Ab in die Wüste hieß es auch dieses Jahr wieder Anfang Januar. Vom 07. bis 10.01.2025 fand in Las Vegas die Consumer Electronics Show statt. Doch während in den vergangenen Jahren die Messe eine Nabelschau für viele Automobilhersteller war, machten sich die OEMs dieses Jahr rar in Nevadas Glücksspielmetropole. Die deutsche Flagge hielt lediglich BMW hoch.
Vom 07. bis 10. Januar 2025 konnte man in der Spielermetropole Las Vegas auf der CES Technologieneuheiten aus der Fahrzeug- und Consumer-Elektronik bestaunen.
(Bild: Stefanie Eckardt)
Im vergangenen Jahr gab Volkswagen mit seinem Partner Cerence auf der CES 2024 groß bekannt, ChatGPT in den Sprachassistenten IDA in verschiedene Modelle, wie den ID.7 oder den neuen Golf zu integrieren. Dieses Jahr glänzte der Automobilhersteller ebenso durch Abwesenheit wie Mercedes-Benz oder Audi. Einzig BMW zeigte aus deutscher Sicht Flagge und war in Las Vegas vor Ort. Der Autobauer präsentierte mit Panoramic Vision ein neu entwickeltes Head-Up Display-Konzept zur Projektion von Inhalten, das sichtbare Informationen von A-Säule zu A-Säule auf einen Schwarzdruck im unteren Bereich der Windschutzscheibe spiegelt. Diese Informationen sind für alle Insassen sichtbar. Die wichtigsten Fahrinformationen werden direkt in der Sichtachse des Fahrers auf der linken Seite des Displays oberhalb des Lenkrades projiziert. Die Inhalte in der Mitte und im rechten Bereich des BMW Panoramic Vision kann der Fahrer über das Zentral Display personalisieren. Die spezifische Integration des BMW Panoramic Vision erzeugt ein räumlich wirkendes Bild bei Fahrer und Insassen.
Man musste leider grundsätzlich feststellen, dass wenig Automobilhersteller auf der Messe zu finden waren. Einer der wenigen war Honda – die Japaner hatten immerhin zwei Weltpremieren im Gepäck. Die Prototypen der Limousine Honda 0 Saloon und das Honda 0 SUV sind zwei Modelle der Zero-Serie, die ab 2026 auf die globalen Märkte kommen sollen. Das Unternehmen stellte außerdem mit ASIMO OS sein neues Fahrzeugbetriebssystem vor. Darüber hinaus präsentierte man den im Joint Venture Sony Honda Mobility (SHM) gemeinsam entwickelten und seriennahen Elektro-Prototyp Afeela 1. Auf der Pressekonferenz erklärte, SHM-CEO Yasuhide Mizuno, dass „Sony Honda Mobility die Beziehung zu den Menschen durch intelligente Mobilität verbessern und das Reiseerlebnis revolutionieren will“. Nun ja. Begeisterungsstürme konnte der Prototyp weder äußerlich noch bei der Reichweite von knapp 500 km oder einer DC-Ladeleistung von maximal 150 kW auslösen. Der SHM Afeela verfügt über 40 Sensoren und Kameras und soll im Sommer 2026 vorerst in Japan und Amerika mit einem Preis von 89.900 Dollar starten.
Woven City stand im Mittelpunkt bei Toyota. Die langangekündigte Smart City am Fuße des Fujis soll im Herbst eröffnet werden, wie Akio Toyoda, der Vorstandsvorsitzende von Toyota im Rahmen einer Pressekonferenz verkündete. Woven City soll als Teststrecke für Mobilität und als Experimentierfeld für Technologien wie autonomes Fahren und künstliche Intelligenz (KI) dienen. Damit will der Autobauer auch außerhalb des Automobilsektors neue Werte, Produkte und Dienstleistungen schaffen, die kein einzelnes Unternehmen oder eine Einzelperson allein erreichen könnte. Woven City soll 700.000 Quadratmeter groß werden und Platz für 2.000 Einwohner bieten.
Künstliche Intelligenz
„Dive In“ war das Motto der diesjährigen CES. Vor allem in die Welt der künstlichen Intelligenz. Das Thema sprang den rund 141.000 Besuchern förmlich ins Gesicht. So auch bei den Automobilzulieferern. Bosch kündigte an, dass man „mit Software und KI Produkte smarter und das Leben der Menschen sicherer“ machen möchte, wie Dr. Tanja Rückert, Geschäftsführerin Robert Bosch betonte. Das spiegelte nicht nur der Slogan „Coded #LikeABosch“ wider, sondern vor allem die Zahlen. Bosch rühmt sich innerhalb von fünf Jahren mehr als 5.000 KI-Experten zu beschäftigen und über 1.500 KI-Patente zu halten. Bosch veranschaulichte anhand seiner eBike-Sparte, welchen Nutzen KI für den Endverbraucher bringen kann. Mit Range Control will man der Reichweitenangst Paroli bieten. Dabei handelt es sich um eine Funktion der eBike Flow App des Zulieferers, die den eBike-Fahrer mithilfe von KI bei der Routenplanung unterstützt. Mit Range Control weiß dieser bereits im Vorfeld, wie weit er mit einer Akkuladung kommt. Bei der Berechnung berücksichtigt der Algorithmus Größen wie das Systemgewicht, installierte Komponenten, Höhenunterschiede und individuelles Fahrverhalten. Darauf basierend passt er dann die Motorunterstützung so an, dass der Akku bei der Fahrt so effizient wie möglich genutzt wird.
