Während sich derzeit auf der Shanghai Autoshow alles um neue Elektroauto-Modelle dreht, hat Batteriehersteller CATL schon kurz davor eigene Neuheiten aus der Welt der Autobatterien vorgestellt.
Auf der Suche nach der Superbatterie hat CATL mit Naxtra eine Natium-Ionen-Batterie vorgestellt.
(Bild: Redwood Materials)
Auf seinem ersten eigenen Tech Day am 21. April 2025 in Shanghai hat CATL mit Technologien überrascht, die das Zeug haben, die Spielregeln der Elektromobilität gehörig umzuschreiben. Im Mittelpunkt der Neuvorstellungen stand “Naxtra”, eine neu eingeführte CATL-Marke für das, was der Batteriehersteller „die erste serienreife Natrium-Ionen-Batterie der Welt“ nennt. Sie ist eine Weiterentwicklung der ersten Generation von Natrium-Sodium-Batterien, die CATL im Juli 2021 vorgestellt hatte.
Seither hatte es immer im Laufe der Jahre immer mal wieder gewisse Fortschritte gegeben, doch erst jetzt will man die Technologie bei CATL endgültig als serienreif bezeichnen.
Natrium statt Lithium
Das Wichtigste an Naxtra ist, dass sie Lithium durch Natrium ersetzt, ein Element, das im Salz der Erde fast unbegrenzt verfügbar ist und für einen Bruchteil der Kosten gefördert werden kann. „Dank der reichhaltigen Vorkommen an Natrium-Ressourcen können wir die Abhängigkeit vom knappen Lithium deutlich reduzieren", betonte Gao Huan, Technikchef für Pkw und Nutzfahrzeuge bei CATL, gegenüber der Zeitung Lianhe Zaobao. Natrium-Ionen-Batterien könnten künftig „bis zur Hälfte" des Marktes für LFP-Akkus erobern können, äußerte sich der CATL-Chef Robin Zeng im Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters. Sollte sich das bewahrheiten, so könnten die Preise für Akkus mit Natrium-Ionen in Zukunft niedriger sein als die heutiger Batterie-Typen. „Die Kosten für Natrium-Ionen-Batterien sinken ständig", so Ouyang Chuying, Co-Präsident der F&E-Abteilung bei CATL.
Kälte-resident bei minus 40 Grad Celsius
Beim Thema Kälteresistenz zeigt Naxtra, warum einige Beobachter wohl nicht zu Unrecht von einem Game Changer sprechen. Selbst bei minus 40 Grad Celsius kann die Batterie noch 90 Prozent ihrer Energie liefern. Auch im fast entladenen Zustand bricht die Leistung bei extremen Temperaturen nicht ein.
Und auch bei der Sicherheit setzt die neue Technik Maßstäbe. Bei anspruchsvollen Tests wie Pressungen, Bohrungen oder Nageldurchstichen blieben die Akkus stabil. Sie sind „nicht entflammbar, nicht explosionsgefährdet", wie Gao Huan betonte.
Serienfertigung in zwei Schritten
CATL plant den Beginn der Serienfertigung in zwei Etappen. Ab Juni 2025 sollen die Natrium-Ionen-Batterien serienmässig als „24V-Start-Stopp-Batterien für Nutzfahrzeuge“ gebaut werden, ab Dezember dann auch für Pkw.
Mit BYD sitzt CATL allerdings weiterhin ein ernstzunehmender Rivale im Nacken. Erst im März hatte BYD eine neue Blitzlade-Batterie vorgestellt, die in nur fünf Minuten 400 Kilometer Reichweite liefern soll.
Mit den auf seinem Tech-Day vorgestellten Neuerungen versucht CATL nun, seine Führungsposition gegenüber BYD zu verteidigen, das bislang nur einen ungefähr halb so großen globalen Marktanteil hat wie CATL, aber kontinuierlich aufholt.
Weiterentwicklung der LFP-Technologie
Ein erkennbarer Teil der Strategie von CATL ist es, mehrere Technologien gleichzeitig weiterzuentwickeln: Die neuen Natrium-Ionen-Akkus, immer leistungsstärkere Lithium-Ionen-Batterien sowie neuartige Batterien mit verschiedenen Arten von Zellchemie, die zwei getrennte Energiezonen haben.
Eine weitere wichtige Neuerung, die auf dem Tech-Day vorgestellt worden ist, ist daher die zweite Generation der Shenxing-Superschnellladenden-Batterie von CATL, die das Aufladen an der Säule noch weiter verkürzt. Es ist eine weiterentwickelte Version der bekannten LFP-Batterie des Unternehmens mit höherer Energiedichte, was bessere Leistungen ermöglicht. Angekündigt sind jetzt 520 Kilometer Reichweite mit fünf Minuten Ladezeit, mit einer 12C-Laderate und einer Ladeleistung von 1,3 Megawatt. Auch das setze „neue Weltrekorde“, wie ein Kommentator auf der chinesischen Auto-Plattform Chejiahao schreibt.
Die neuen Werte bedeuten nicht nur, dass die Batterie bei Normaltemperaturen theoretisch in nur fünf Minuten komplett wieder aufgeladen sein könnte, sondern auch, dass sie bei bei sehr niedrigen Außentemperaturen von minus zehn Grad Celsius noch innerhalb von 15 Minuten von fünf auf achtzig Prozent wieder „gefüllt“ werden könnte.
Auf seinem Tech-Day stellte CATL drei bemerkenswerte Neuerungen vor.
(Bild: Asia Waypoint)
Ein drittes Highlight des Tech-Days war die Vorstellung der „Freevoy Dual-Power Battery“, einer neuartigen Batterietechnologie, die erstmals zwei unabhängige Energiezonen in einem Akku kombiniert. Die Batterie kann je nach Bedarf unterschiedliche Zellchemien verwenden. Damit kann sie sich dem jeweiligen Leistungsbedarf in verschiedenen Fahr-Szenarien anpassen.
Die erste Energiezone ist für den Alltagsverkehr, die zweite dagegen speziell für Langstrecken optimiert und nutzt die von CATL entwickelte „Self-forming-Anode“-Technologie, um die Energiedichte weiter zu erhöhen.
Stand: 08.12.2025
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Dadurch sollen in der Spitze – für die NCM-LFP etwa – Reichweiten von mehr als 1.500 Kilometern möglich werden, ein Wert, der tatsächlich neue Maßstäbe für Elektrofahrzeuge galt. Technologisch setzt Freevoy dabei auf eine intelligente Steuerung der beiden Energiezonen. Je nach Fahrstil und Fahrbedingung entscheidet ein Software-Algorithmus, welche Energiequelle bevorzugt genutzt wird. So bleibt die Energieeffizienz im Stadtverkehr hoch, während für Fernfahrten automatisch die leistungsstärkere Zone aktiviert wird. Diese Batterietechnologie kann mit unterschiedlichen Materialsystemen eingesetzt werden: mit Natrium-Ionen, LFP oder auch Nickel-Cobalt-Mangan (NCM). CATL betont, dass die Freevoy-Architektur nicht nur für Elektroautos gedacht ist. Auch elektrische Busse, schwere Nutzfahrzeuge, Schiffe und sogar Flugzeuge könnten künftige Zielmärkte sein. Mit dieser Strategie will das Unternehmen seine führende Rolle über den Automobilsektor hinaus auf neue Bereiche der Elektromobilität und sogar der stationären Energieversorgung ausdehnen.
Kostengünstig und komfortabel
Während also gerade die Shanghai Autoshow die Schlagzeilen dominiert, war es möglicherweise eher der Tech-Day von CATL, auf dem bahnbrechende Neuerungen für die kommenden Jahre der E-Mobilität enthüllt worden sind. Das Fahren mit E-Autos und Plugin-Hybriden, so lautet die Botschaft aus dem Hause CATL, könnte schon bald kosteneffizienter, komfortabler und sicherer werden. (se)