Ineos Brennstoffzelle ist bereits in der Erprobung

Von Andreas Grimm 2 min Lesedauer

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Erst der geschlossene Geländewagen, dann der Pick-up, ein Elektromodell angekündigt und nun ein Wasserstoffantrieb in der Testphase: Ineos gibt sich nicht mit einer Marktnische zufrieden.

Äußerlich ist die Brennstoffzellen-Variante des Ineos Grenadier kaum zu erkennen. Doch die Motorhaube ist etwas erhöht.(Bild:  Ineos Automotive)
Äußerlich ist die Brennstoffzellen-Variante des Ineos Grenadier kaum zu erkennen. Doch die Motorhaube ist etwas erhöht.
(Bild: Ineos Automotive)

Etwas im Schatten der Vorstellung seines Pick-up-Modells hat Ineos seine Strategie unterstrichen, mittelfristig in den Wasserstoffantrieb einzusteigen. Auf dem Goodwood Festival of Speed, wo der Pick-up Quartermaster seine Premiere feierte, stellte der britische Autobauer auch das mit Wasserstoff betriebene Grenadier-Demonstrationsfahrzeug vor. Abgesehen vom Antriebsstrang ist der Geländewagen baugleich mit dem Verbrenner-Grenadier.

Ein Schriftzug verdeutlicht, dass sich hier ein Brennstoffzellen-Fahrzeug durch den Wald arbeitet.(Bild:  Ineos Automotive)
Ein Schriftzug verdeutlicht, dass sich hier ein Brennstoffzellen-Fahrzeug durch den Wald arbeitet.
(Bild: Ineos Automotive)

Optisch lässt sich der Wasserstoff-Grenadier an einer Ausbuchtung auf der Motorhaube erkennen. Sie schafft Platz, um die Brennstoffzelle unterzubringen. Die Technologie stammt, wie schon die beiden Diesel- und Benziner-Aggregate, von BMW. Der wasserstoffbetriebene Grenadier stehe als Demonstrationsfahrzeug für die Entschlossenheit des Herstellers, „leistungsfähige Fahrzeuge zu bauen, die uns helfen werden, Netto-Null-Emissionen zu erreichen“, sagte die Ineos-Vorstandsvorsitzende Lynn Calder bei der Vorstellung des Autos.

Die konkrete Entwicklung des nun vorgestellten wasserstoffbetriebenen Grenadier begann im Juni 2022. Seither arbeitet Ineos mit dem österreichischen Engineering-Zulieferer AVL zusammen. Gedankenspiele zu einem Wasserstoffantrieb gibt es aber schon länger. Bereits im Herbst 2021 war vom Langfristprojekt Wasserstoffantrieb die Rede. Seither sei das Wasserstoff-Demonstrationsfahrzeug anspruchsvollen Tests unterzogen worden, heißt es vom Autobauer. Unter anderem habe das Auto die gleichen Gebirgswege meistern müssen, wie die Verbrenner-Fahrzeuge.

Technisch wurde der Grenadier am Leiterrahmen und an der Hinterachse modifiziert, um die Elektroantriebe der 400-Volt-Brennstoffzellenarchitektur unterzubringen, die eine direkte Drehmomentverteilung an die Hinterräder liefern. Durch dieses „Torque Vectoring“ erhalte der Grenadier eine hohe Manövrierfähigkeit bei allen Geländebedingungen, einen engeren Wendekreis und eine dynamische Straßenlage, heißt es in einer Ineos-Mitteilung.

Ineos wolle sich für Netto-Null-Emissionen einsetzen, unterstrich Calder frühere Aussagen von Unternehmenschef Jim Ratcliffe. Das Unternehmen verfolgt dafür allerdings eine geteilte Strategie: Batterieelektrische Fahrzeuge sieht man als sinnvoll an für kürzere Fahrten, die meisten privaten Fahrten und den Lieferverkehr in Innenstädten. Diese Zielgruppen werde ein vollelektrisches Modell bedienen, das 2026 auf den Markt kommen soll, so Calder.

Der Wasserstoffantrieb soll dagegen für längere Fahrten und hohe Belastungen zum Einsatz kommen, bei denen eine große Reichweite zwischen den Stopps erforderlich ist und Batterien die Nutzlast zu sehr beeinträchtigen würden. Wichtig ist dabei hinsichtlich der Ökologie, dass der Wasserstoff mit regenerativen Energien gewonnen wird. Der Mutterkonzern des Herstellers, der Chemiekonzern Ineos, produziert bereits 400.000 Tonnen Wasserstoff pro Jahr und engagiert sich nach eigenen Angaben für Wasserstoff als wichtigem Kraftstoff der Zukunft.

Ineos Quartermaster: Kerniger Lastenesel
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Ineos Automotive hat nach eigenen Angaben inzwischen gut 5.000 Grenadier in Hambach produziert, der ehemaligen Smart-Fabrik. Bis Ende des Jahres will der Hersteller gut 15.000 Fahrzeuge ausgeliefert haben, wobei die Auslieferungen mit etwas Verzögerung starteten. Ab August wird im Zweischicht-Betrieb produziert, um neben dem Bau des Geländewagens Grenadier auch die parallele Fertigung des Pick-up Quartermaster sicherzustellen.

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