Doch nicht nur die Zulieferer – auch Komponentenhersteller setzen auf KI. Chiphersteller führt mit den Snapdragon-Plattform-Lösungen Digital Chassis, Car-to-Cloud, Auto Connectivity, Digital Cockpit oder Ride den „Weg zu einer KI-gestützten Fahrzeug-Compute-Architektur“. Das beweist Qualcomm insbesondere in verschiedenen Partnerschaften, beispielsweise mit Amazon. Im Rahmen der geplanten Zusammenarbeit werden die beiden Unternehmen nach Möglichkeiten suchen, die KI-Fähigkeiten für Automobilanwendungen zu verbessern und intuitivere, personalisierte und reaktionsschnelle Erlebnisse im Auto mit Technologien wie Alexa Custom Assistant und Lösungen der Snapdragon Digital Cockpit Platform und des Software-Frameworks von Qualcomm Technologies zu ermöglichen.
Stand: 08.12.2025
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Darüber hinaus hat Qualcomm bekanntgegeben, mit dem indischen Automobilhersteller Mahindra zu kooperieren. Der Chiphersteller wird seine Snapdragon Digital Chassis Lösungen für die Elektro-SUV BE 6 und XEV 9e des indischen Automobilherstellers liefern. Das ist der erste Einsatz der Snapdragon Cockpit Plattform und der Snapdragon Auto 5G Modem-RF Lösung auf dem indischen Markt. Die Snapdragon Cockpit-Plattform ist für drei 31,24 cm große Infotainment-Bildschirme, Augmented-Reality-Displays und KI-gesteuerte Erlebnisse im Fahrzeug ausgelegt dank einer KI-Processing-Unit, einer Rechenleistung von 230.000 DMIPS und Adreno GPU.
Software-defined Vehicle
Schlagwort Nummer 2 auf der diesjährigen CES im Bereich Mobilität: SDV, kurz für Software-defined Vehicle. Der Endverbraucher verlangt immer mehr Funktionen, die er von seinem Smartphone und -Device kennt. Zukünftige Fahrzeuge müssen über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg aktualisiert werden können, um Fahrer und Insassen das bestmögliche Nutzungserlebnis zu bieten. Daher müssen auch Automobilhersteller Fahrzeuge liefern, die bei der Markteinführung auf dem neuesten Stand sind und sich im Laufe der Zeit weiterentwickeln. Valeo hat auf der CES mit vOS seine Middleware mitgebracht, mit der sämtliche Funktionen des SDVs unterstützt werden. Sie bildet das Rückgrat der Fahrzeug-Software und ermöglicht eine nahtlose Integration über verschiedene Domänen hinweg. Sie unterstützt „Over-the-Air“-Updates, damit die Fahrzeuge auch nach der Produktion auf dem neuesten Stand bleiben, und bietet Skalierbarkeit, um die Rechenleistung während der gesamten Lebensdauer des Fahrzeugs bedarfsgerecht zu erweitern, damit das Fahrzeug zukunftssicher bleibt.
Auch Continental rückt das Thema SDV in den Mittelpunkt seines Messeauftritts. Mit dem Road-to-Cloud-Ansatz bietet der Zulieferer eine vollständige Entwicklungsumgebung, um die Herstellung von Fahrzeug-Software zu vereinfachen und zudem deutlich zu beschleunigen. Mit dem „Electric Backbone“ des SDV können die Nutzer die Interaktion und Verbindung von Hard- und Software betrachten. Das „Continental Automotive Edge Framework“ wiederum rückt die Virtualisierung des Entwicklungs-Ökosystems in den Fokus, und damit einhergehend Cloud-Lösungen und die Integration von intelligenter Software in Hochleistungscomputer und Zonensteuergeräte.
Darüber hinaus konnten sich Besucher auch über Software-Lösungen wie Cabin Sensing, Holistic Motion Control, Radar Vision Parking und intelligente Zugangslösungen mit Smart Devices informieren. In seiner Demo Intelligent Vehicle kombinierte das Unternehmen verschiedene Technologien. Als Ergebnis war ein intelligentes Fahrzeug zu sehen, das seine Umgebung wahrnimmt, die Absichten des Fahrers interpretiert und mit ihm intelligent interagiert. Bewährte Sensoren werden dafür mit KI-Algorithmen zu einer praxisnahen Systemlösung, einer fortschrittlichen Fahrzeug-Architektur und zu einer personalisierten Nutzererfahrung kombiniert.
