Brennstoffzellen-Autos haben weltweit noch keine relevante Absatzzahl erreicht. Trotzdem hält Toyota an der Vision fest und hofft auf China als neuen Leitmarkt. Ein dort heimischer OEM soll dabei helfen.
Noch ein Ladenhüter: Der Toyota Mirai ist neben Modellen von Hyundai eines der wenigen Pkw-Modelle mit Brennstoffzellenantrieb. Das könnte sich in China ändern.
(Bild: Toyota)
Sollten Pkw mit Brennstoffzelle doch noch kommen, dann wird diese Revolution in China beginnen. Eine Autofirma, die das verstanden hat und mit ihrer Strategie beweist, ist zufällig die größte der Erde: Toyota.
Am 24. März hat der Investmentarm von Toyota eine strategische Kooperation mit dem kleinen chinesischen Autobauer Haima Automobile begonnen. Die Chinesen bekommen den Brennstoffzellen-Stack, den Toyota für seinen Mirai entwickelt hat.
Gemeinsam entwickeln der Riese aus Japan, der weltweit mehr Autos verkauft als irgendein anderer Konzern, VW eingeschlossen, und das kleine chinesische OEM gerade einen Prototypen mit Brennstoffzelle, den „Haima 7X-H“, der Ende dieses Monats zu besichtigen sein soll.
Ab Ende dieses Jahres soll dann für diesen Pkw, aus dessen Auspuff nur Wasserdampf entweichen wird, die Produktion in kleinen Serien beginnen. Auf der südchinesischen Insel Hainan, die sich auch gerne „Chinas Hawai“ nennt, wollen die beiden Partner das dort von Haima aufgebaute Wasserstoff-Versorgungsnetz für eine Art Großversuch in Sachen Brennstoffzelle nutzen, gab der in der Inselhauptstadt Haikou ansässige chinesische Autohersteller bekannt.
Im chinesischen Nutzfahrzeugbereich schon aktiv
Toyota hatte schon 2020 gemeinsam mit mehreren chinesischen Autobauern (FAW, Dongfeng, GAC, etc.) und anderen Partnern ein Gemeinschaftsunternehmen zur Förderung der Brennstoffzelle gegründet, dies allerdings nur für Nutzfahrzeuge. Die Zusammenarbeit mit Haima ist jetzt das erste Mal, dass Toyota seine Wasserstoff-Technologie an einen Pkw-Hersteller in China liefert. In Japan baut Toyota selbst seit 2014 seine Limousine „Mirai“. Diese war damals zu Beginn der Produktion weltweit der erste Pkw mit Brennstoffzelle, der in Serie gebaut wurde.
Das Auto verkauft sich bislang allerdings nur schleppend, unter anderem in Kalifornien, denn in Japan und auch in China fehlte es bis vor kurzem an der notwendigen Unterstützung durch die Regierungen, die ähnlich wie Kalifornien in die notwendige Wasserstoff-Infrastruktur investieren müssten. Toyota aber fertigt bis heute in Nagoya weiter den Mirai und lässt sich von den niedrigen Absatzzahlen bislang nicht beirren.
Nun könnte Toyota in China genau die Unterstützung gefunden haben, auf die seine Ingenieure im Mirai-Werk seit langem hoffen. Im Frühling vergangenen Jahres haben Pekings Zentralplaner einen umfassenden Wasserstoff-Entwicklungsplan beschlossen, der bei der Dekarbonisierung der chinesischen Wirtschaft helfen soll.
Sollten Autos mit Brennstoffzelle in China in den kommenden Jahren aktiv gefördert werden, dann könnte nicht nur der Kooperation von Toyota mit Haima, sondern der Technologie insgesamt eine große Zukunft bevorstehen. Auf jeden Fall bringt sich Toyota in China gerade für diesen Fall in Position.
Technologieoffenheit jenseits der reinen Elektromobilität
Toyotas neuer CEO Koji Sato glaubt genau wie sein Vorgänger Akio Toyoda an die Zukunft der Brennstoffzelle. Während so gut wie jeder andere Autokonzern der Erde im großen Roulette um die Mobilität der Zukunft alle Chips ausschließlich auf E-Autos setzt, geht Toyota wie schon so oft in seiner Unternehmensgeschichte einen eigenen, konträren Weg. Und auf diesem Weg ist Platz sowohl für E-Autos wie auch für Hybride und Autos mit Brennstoffzelle.
„Unsere wichtigste Denkweise mit Bezug auf eine kohlenstoffneutrale Zukunft besteht darin, eine Vielzahl von Optionen vorzubereiten…,“ wird Sato im japanischen Wirtschaftsmagazin Nikkei Asia zitiert. „Elektrizität, natürlich, aber auch Wasserstoff, und übergangsweise Hybride und Plugin-Hybride, all das sind vielversprechende Technologien.“
Aktuell wirkt Toyotas Festhalten an der Brennstoffzelle wie ein Vabanque-Spiel. Verkäufe von Brennstoffzellen-Autos, angeführt von Toyotas Mirai und den Nexo-Modellen von Hyundai, machten vergangenes Jahr gerade erst einmal 0,1 Prozent des globalen Automarktes aus. E-Autos waren da schon bei 10 Prozent angekommen.
Doch das Wachstum von Nutzfahrzeugen mit Brennstoffzelle ist ein gutes Beispiel dafür, wie schnell sich solche Trends verändern können. Die Xcient-Lkw von Hyundai haben 2022 ihren Marktanteil rasch ausbauen können, rollen inzwischen in Deutschland, der Schweiz, Neuseeland und Südkorea über die Autobahnen. Und in China haben sich die Verkäufe von Fahrzeugen mit Brennstoffzelle, vor allem Busse im vergangenen Jahr schon kurz nach dem neuen Zentralplan der Regierung fast verdreifacht.
Stand: 08.12.2025
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