Das Formationsfahren von Lkw könnte einige große Probleme der internationalen Logistikbranche lösen. In China darf nun Pony.ai in Guangzhou mit autonomen Trucks testen. Auch Didi sammelt schon fleißig Daten.
Platooning wird weltweit verprobt. In Deutschland haben MAN und die Deutsche Bahn hier schon getestet. In China unterstützt die Regierung nun Unternehmen wie Pony.ai mit Lizenzen.
(Bild: Deutsche Bahn AG)
Flotten von autonomen Lkw dürfen ab sofort in der südchinesischen Stadt Guangzhou getestet werden. Das Startup Pony.ai, das in Kalifornien und in China operiert, hat gerade die erste Lizenz der südchinesischen Metropole für Platooning mit autonomen Trucks der Stufe L4 erhalten.
„Platooning“ bedeutet, dass ein autonom fahrender Lkw eine Kolonne von mehreren weiteren, fahrerlosen Zugwagen anführt (eine sogenannte 1+N-Strategie). Pony.ai gab den Erhalt der Lizenz auf einer Pressekonferenz und über sein offizielles WeChat-Konto bekannt.
Dem Hersteller zufolge bietet das System eine Reihe von Vorteilen: So könnten die Lkw dichter aufeinander folgen, als dies mit Fahrern möglich sei, weil die Bremswege der einzelnen Fahrzeuge koordiniert werden. Dieses Formationsfahren verringere darüber hinaus den Luftwiderstand, damit den Treibstoffverbrauch und so die Emissionen. Unfälle und Staus würden reduziert, so Pony.ai.
Weniger stark wird ein Vorteil angepriesen, den diese Technologie aus der Sicht von Logistik-Unternehmen bietet: Es werden kaum noch Fernkraftfahrer gebraucht. An dieser Berufsgruppe mangelt es. Das macht sie teuer und in Europa und den USA ist sie gewöhnlich gewerkschaftlich gut organisiert.
Zunächst darf Pony.ai in Guangzhou fünf Lkw seiner Marke „Ponytron“ im realen Straßenverkehr testen. An der Herstellung der Trucks ist das Startup ebenfalls beteiligt. Im Juli hatte Pony.ai dazu ein Gemeinschaftsunternehmen mit Sany Heavy Truck gegründet, einem Tochterunternehmen von Sany Heavy Industry. Gerade wird die Fertigung von elektrischen und Diesel-getriebenen autonom fahrenden Lkws getestet. Ab nächstem Jahr sollen sie in Serie gefertigt werden.
Weltweit wird an vielen Orten mit autonomen Lkw und Platooning experimentiert. In Deutschland beispielsweise hatten MAN und DB Schenker schon 2019 einen mehrmonatigen Versuch auf der A9 zwischen München und Nürnberg durchführen dürfen. Allerdings verlief dies unter sehr streng begrenzten Testbedingungen.
Langwierige Genehmigungsverfahren
In Deutschland kommt man aufgrund von vielerlei rechtlichen Bedenken nicht so recht voran, zumal die erteilten Genehmigungen auch in den Nachbarländern und der gesamten EU gelten müssen. Das gestaltet ihre behördliche Ausarbeitung äußerst langwierig.
Auch in Singapur gibt es ähnliche Versuche. In den USA sind Pony.ai in jüngster Zeit mehrere bereits erteilte Testlizenzen wieder entzogen worden. In China hingegen haben die zuständigen Aufsichtsbehörden eine ganze Reihe von neuen Testgenehmigungen erteilt. Die Zentralregierung in Peking will damit die die heimische Industrie unterstützen.
Didi, oft auch als „chinesisches Uber“ bezeichnet, lässt schon seit mehreren Jahren teilautonome Lkw durch den Nordosten Chinas rollen. Bei solchen ersten kommerziellen Einsätzen werden im großen Stil Testdaten gesammelt. Das ergänzt den umfassenden Datensatz der von Didi und Pony.ai betriebenen „Robotaxi“-Flotten in mehreren chinesischen Städten.
Bedarf in China liegt bei einer Millionen autonomer Lkw
Auch Pony.ai hat in der Provinz Guangdong schon eine Reihe von Tests mit autonom fahrenden Lkw durchführen dürfen. Allerdings verliefen diese bis jetzt noch nicht mit Platooning und mit „Level 4“, wo ein Sicherheitsoffizier im Cockpit nur noch in seltenen Notfällen selbst die Hand ans Steuer legen muss.
Chinas Industrieministerium und andere Behörden haben das enorme Marktpotenzial erkannt, dass weltweit für die Automatisierung der Massengut-Logistik besteht. Technologisch mögen Unternehmen in anderen Ländern führend sein, aber China handelt schnell. Die Regierung dürfte der heimischen Industrie durch die zügige Vergabe von Testlizenzen einen im internationalen Vergleich entscheidenden Vorteil bei der Kommerzialisierung der autonomen Lkw-Technologie verschaffen.
Weltweit explodiert unter anderem aufgrund des E-Commerce-Booms das Frachtaufkommen auf den Autobahnen und zwischen Häfen und Verteilungs-Hubs. Allein in China wird der Bedarf für autonome Lkw in den kommenden Jahren auf mehrere Millionen Stück geschätzt.
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel Communications Group GmbH & Co. KG, Max-Planckstr. 7-9, 97082 Würzburg einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von redaktionellen Newslettern nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung, Abschnitt Redaktionelle Newsletter.