Sonatus enthüllte sein SDV-Demonstrationsfahrzeug. Dabei handelte es sich um einen klassischen Ford Bronco von 1970, der restauriert und zu einem Elektrofahrzeug umgebaut und mit der SDV-Technologie von Sonatus ausgestattet wurde. Die Vehicle Platform des Herstellers besteht aus sich ergänzenden Technologien, die viele wichtige Anforderungen für den Übergang von Fahrzeugen zu SDVs erfüllen. In diesem Jahr hat Sonatus die Plattform um wichtige neue Lösungen und Produktangebote erweitert, die verschiedene Anwendungsfälle abdecken, mit denen sich Automobilhersteller und -zulieferer konfrontiert sehen, wie Vernetzung, Datenmanagement, Fahrzeugautomatisierung und Cloud-Integration.
Um Mehr SDV-Design-Flexibilität für Automobilhersteller bieten zu können, hat NXP auf der CES bekanntgeben, TTTech Auto für 625 Millionen US-Dollar im Rahmen einer All-Cash-Transaktion zu übernehmen. Damit will man die Verzahnung von NXPs SDV-Plattform CoreRide und TTTechs Middleware MotionWise in Zukunft noch enger gestalten, um die Entwicklung von Software-definierten Fahrzeugen für Autobauer optimaler zu ermöglichen.
Enge Zusammenarbeit herrscht auch bei NXP und Green Hills Software (GHS). GHS demonstrierte auf der CES 2025 zusammen mit seiner Tochter Integrity Security Solutions und dem Halbleiterunternehmen eine Lösung, um sichere (Safety und Security) Fahrzeug-Gateways für via Cloud vernetzte SDVs zu entwickeln. Diese basieren auf dem S32G3 Fahrzeugnetzwerkprozessor von NXP, der ein wichtiger Bestandteil der CoreRide-Plattform ist. Das Integrity Echtzeitbetriebssystem und seine Multivisor Virtualisierungsdienste betreiben und schützen kritische Fahrzeugnetzwerke vor nicht vertrauenswürdigen externen Netzwerken bis zur Cloud.
Nachhaltigkeit
Im Vergleich zu 2024 war ein Schlagwort in den Messehallen wenig präsent: Sustainability, also Nachhaltigkeit. Ein paar Highlights ließen sich aber auch hier ausmachen. Zum Beispiel das Solarfahrzeug Aptera. Das dazugehörige Unternehmen Aptera Motors gab bekannt, dass es die Batterien für sein Solarauto zwischen 2025 und 2031 exklusiv von LG Energy Solution beziehen wird. Beide Seiten haben auf der CES einen Lieferdeal mit einem Volumen von 4,4 GWh Kapazität unterzeichnet. Die Vereinbarung bindet neben Aptera und LGES auch das Unternehmen CTNS ein, das die Zellen des koreanischen Herstellers zu Batteriemodulen und -Packs montiert und sie dann zum Einbau an Aptera Motors weitergibt. Aptera Motors will mit seinem dreirädrige Debütstromer im laufenden Jahr auf seinem Heimatmarkt in den USA rauskommen. Auf der CES in Las Vegas war ein serienreifes Modell ausgestellt. Das Interesse war nach eigenen Aussagen „riesig“ – man sprach von „fast 50.000 Reservierungen mit einem potenziellen Umsatz von über 1,7 Milliarden Dollar“.
Eine interessante Neuheit zeigte Gentex zusammen mit seinem Partner Solace, einem Anbieter für Wireless-Technologien und Datentechnik. Gemeinsam haben sie für die Techshow einen Demonstrator entwickelt, der zeigt, wie die Solace-Technologie zum Einsatz kommen kann, um Strom- und Datenkabel in einer Fahrzeugtür zu ersetzen.
Bordnetzspezialist Yazaki verdeutlichte anhand eines Modells, dass das Unternehmen über das Auto hinaus anbietet, sondern auch die Montage von Hochspannungskabelbäumen für Elektroflugzeuge im Portfolio hat, das insbesondere auf die derzeitige eVTOL-Entwicklung wichtig ist. Der Hersteller betont, dass er durch sein proprietäres Montageverfahren eine hohe elektrische Leitfähigkeit gewährleistet, für weniger Gewicht sorgt, indem weniger sperrige Steckverbinder und Verbindungselemente zum Einsatz kommen und Skalierbarkeit in den Fokus rückt durch eine Technologie, die bereits im Fahrzeug zum Einsatz kommt. (se)