahrzeughersteller wurden für den Mischverkehr optimierte Elektro-Shuttles entwickelt. Das Projekt wurde mit dem baden-württembergischen Verkehrsministerium umgesetzt und lieferte wesentliche Erkenntnisse über die technische Umsetzung und die regulatorischen Anforderungen.

Dank der bundesweiten Zulassung können nun auch andere Regionen von den Kleinbussen profitieren. Dies bietet neue Chancen für die Verwendung autonomer Verkehrslösungen. So könnte schon bald eine Marktreife erlangt werden.  (mr)

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