BMW entwickelt in China einen automatischen Laderoboter für Elektroautos. Das Unternehmen veröffentlichte kürzlich ein Video mit einem Roboterarm, der sich selbst die Steckdose eines geparkten Autos sucht, dann automatisch die Batterie auflädt und sich anschließend selbstständig wieder absteckt, um auf den nächsten Kunden warten zu können.
Laderoboter für Elektrofahrzeuge sind nicht neu. Volkswagen hat bereits im Dezember 2019 ein Laderoboterkonzept vorgestellt. Nun nimmt das Thema in China Fahrt auf.
(Bild: Volkswagen)
Das Interesse der Deutschen an der Technologie ist in der Branche aufmerksam zur Kenntnis genommen worden. Obwohl der gezeigte Roboterarm noch in der Entwicklungsphase steckt, bestätigt ein Laderoboter von BMW für viele Chinesen doch, dass die Technologie viel Potenzial hat.
In der Tat ist in China in diesem Jahr mit Macht die Ära der Laderoboter ausgebrochen. Fortschritte sowohl bei der künstlichen Intelligenz als auch bei der Hardware ermöglichen neuerdings völlig autonome Laderoboter. Weder für den Ladevorgang noch für das Bezahlen und das Wiederaufladen der Roboter selbst sind in der Regel noch menschliche Helfer erforderlich.
Viele OEMs arbeiten am Konzept Laderoboter
Huawei hat gezeigt, wie sein in Kooperation mit JAC gebautes Luxus-E-Auto Maextro S800 von einem Laderoboter aufgeladen wird. Li Auto und das Unternehmen CGXI haben eine Kooperation geschlossen, um einen Laderoboter zu entwickeln, der auf einem Schlitten hin- und herfährt und so mehrere Standplätze gleichzeitig bedienen kann.
Zeekr hat wie BMW ein Video veröffentlicht, indem die Integration von Einparken und dem Wiederaufladen der Batterie mit Hilfe eines Laderoboters gezeigt wird. Auch dieser kann selbstständig die Position eines Stromers identifizieren und den Ladestecker automatisch ein- und wieder ausstecken. Er ermöglicht Schnellladen mit 800 V.
Der Ladeinfrastruktur-Spezialist Shanghai Zhida hat einen flexiblen „Schlangenarm-Roboter“ präsentiert, von dem bereits am Flughafen Hongkong in einem Pilotprojekt 10 Stück erprobt werden und der bald auch in Singapur und Katar erste Ladekabel einstecken soll.
Nachfrage wird steigen
Das schnelle Wachstum der E-Mobilität in China sorgt dafür, dass nun auch rasch nachgeordnete Lieferketten wie die für Laderoboter entstehen. Momentan sind rund zehn Prozent der existierenden Fahrzeugflotte in der Volksrepublik China batteriebetrieben oder Hybride, doch stellen diese New Energy Vehicles (NEVs) bereits mehr als die Hälfte der Neuzulassungen. Wenn in den kommenden Jahren immer mehr Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor gegen E-Autos oder Hybride ausgetauscht werden, gleichzeitig die autonomen Parkhilfe und andere Fahrhilfen immer smarter werden, wird die Nachfrage nach Laderobotern voraussichtlich weiter stark steigen.
Flankiert wird diese Entwicklung von der schnellen Ausbreitung smarter Fahrfunktionen im chinesischen Markt der E-Mobilität. Es macht wenig Sinn, wenn smarte E-Autos völlig autonom einparken können, während ihr Besitzer bereits Wichtigeres zu tun hat, wenn dann aber anschließend das manuelle Wiederaufladen der Batterie erforderlich ist. Laderoboter helfen also einen „Closed Loop“ in der schönen neuen Welt der smarten E-Autos herzustellen: Das autonom fahrende Auto oder Robotaxi kann auch völlig autonom wieder aufgeladen werden.
Laderoboter in China
(Bild: Enterprises)
Neue Einnahmequelle für Batteriehersteller
Prognosen sagen dem Markt für Laderoboter in China bis 2030 ein jährliches Durchschnittswachstum (CAGR) von 42,9 Prozent voraus, berichtet Tech in Asia. Bei solchen Zahlen darf man ohne Übertreibung von einem neuen Boom sprechen. Besonders ambitioniert sind auf diesem jungen, aber lukrativen Markt die großen Batteriehersteller, allen voran CATL. Seine Tochter CharGo hat bislang lediglich rund 100 Laderoboter im Einsatz, vorwiegend zu Demonstrationszwecken. Nun aber soll es bald richtig losgehen. Zwischen 5.000 und 15.000 Laderoboter will CharGo eigenen Angaben zufolge innerhalb der nächsten zwei Jahre ausliefern.
Auch andere große Batteriehersteller in China, darunter Gotion High-Tech und BYD, versprechen sich vom Bau von Laderobotern eine Diversifizierung ihres Geschäfts. Wenn die Margen aus dem Batteriegeschäft schrumpfen, weil sinkende Lithiumpreise und der Wettbewerb mit Auto-Akkus die Unternehmen zu immer größeren Preisnachlässen zwingen, tut sich hier eine willkommene neue Einnahmequelle auf.
Ergänzung zu Ladesäulen
Laderoboter werden traditionelle Ladestationen wohl auch in China trotzdem nicht komplett ablösen. Die in diesem Jahr einsetzende Skalierung in der Produktion lassen die Investitionskosten für Betreiber von Ladesäulen ab jetzt aber so schnell sinken, dass sich die Anschaffung der Roboter immer mehr lohnt. Der CharGo-CEO Kevin Xu rechnet damit, dass im Jahr 2030 schon rund 20 Prozent aller NEV von Laderobotern geladen werden, während die Autofahrer ganz entspannt sitzen bleiben können oder zum Einkaufen oder sonst wohin gehen können.
Stand: 08.12.2025
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Auch eine Reihe von Startups bieten Laderoboter an, konzentrieren sich dabei oft auf bestimmte Nischen des Marktes, etwa die Parkplätze von Supermärkten oder Einkaufszentren. (Wir berichteten: https://www.next-mobility.de/sind-ladesaeulen-ein-auslaufmodell-a-c227639196947dbe8e80f329a63d41ba/).
Ein Laderoboter namens Owl, von einer kleinen Firma in Peking entwickelt, ist bereits bei vier Bürogebäuden und Einkaufszentren in Peking unterwegs. Weil der Preis für den Strom trotz der bequemen Versorgung nicht höher ist, erfreuen sie sich großer Beliebtheit, unter anderem im World Trade Center im Zentrum der Stadt und im „Chaoyang Hopson One”. In diesem Jahr sollen weitere 1.000 Laderoboter-Kollegen des Owl in Peking auf 150 Parkplätzen ihren Dienst aufnehmen, berichtet die örtliche Tageszeitung Beijing Ribao. (se)