Spin-off-Pläne Continental zieht eigenständigen Automotive-Bereich in Erwägung

Von Susanne Braun 2 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Der angeschlagene Automotive-Zulieferer Continental erwägt eine Abspaltung des Unternehmensbereichs Automotive in die börsennotierte Eigenständigkeit. Die Entscheidung, ob es zum Spin-off kommen soll, will der Vorstand im vierten Quartal 2024 treffen. Ziel ist die „Entfaltung des vollen Wertpotenzials von Continental“.

Regional stark schwankende Entwicklungen der Märkte sowie die softwaregetriebene Technologietransformation verlange künftig noch mehr Flexibilität und weitreichenden unternehmerischen Handlungsspielraum. „[...] Vor diesem Hintergrund streben wir eine Aufteilung von Continental an“, sagte Nikolai Setzer, Vorstandsvorsitzender von Continental.(Bild:  Continental)
Regional stark schwankende Entwicklungen der Märkte sowie die softwaregetriebene Technologietransformation verlange künftig noch mehr Flexibilität und weitreichenden unternehmerischen Handlungsspielraum. „[...] Vor diesem Hintergrund streben wir eine Aufteilung von Continental an“, sagte Nikolai Setzer, Vorstandsvorsitzender von Continental.
(Bild: Continental)

Die Gewässer, durch die Automobilzulieferer und Reifenhersteller Continental steuert, sind bereits seit einiger Zeit ungemütlich. Wie viele andere Unternehmen dieser Branche entwickelt sich das Mobilitätsgeschäft im Bereich E-Mobilität nicht so, wie zuvor erwartet wurde, und gleichzeitig baut der Markt mit traditioneller Antriebstechnik kontinuierlich ab. Während es dem Reifen-Bereich von Continental offenbar noch gut geht, wurde für den Automotive-Bereich der Abbau von mehreren Tausend Arbeitsplätzen geplant.

Und nun überrascht die Konzernführung mit der Ankündigung, dass man in Erwägung ziehe, Automotive als Spin-off in die börsennotierte Eigenständigkeit abzuspalten. So wolle man, so die Verantwortlichen von Conti, das Wert- und Wachstumspotenzial von Continental ausschöpfen. Ob es tatsächlich dazu kommen wird, dass Automotive als Spin-off gelöst wird, soll sich nach einer eingehenden Prüfung des Vorhabens im vierten Quartal 2024 entscheiden.

„Unsere Strategie zielt auf die Steigerung unserer Wertschaffung. Dazu gehört, dass wir systematisch prüfen, wie wir unsere Unternehmensbereiche bestmöglich aufstellen. In den vergangenen Monaten haben sich die Märkte und unsere Kunden insbesondere in der Automobilindustrie sehr dynamisch weiterentwickelt. So erfordern beispielsweise regional stark schwankende Entwicklungen der Märkte sowie die softwaregetriebene Technologietransformation künftig noch mehr Flexibilität und weitreichenden unternehmerischen Handlungsspielraum. Vor diesem Hintergrund streben wir eine Aufteilung von Continental an“, sagte Nikolai Setzer, Vorstandsvorsitzender von Continental.

Das Ziel wäre also, Automotive auszugliedern und an die Börse zu bringen, während die Bereiche Tires und ContiTech weiterhin unter dem Dach von Continental verbleiben würden. „Ein Spin-off von Automotive mit Börsennotierung würde – vorbehaltlich der Zustimmung von Vorstand und Aufsichtsrat – der Hauptversammlung der Continental AG am 25. April 2025 zur Beschlussfassung vorgelegt werden. Im Fall der Zustimmung ist geplant, den Spin-Off bis Ende 2025 abzuschließen“, wird von Continental mitgeteilt. Im Falle einer Abspaltung würden Aktionäre wie bereits bei der Vitesco-Abspaltung im Jahr 2021 dann Aktien der dann unabhängig börsennotierten Automotive-Einheit anteilig ihrer Conti-Beteiligung erhalten.

Softwaredefinierte und autonome Fahrzeuge im Fokus

Mit derzeit rund 100.000 Mitarbeitenden und einem Umsatz im Geschäftsjahr 2023 von rund 20 Milliarden Euro konzentriert sich der bereits seit 2022 in einer rechtlichen Einheit gebündelte Automotive-Bereich künftig auf die Zukunftsthemen der Automobilbranche. „Ergänzend zur starken Marktposition mit innovativen Brems- und Komfortsystemen, Sensorlösungen und Displays hat der Bereich große Fortschritte in der Entwicklung von Software, Architekturplattformen und Assistenzsystemen für den stark wachsenden Zukunftsmarkt softwaredefinierter und autonomer Fahrzeuge erzielt“, so Continental.

Tires und ContiTech unter der Lupe

Wie bereits erwähnt sollen die Bereiche Tires und ContiTech, sofern es zur Automotive-Abspaltung kommt, bei Continental verbleiben. Die Verantwortlichen von Continental kündigen an, dass diese Struktur ebenfalls Gegenstand der Detailprüfung sein werde. Die Bereiche sind gemeinsam etwa so groß und umsatzstark wie Automotive, habe sich allerdings mittels regionaler Diversifikation, unterschiedlichen Vertriebskanälen und Absatzmärkten als widerstandsfähig gegenüber konjunkturellen Schwankungen erwiesen. Was also genau im Detail geprüft werden wird, erscheint zunächst schleierhaft. Was Continentals Zukunft angeht, so bleibt es also weiterhin spannend. (sb)

(ID:50123241)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung