Flugzeugtechnik CATL arbeitet mit Partnern an elektrischen Flugzeugen

Von Henrik Bork 3 min Lesedauer

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Die Gründung eines Joint Ventures deutet an, dass CATL auch Batterietechnologie für Passagierflugzeuge entwickelt. Festkörperbatterien sind hier eine möglich Lösung, an der der Batterie-Riese mit Hochdruck forscht.

Der C919 Jetliner ist ein Produkt des CATL-Partners COMAC (Commercial Aircraft Corporation of China Ltd.). Passagierflugzeuge mit Elektroantrieb könnten der nächste Schritt sein. (Bild:  Commercial Aircraft Corporation of China Ltd.)
Der C919 Jetliner ist ein Produkt des CATL-Partners COMAC (Commercial Aircraft Corporation of China Ltd.). Passagierflugzeuge mit Elektroantrieb könnten der nächste Schritt sein.
(Bild: Commercial Aircraft Corporation of China Ltd.)

Der chinesische Batteriehersteller CATL beginnt mit der Entwicklung elektrisch angetriebener Flugzeuge. Und die Rede ist hier von richtig großen Fliegern mit starren Flügeln, sogenannten „Fixed Wing Aircraft“. Zu diesem Zweck hat sich CATL gerade mit zwei Partnern ein neues Joint-Venture gegründet.

Das neue Joint-Venture heißt „COMAC Times (Shanghai) Aviation“ und hat ein Stammkapital von 600 Millionen Yuan (rund 76 Millionen Euro). Der führende Kopf ist Qian Zhongyan, der auch die Forschungsabteilung von COMAC leitet und wesentlich an der Entwicklung von Chinas erstem selbst gebauten Passagierflugzeug, der C919, beteiligt war.

Neben dem weltweit größten Batteriehersteller CATL ist an dem neuen Gemeinschaftsunternehmen der staatseigene Flugzeugbauer „Commercial Aircraft Corporation of China (COMAC)” beteiligt. Der dritte Partner ist die „Shanghai Jiaotong University Enterprise Development Group”.

Zusammen wollen sie „ein elektrisches Starr-Flügel-Flugzeug zu entwickeln“, schreibt das Wirtschaftsportal Yicai Global in einem exklusiven Bericht unter Berufung auf nicht genannte “COMAC-Insider”. Man sei bei dieser Entwicklung aber noch in der Anfangsphase und wie groß der erste Prototyp werden soll sei noch nicht bekannt, schreibt Yicai Global.

Die mögliche Spannbreite reicht also von einem kleinen, zweisitzigen Privatflugzeug bis hin zu einer Linienmaschine. Der Forschungsleiter von CATL, Wu Kai, hatte bereits vor einigen Monaten auf einer Messe angekündigt, dass sich CATL am Bau von bemannten elektrischen Flugzeugen beteiligen wird.

Tests jenseits der Autoindustrie

Die neuen Festkörperbatterien, die bei CATL gerade entwickelt werden, werden daher schon jetzt nicht allein nach den Sicherheits-Richtlinien der Autoindustrie getestet, sondern müssen auch die noch höheren Anforderungen der zivilen Luftfahrt erfüllen, sagte Wu Kai.

Analysten deuten die Gründung des Joint-Ventures für E-Flugzeuge als Hinweis darauf, dass CATL bei der Entwicklung seiner Festkörperbatterien wesentliche Fortschritte gemacht haben muss. Denn für die zivile Luftfahrt sind Batterien mit hoher Energiedichte und vertretbarem Gewicht entscheidend.

Der amerikanische E-Auto-Pionier und Tausendsassa Elon Musk wird in diesem Zusammenhang häufig mit der Aussage zitiert, Elektroflugzeuge würden erst dann möglich, „wenn die Batterien leichter und leistungsstärker werden, um eine Energiedichte von mehr als 450 Wattstunden pro Kilometer erreichen“.

Dieser Moment könnte jetzt gekommen sein. Die Festkörper-Batterie, an der CATL arbeitet, soll eine Energiedichte von 500Wh/kg haben, wird allerdings derzeit noch nicht in Serie gefertigt.

Selbst die stärksten Batterien mit Lithium-Ionen-Batterie, die momentan den Markt für E-Autos beherrschen, sind dagegen für Elektroflugzeuge noch zu schwach. Aus diesem Grund stecken entsprechende Forschungen, die in China schon seit längerem am „COMAC Beijing Aircraft Technology Research Institute“ betrieben worden, noch in den Kinderschuhen.

NASA und Northvolt als Wettbewerber

Doch nun deutet die Gründung des neuen Gemeinschaftsunternehmens an, dass CATL diese technische Hürde schon bald nehmen könnte. Damit liegt der chinesische Batteriehersteller im globalen Rennen um die Entwicklung von Elektroflugzeugen höchstens ein Jahr hinter der NASA, deren „MG Aeronautics and Space Administration“ ebenfalls an einer Luftfahrt-tauglichen Batterie arbeitet.

Auch die US-amerikanische Tochter des schwedischen Herstellers Northvolt entwickelt Batterien für Flugzeuge. Zwar unterscheiden sich die gewählten technologischen Routen in allen drei Fällen. Doch es ist erkennbar, dass dieses Wettrennen gerade intensiver wird.

Schon im Jahr 2030 könnte der Weltmarkt für Flugzeugbatterien einen Gesamtwert von 27,7 Milliarden US-Dollar erreichen, heißt es in einer Prognose des Marktforschungsinstituts SDReports.

In China möchte man in diesem Markt von Anfang an mitspielen und das neue Segment der Elektroflugzeuge nicht wieder amerikanischen und europäischen Unternehmen wie Boeing oder Airbus überlassen.

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