Mobilitätskonzept der Zukunft? BYD und DJI: Die Drohne auf dem Autodach

Von Henrik Bork 3 min Lesedauer

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Ein Knopfdruck genügt und auf dem Autodach wird eine Drohne ausgefahren. Sie hebt ab, um dem Auto hinterher zu fliegen und aus der Luft zu filmen. Was BYD da gerade gemeinsam mit dem Drohnen-Hersteller DJI vorgestellt hat, habe „ernsthafte Science-Fiction-Vibes“, kommentieren selbst die inzwischen an Einiges gewohnten Automedien in China.

Attraktiver für potenzielle Käufer: BYD kooperiert mit Drohnenhersteller DJI und integriert erstmals ein Drohnensystem in seine Fahrzeuge. (Bild:  BYD)
Attraktiver für potenzielle Käufer: BYD kooperiert mit Drohnenhersteller DJI und integriert erstmals ein Drohnensystem in seine Fahrzeuge.
(Bild: BYD)

Das „Lingyuan“ genannte System, das BYD zusammen mit DJI vorgestellt hat, kostet 16.000 Yuan, was etwa rund 2.000 Euro entspricht. Es solle seinen Kunden „mehr Spaß beim Fahren“ bringen, sagte BYD-Chef Wang Chuanfu bei dem Launch-Event für die im Auto integrierten Drohnen in Shenzhen am 3. März. Konsumenten wollten heute mehr als ein Transportmittel, vielmehr verlangten sie nach einem „mobilen Raum für Mobilität, Unterhaltung und Geselligkeit“, so der Vorstandsvorsitzende des größten chinesischen Herstellers von Elektrofahrzeugen.

Einführung erfolgt schrittweise

Man habe „nicht bloß ein Spielzeug für eine kleine Gruppe von Enthusiasten“ bauen wollen, äußerte sich Luo Zhenhua, Chef von DJI. Die Drohnen sollen schrittweise für sämtliche E-Autos und Hybride von BYD erhältlich werden, so Wang Chuanfu. Zuerst soll das Drohnen-System, das aus dem Launchpad auf dem Dach, einer Drohne und dazugehörigen Apps besteht, für die BYD-Marken Dynasty, Ocean, Denza und Fangchengbao zur Verfügung stehen. Für das Luxus-E-Auto Yangwang gibt es eine leicht modifizierbare Ausgabe mit einer austauschbaren Batterie. Später dann können alle Marken von BYD mit Lingyuan auf dem Dach gekauft werden.

Die Standardversion des Drohnen-Launchpads kann bei einer Fahrgeschwindigkeit von bis zu 25 km/h ausgefahren werden. Die Drohne kann dem Auto dann mit einer Maximalgeschwindigkeit von 54 km/h hinterher fliegen und die Szene aus der Luft filmen. Beim Launch war eine Drohne vom Typ „DJI Air 3S“ zu sehen.

Künstliche Intelligenz

Künstliche Intelligenz und Video-Bearbeitungs-Apps sollen es den Nutzern einfach machen, professionell anmutende Bewegtbilder ihrer Ausflüge zu erstellen. Das System sei eine Weltneuheit – die ersten in Serie gefertigten Autos mit integrierten Drohnen.

Die BYD-Autos der Serie „Bao 8“ der Marke Fangchengbao, die bei dem Produktlaunch gezeigt wurden, kosten zwischen 395.000 und 432.800 Yuan, also rund 50.100 bis 54.900 Euro pro Stück. Die Installation des Drohnen-Systems ist optional.

Neue Variante

Das Launchpad auf dem Autodach sieht aus wie eine viereckige Schachtel mit abgerundeten Ecken, hat einen Durchmesser von 29 Quadratzentimetern und eine Höhe von 215 Millimetern. Das ist viel schlanker als eine frühere Version, mit der BYD für seine Luxusmarke Yangwang experimentiert hatte.

Wenn der Fahrer im Cockpit einen Knopf drückt, öffnen sich zwei Türen des Launchpads auf dem Autodach und die Drohne wird ausgefahren. Die Drohne kann aus einer Entfernung von zwei Kilometern automatisch zum Fahrzeug zurückkehren und wird dann in 30 Minuten von 20 bis 80 Prozent wieder aufgeladen.

Die Konkurrenz überflügeln

BYD hat im vergangenen Jahr 4,27 Millionen Fahrzeuge verkauft, so viele E-Autos und Hybride wie kein anderes Unternehmen, kämpft aber genau wie alle anderen Automobilhersteller in China in einem scharfen Preiskampf um Kunden und Gewinne. Die Drohne soll helfen, die Fahrzeuge attraktiver zu machen und sich damit von der Konkurrenz abheben zu können.

Erst vor gut einem Monat hatte BYD ein Fahrerassistenzsystem namens „God’s Eye“ auf den Markt gebracht, das zukünftig kostenlos in sämtlichen seiner Modelle enthalten sein soll. Schon damals hatten Finanzanalysten einen starken Anstieg des Börsenkurses von BYD vorhergesagt.

Die „Autos mit Drohne“ dürften den Erfolg des chinesischen Marktführers weiter festigen. Die Bank JP Morgan Chase hatte schon vor dieser neuesten Überraschung vorausgesagt, dass BYD im Jahr 2026 sechseinhalb Millionen Autos pro Jahr verkaufen könnte.  (se)

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